Adios & Ciao-ciao
Es hat sich ja schon länger anhand der Eintrags-Frequenz abgezeichnet: Dieses Blog hat sich nach 13 Jahren überlebt. In absehbarer Zeit wird es keine neuen Einträge mehr geben. Die alten bleiben selbstverständlich online, können aber nicht mehr kommentiert werden. Auch für diesen Eintrag läuft die Kommentarmöglichkeit in 10 Tagen automatisch ab.
Ich wünsch’ euch was!
Die IKK und ihr Eigentor
Seit Kurzem wirbt die Krankenkasse IKK mit diesem Spot für ihr Homöopathie-Zusatzangebot:
Eine Schülerin kommt nach Hause, verkündet ihren Eltern, dass sie die Note “Ungenügend” in Chemie erhalten hat und preist dann als gute Nachricht des Tages die Tatsache, dass die IKK auch homöopathische Mittel gegen Schockzustände bezahlt.
Spätestens an diesem Punkt brechen naturwissenschaftlich Interessierte durch die Bank in schallendes Gelächter aus. Ist doch inzwischen hinlänglich bekannt, dass Homöopathie lediglich ein wirkstofffreies Placebo ist. Die feine Ironie des Werbespots, dass dieses Placebo ausgerechnet von einer amtlich bescheinigt Ahnungslosen empfohlen wird, ist schon bemerkenswert.
Nicht hinlänglich geklärt war bisher die Frage, ob der IKK diese Ironie bekannt war, oder ob sie von der Federführenden Werbeagentur KNSK genasführt wurde. Auf Twitter erfolgte nun die Antwort: Die IKK gibt vor gewusst zu haben, dass dieser Werbespot homöopathische Mittel im Grunde lächerlich macht.
Die IKK bezahlt ihren Versicherten also Mittel, von denen sie genau weiß, dass sie nicht wirklich wirken. Auf Kosten der restlichen Mitglieder, die diesen Quatsch mittragen müssen, denn 50 Euro Zusatzbeitrag im Jahr sind ein Klacks, wenn man sich anguckt, welche Preise für Glaubuli, Heilpraktiker & Co in der Praxis verlangt werden. Der Betrag wird wohl nie und nimmer zur Deckung der direkten und der Folgekosten ausreichen. Ganz zu schweigen davon, dass die Kasse sich mit dem Spot implizit auch über die Versicherten lustig macht, die an solche Behandlungen glauben - statt die Leute aufzuklären. Seriös ist das wohl kaum.
Somit ist wohl klar, zu welcher Kasse ich ganz sicher nie wechseln würde. Der Schuss ging nach hinten los, liebe IKK.
Unerwünschter Vertreterbesuch gefällig?
Die meisten werden jetzt vermutlich “nein danke!” antworten. Dann sollten sie sich aber auch gut überlegen, ob sie die Angebote bestimmter Verlage annehmen, die in den Schulen an die Kinder verteilt werden und die hauptsächlich einen Zweck haben: Für zukünftige Werbe-Angriffe per Post, Telefon oder sogar Hausbesuch die Adressen von Kindern auszuspionieren.
Die Angebote sind zum Teil so gestrickt, dass sogar der Widerspruch der Eltern zur Weitergabe der Daten durch eine versteckte zweite Klausel einfach ausgehebelt wird. Alles unter dem Deckmäntelchen der freiheitlich-rechtlichen Grundordnung, denn - so die seltsame Argumentation des Bertelsmann-Verlages: Man kann Kinder angeblich nur dann vor rechtsextremem Gedankengut schützen, wenn man sie rechtzeitig ausfindig machen, anschreiben und mit den Produkten der “Guten” vertraut machen kann. Zu diesem Zweck wird auch gerne mal in Brüssel lobbyiert, um aus dem Datenschutzgesetz den besonderen Schutz der Kinder beseitigen zu lassen.
Das klingt abstrus? Kann ja nur eine Verschwörungstheorie sein? Dann bitte hier weiterlesen.
Gravity
Ihr wollt gerne wieder Sommer haben? Oder hättet gerne ein paar mehr Planeten oder Asteroiden um euch herum? Oder wollt einfach mal Schöpfer spielen? *g* Kein Problem: Bei den TestTubeGames könnt ihr euch euer eigenes Sonnensystem basteln.
Brüderle - Butter bei die Fische
Mal ganz kurz: Da hat also ein Politiker eine Journalistin begrabscht und ihr noch dazu* anzügliche Sprüche reingedrückt. Ein Jahr später soll der Mann Spitzenkandidat einer aktuell im Parlament vertretenen Partei werden. Die Journalistin veröffentlicht daraufhin ihr “tolles” Erlebnis mit diesem Herrn.
So. Und jetzt gerät ausgerechnet die Journalistin unter Beschuss, weil das ja wohl “nicht fair” sei, den guten Mann “ausgerechnet jetzt” zu “diskreditieren” und “diese alte Geschichte” aus dem “Giftschrank” zu holen? Armer, armer Brüderle - auf einmal ist er das erklärte Opfer dieser ach so perfiden Journalistin, statt umgekehrt!
Hallo? Sonst ist aber noch alles senkrecht, ja? Seit wann und mit welcher Begründung sollte das Opfer(!) einer Tat verpflichtet sein, für die Bekanntmachung brav und rücksichtsvoll einen Zeitpunkt auszusuchen, der dem Täter(!) möglichst wenig schadet? Wenn ich sowas lese, fällt mir ja glatt der Kitt aus der Brille! Auch ein Herr Brüderle hat kein Anrecht darauf zu bestimmen, ob und wann seine Schandtaten ans Tageslicht befördert werden dürfen. Genausowenig wie irgendein Straftäter in dieser Republik. So weit kommt’s noch! Wenn er nicht will, dass sie bekannt werden, soll er sie unterlassen. Wie ausgerechnet der tatsächliche Täter und seine Anhänger zu der Annahme kommen, sie hätten die Definitionshoheit über Fairness in diesem Fall, ist mir ein völliges Rätsel. Diese Denkweise kann man ja schon fast pervers nennen.
Und selbstverständlich wird seine Tat “ausgerechnet jetzt” öffentlich gemacht. Eben gerade weil er ein wichtiges Amt als Volksvertreter übernehmen soll! Als Wähler (nein, keine Sorge, die FDP hat noch nie meine Stimme bekommen) bin ich doch heilfroh, wenn mir rechtzeitig jemand sagt, wie skrupel- und respektlos ein Politiker sich benimmt. Da ist es mir vollkommen wurscht, wenn gleichzeitig noch eine Zeitschrift irgendeinen publizistischen Nutzen daraus zieht. Das ändert erstens nichts am eigentlichen Sachverhalt und zweitens wird der Nutzen für mich dadurch in keiner Weise geschmälert. Win/Win - ist doch wunderbar.
Sorry, aber das musste mal raus.
*Korrektur: Begrabscht hat er sie wohl nicht. Das las ich an anderer Stelle, aber es scheint nicht zu stimmen.
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Nachtrag:
CSU-Familienpolitiker Geis verteidigte Brüderle gegen Kritik: “Was Rainer Brüderle gesagt hat, darf man nicht unter Sexismus einordnen”, sagte Geis der “Welt am Sonntag”. (...) Quelle
Das ist aber schön, dass neuerdings die Täter & deren Kumpane definieren dürfen, was Sexismus ist und was nicht. Ich breche demnächst auch in irgendjemandes Haus ein, lasse was mitgehen und sage dann: “Ach, das darf man nicht als Diebstahl und Einbruch verstehen.” Um Geis’ Spruch mal zu paraphrasieren: “Weiber, stellt euch doch nicht so an! Was sexistisch ist, bestimmen immer noch wir Männer!”
(...) Man wisse, “dass er zu saloppen Bemerkungen neigt”. Quelle
Na sauber. Ich finde ja, wenn man erwarten darf, dass unabhängig von Erziehung und Generationszugehörigkeit niemand mehr Menschen mit dunkler Hautfarbe als “Neger” bezeichnet, dann kann man auch von einem Politiker genug Lernbereitschaft erwarten, um sexistische Sprüche zu unterlassen. Wenn er das nicht auf die Reihe kriegt, muss er eben abtreten.
Aufschrei
Auf Twitter läuft seit ca. 36 Stunden das Meme “#aufschrei”. Tausende von Frauen berichten von Situationen, in denen sie sexuell belästigt wurden, diskriminiert, herabgewürdigt. Auf vielerlei Art. Mittlerweile hat sich die englischsprachige Community mit dem Stichwort #outcry und die französische mit #assez (“genug”) angeschlossen. Die schiere Masse der Meldungen ist erdrückend, die Inhalte oft erschütternd. Dass ein Meme überhaupt derart lange läuft und sich sogar international ausbreitet, ist selten. Da kann keine Rede mehr sein von Einzelfällen, von “so schlimm wird’s in westlichen Kulturen schon nicht sein”.
Den Prozess, den man beim erstmaligen Lesen evtl. durchmacht, beschreibt Dr. Mutti in einem wunderbaren Text. Sie erklärt und beklagt, dass vielen Frauen durch ihre Erziehung die Empörung und die Wut abhanden gekommen ist, die eigentlich nötig wäre, um solche Zustände endlich zu ändern. Wut, die sich offensichtlich so langsam wieder ihren Weg an die Oberfläche bahnt.
Ich erinnere mich, dass ich im Alter von ca. 16 Jahren eines Tages nach dem Sportunterricht in Sportshorts und einem T-Shirt per Bus & Bahn nach Hause fuhr. Es war ein heißer Sommertag und mein normales Straßenzeug war mir nach dem Sport viel zu warm. Alles kein Problem - die Fahrt verlief völlig ohne Zwischenfall. Als ich jedoch zu Hause ankam, schlug meine Mutter (Jahrgang 1938) die Hände über dem Kopf zusammen und meinte, in dem Aufzug müsse ich ja wohl im Fall eines Falles nicht überrascht sein, wenn ein Mann das als Einladung zur Vergewaltigung betrachte.
Empörung und Wut fällt also nicht nur unter den Tisch. Sie wird einem regelrecht ausgetrieben. Man empört sich ja auch nicht über einen Schneesturm, ein Erdbeben oder stechende Bienen, nicht wahr?
Das ist das Perfide: Dass diese Übergriffe bzw. die Täter wie so eine Art Naturgewalt betrachtet werden, an die man sich als eigenverantwortlicher Mensch gefälligst anzupassen hat. Die Wenigsten scheinen zu bemerken, dass man ihnen somit indirekt sogar eine Daseinsberechtigung einräumt.
Pille danach
Katholische Krankenhäuser und die Pille danach - anscheinend eine unendliche Geschichte.
Kirchliche Krankenhäuser hätten “das verfassungsrechtlich geschützte Recht, bestimmte medizinische Leistungen wie Abtreibungen nicht anbieten zu müssen”.
Ja nee, ist klar… Wenn ich sowas schon lese! Ihre eigenen Rechte legen die Kirchen mal wieder ziemlich großzügig aus. Die der Patienten hingegen sind zweitrangig und müssen sich im Zweifelsfall einer fremden Weltanschauung unterordnen, ja?
Mal ganz davon abgesehen, dass die “Pille danach” biologisch/technisch betrachtet gar keine Abtreibung darstellt: Was passiert denn bitte, wenn eine Patientin nach einer Vergewaltigung in einem derartigen Zustand ist, dass sie stationär aufgenommen werden muss? Dann hat sie gar nicht die Möglichkeit, sich an einen anderen Arzt zu wenden und muss die Schwangerschaft austragen bzw. wird sie höchstwahrscheinlich in einem späteren Stadium tatsächlich abtreiben - mit Vollnarkose & Ausschabung, inklusive sämtlicher damit verbundenen Risiken von Unfruchtbarkeit bis hin zum Tod. Dumm auch, dass der Fötus in der 12. Woche aber schon empfindungsfähig ist. Herzlichen Glückwunsch, das ist dann mal so richtig sinnvoll!
Doch selbst, wenn am Ende gar keine Schwangerschaft eintreten sollte, ist es absolut unzumutbar, eine Frau wochenlang im Ungewissen zu lassen, ob es nun zum Schlimmsten gekommen ist oder nicht. Es kann doch nicht der Ernst diverser Kritiker sein, dass die Patientin bzw. deren Notärztin doch einfach ein anderes Krankenhaus hätte wählen können?
In jedem städtischen Krankenhaus wäre klar: Wenn einer der angestellten Ärzte bestimmte dem Patienten zustehende Handlungen nicht mit seinem Gewissen vereinbaren kann, dann muss er entweder über seinen Schatten springen oder sich einen anderen Beruf suchen. Gleiches sollte für die Kirchen gelten: Entweder, sie bieten in den entsprechenden Abteilungen alles an, auf das der Patient ein Anrecht hat (passende Klinikausstattung vorausgesetzt), oder aber sie halten sich gefälligst aus dem Betrieb von Krankenhäusern raus. Die Pille danach erfordert keinen MR-Tomographen oder sonstiges teures und aufwändiges Gerät, sondern schlimmstenfalls einen Gang in die Klinikapotheke oder auch nur schlicht ein Stück Papier mit einer Unterschrift. Kein Hexenwerk, sollte man meinen. Pardon the pun. Die Verantwortung für die Auswahl des “richtigen” Krankenhauses aber ausgerechnet in Notfällen auf den Patienten abzuwälzen, ist jedenfalls an Zynismus nicht zu überbieten.
Egal ob es um die Pille danach oder das Arbeits- und Streikrecht geht: Die Kirchen unterwandern mit ihrer Auslegung schlicht das Recht auf Selbstbestimmung der Patienten bzw. ihrer Angehörigen. Selbstbestimmung, die wohlgemerkt durchaus im gesetzlichen Rahmen der Bundesrepublik Deutschland liegt. Somit stellen die Kirchen einen Staat im Staat dar - und das ist inakzeptabel.
Der Zugang zu Dingen und Dienstleistungen, die zur Grundversorgung gehören - wie Wasser, Bildung, Gesundheit etc. - muss frei von jeglichen Ideologien sichergestellt sein. Wer das nicht gewährleisten kann oder gar will, hat auf dem jeweiligen Sektor schlicht nichts verloren.
Kneipenlog
Ja, stimmt, hier ist es in 2012 ruhiger gewesen als in den meisten Jahren davor. So ganz blogabstinent war ich allerdings nicht.
Seit Dezember ist das Kneipenlog online, in dem wir - eine ganze Gruppe von Autoren - uns wie in einer virtuellen Stammkneipe über Gott und die Welt unterhalten. Schaut doch mal rein! :o)
Handwerker
Beim morgendlichen Tischgespräch:
Ich: “Ich muss noch ‘ne neue Glühbirne für die Lampe da kaufen. Aber ich weiß gar nicht mehr, wie die Lampe überhaupt geöffnet wird.”
Saskia: “Frag doch Papa.”
Ich: “Nee, damit werde ich schon alleine fertig. Wenn’s nicht klappt, leih’ ich mir eben Tobias’ Laserschwert.” *g*
Tobias, nach einem prüfenden Blick auf die (Glas)Lampe: “Das geht mit ‘nem Hammer doch viel besser!”
Was hab’ ich doch für praktisch veranlagte Kinder! ^^
“Nein danke, das darf ich nicht essen!”
Vor ein paar Tagen stieß ich auf den interessanten Text einer Mutter, deren Kinder diverse Nahrungsmittelallergien haben. Grob umrissen ging es um die Probleme, die daraus immer dann entstehen, wenn Mahlzeiten ausserhalb der Familie anstehen. Hat in der Schule z.B. ein anderes Kind Geburtstag und bringt Muffins oder ähnliches mit, so muss eines ihrer Kinder fast immer ablehnen, weil es gegen Ei allergisch ist. Verständlicherweise würde diese Mutter sich freuen, wenn alle Eltern darauf Rücksicht nähmen.
Ich möchte an dieser Stelle gar nicht weiter auf die Analyse eingehen, welche Folgen es hat, wenn das Kind ablehnen muss. Das hat die Mutter schon eindrücklich getan. Ich frage mich nur, ob sie nicht vielleicht ein wenig unterschätzt, wie schwierig es ist, 1. alle Allergien sämtlicher(!) Klassenkameraden und Freunde der Kinder zu kennen und 2. entsprechend zu reagieren. Vielleicht ist das im Kulturkreis dieser Mutter anders, aber ich gestehe ganz offen: Ich weiß bei weitem nicht, welches Kind in den Klassen meiner Kinder gegen was und in welchem Ausmaß allergisch ist oder auch nur eine Unverträglichkeit hat. (Ist ja ein großer Unterschied, obwohl es oft in einen Topf geschmissen wird.) Bin ich nun moralisch verpflichtet, bei allen 2 x 20+ Eltern vorher anzurufen und mich dort zu erkundigen? Soll ich die Klassenlehrerin fragen? Darf sie diese Informationen überhaupt rausgeben? Fragen über Fragen…
Wenn ich um so etwas weiß, versuche ich natürlich, darauf Rücksicht zu nehmen. In Saskias Klasse verträgt z.B. ein Kind keine Milch. Die Ü-Eier vom letzten Jahr wird es also dieses Jahr nicht mehr geben. Sollte nun aber noch ein anderes Kind Zöliakie haben und ein drittes keine Eier vertragen, wird’s schon schwierig. Ich weiß wie gesagt nicht einmal ob dem evtl. in einer der beiden Klassen so ist. So abwegig ist das ja nicht - Allergien greifen bekanntlich immer weiter um sich bzw. werden inzwischen häufiger diagnostiziert. Selber mal eben was backen ist dann ebenfalls nicht mehr drin. Erst recht nicht, falls wirklich bei irgendwem Zöliakie vorliegt. Da müsste ich im Grunde neue Küchenutensilien anschaffen, die nur den Rezepten für Zöliakiepatienten vorbehalten bleiben. Das sprengt dann wohl doch etwas den Rahmen…
Nach der Lektüre des oben genannten Artikels frage ich mich wirklich, wie weit die Verpflichtung da geht, auf alle Allergien und Sonstiges einzugehen bzw. sich überhaupt erstmal bei über 20 bzw. 40 Familien kundig zu machen. Dass man dem eigenen Kind etwas zum Spendieren mit in die Schule gibt, ist ja eigentlich nur eine kleine Geste, und in den allermeisten Fällen hat man zu einem Kindergeburtstag ohnehin schon eine Menge Arbeit um die Ohren. Ich persönlich fände es ja praktisch, wenn zu Beginn des Schuljahres die Eltern betroffener Kinder direkt von sich aus solche Informationen weitergäben. Am besten gleich mit einem passenden Rezept, was man backen könnte. Wobei im Fall der oben erwähnten kumulierten Allergien dann wieder die Frage auftritt, ob ei- und milchfreies Dinkelgebäck dem Rest der Klasse überhaupt schmecken würde. Ich kenne jedenfalls selber niemanden, der sowas ohne Not kauft und wirklich gerne isst.
Es bliebe also fast nur noch Spielzeug. Aber erstens ist das eine teure Angelegenheit für 20 Kinder. Die Ü-Eier waren da eigentlich noch die beste Lösung, doch ich kenne einige Eltern, denen diese knapp 20 Euro sicherlich schon weh getan hätten. Hinzu kommt, dass man sich vermutlich ratz-fatz beim sogenannten Elternwettrüsten wiederfände, wo die Eltern von Jahr zu Jahr teurere Dinge kaufen, um die anderen Eltern zu übertrumpfen. Man sieht das immer sehr schön bei den sogenannten “Mitgebseln” anlässlich der eigentlichen Geburtstagsfeiern. Zweitens kann ich mir durchaus vorstellen, dass auch da einige Eltern der beschenkten Kinder nicht einverstanden wären. Ich habe beim Thema Spielzeugauswahl wirklich schon seltsame Dinge erlebt, die Eltern dem Schenkenden auferlegen. Nichts Genderspezifisches. Nichts aus Kunststoff. Es muss pädagogisch wertvoll sein. Nur ja kein “My Little Pony”. Bitte kein “Hello Kitty”. Nichts, was Krach machen könnte… Auch die Reaktionen bei Nichtbeachtung sind manchmal… sagen wir: unverhältnismäßig.
Wie seht bzw. handhabt ihr das? Oder wie würdet ihr es handhaben, wenn ihr auf der einen oder anderen Seite betroffen wärt?
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