Versuch macht kluch
Beim Versuch, einen Rest aus einer Plastikflasche mit Scheiben-Antibeschlagmittel herauszuholen habe ich mir gestern in die Fingerkuppe geschnitten. Eine von diesen ungünstig sitzenden Miniwunden, die bei jeder Bewegung wieder aufgehen, erneut bluten und auch ständig brennen.
Irgendwann hatte ich die Faxen dicke und besann mich auf die Biographie einer Antarktisforscherin, die für solche Fälle Sekundenkleber empfahl. Und was soll ich sagen: Das funktioniert prima. Brennt zwar erst ein wenig, aber danach ist der Schnitt dicht, geht nicht mehr auf und hält auch mehrfaches Händewaschen durch.
Nachtrag: http://www.zeit.de/2004/33/Stimmts_33 - Wird tatsächlich zum Verschließen von Wunden benutzt.
Marktregel
Mindestens einmal im Jahr veranstalte ich einen großen “Checkup”. Was diesmal dazu geführt hat, daß ich ein seit mehreren Jahren betreutes Projekt vor wenigen Wochen hingeschmissen habe.
Ich bin nicht länger bereit, über Jahre hinweg Zeit, Mühe und Geld in etwas zu stecken, dessen Empfänger mich offensichtlich in den letzten Jahren nicht mal mehr für wert befanden, auf dem Mega-Verteiler ihrer Weihnachtsgruß-SMS (sic) zu stehen, und sich auch sonst ausschließlich nur dann meldeten, wenn sie etwas von mir wissen oder haben wollten. “Mit der kann man es ja machen”, schien das Motto zu sein. Vielleicht wird’s auch mit allen so gemacht und nur nicht bemerkt? - Ich weiß nicht, was ich da übler fände.
Diese - nennen wir es mal euphemistisch “bedarfsorientierte” - Art der Kontaktpflege kotzt mich jedenfalls an. Eine gewisse Karenzzeit räume ich ein, aber irgendwann ist das Maß einfach voll. Solche Leute will ich in meinem Privatleben nicht haben; da räume ich irgendwann genauso gnadenlos meine Kontaktdatei und das Navi auf wie sonst Abos, Versicherungsverträge und Energielieferanten.
Und jetzt geht’s mir wieder gut. ![]()
Blumen
Ab und zu muß ich ja doch meinen Widerwillen überwinden und mir mal ein paar Klamotten kaufen gehen. Das geschah z.B. letzte Woche. Und wie könnte es auch anders sein - bei Peek & Cloppenburg passierte das, was lt. Google wohl bundesweit immer wieder passiert und auch mir wieder sauer aufstieß: Die Verkäuferinnen gingen bei Augenkontakt auf Tauchstation und ließen sich erst dann wieder blicken, als es darum ging, ihre kleinen Aufkleber auf die Preisetiketten der ausgewählten Ware zu pappen und sich so ihre Provision an einem Einkauf zu sichern, zu dem sie nix, null und nochmal nix beigetragen hatten.
Doch damit nicht genug: Als ich die Verkäuferin, die meine Auswahl an sich nehmen wollte, darauf aufmerksam machte, daß ich das in dieser Form nicht in Ordnung finde, wurde sie auch noch schnippisch. Vermutlich hielt sie es für den Gipfel aller Dienstleistungen, daß sie mir die Klamotten drei Meter weit bis zur Kasse trägt, wenn ich gar keine Hilfe mehr benötige.
Mittlerweile ist mir das dort schon so oft passiert, daß das Maß nun endlich voll war. Diesmal habe ich auf dem Weg zur Kasse also nicht nur die Provisionsaufkleber wieder von den Etiketten geknibbelt*, sondern ich habe über die P&C-Webseite auch eine Beschwerde an das Unternehmen geschickt. Und dann verschwand der Vorfall eigentlich auch schon so langsam irgendwo zwischen den Knoten meiner Hirnwindungen.
Bis gerade eben. Da kam ich nämlich nach Hause und fand eine Benachrichtigung von Fleurop an meiner Tür vor, man habe einen Blumenstrauß für mich bei Familie XY abgegeben. Also ab zu Familie XY und den Strauß abgeholt. Mit lauter Fragezeichen in den Augen. Von wem soll der sein? Und warum? Denn Geburtstag habe ich noch lange nicht. Also rein ins Wasser mit den Blumen, und dann mal nach dem Absender geschaut: An dem Strauß hing ein Brief der P&C-Geschäftsleitung mit der Bitte um Entschuldigung sowie einem beigelegten Geschenkgutschein über 50 Euro.

Donnerwetter!
——————
* Das mache ich seit Jahren jedesmal, wenn die Verkäufer mir erst permanent ausweichen und sich dann beim “Zurkassetragen” auf mich stürzen. Bemerkt hat’s noch keine(r).
Mission accomplished
Ein Kaufhaus am Samstagmorgen. Kinderabteilung. Ich suche nach Unterbekleidung für Saskia, während sich aus dem Seitengang ein junges Paar mit einem Baby von ca. einem viertel Jahr nähert. Das Kind weint unaufhörlich. Wenn es meins wäre, würde ich sagen, es hat Schmerzen. Ich drehe mich um und stelle fest: Dieses Kind hat höchstwahrscheinlich Schmerzen. Es sitzt mit dem Gesicht voran in einer Tragehilfe vor dem Bauch des Vaters und das rechte Bein liegt innerhalb der Tragehilfe mit dem Schienbein auf, so daß der Unterschenkel horizontal herausragt und das gesamte Kind ganz schief in der Gegend hängt. Die Mutter hat nun gemerkt, daß irgendetwas nicht stimmt und macht sich an den Schulterriemen der Tragehilfe zu schaffen, während ihr Mann das Baby mal hierhin und mal dahin ruckelt. Das Kind schreit weiter.
Als absehbar ist, daß sich seltsamerweise keiner von beiden mal das Baby an sich anschaut, spreche ich das Paar an.
“Entschuldigung, aber ich glaube, Ihrem Kind tut was weh. Gucken Sie doch mal, das rechte Beinchen…”
Die Mutter packt das Bein und versucht es in die richtige Stellung zu bugsieren. Das Kind schreit weiter, in einer nun noch schrilleren Tonlage. Die Mutter öffnet den Latz der Tragehilfe, der Vater hebt das Baby hoch. Es hört auf zu schreien. Sie setzen es wieder hinein, in die gleiche Position wie zuvor, nur daß das Bein ein klein wenig besser positioniert ist. Das Kind schreit erneut. Die Eltern gucken ratlos. Ich erwähne ganz vorsichtig: “Wissen Sie, Kinderärzte empfehlen eigentlich, daß die Kinder mit dem Gesicht zum Bauch der Eltern gucken, damit das Hüftgelenk nicht deformiert und bei Jungen der Hodensack nicht gequetscht wird. Ist auch besser für den Rücken vom Kind. Schauen Sie mal, sehen Sie, wie der Latz hier unten geschnitten ist? Zu Ihrem Bauch hin schmaler als der Teil, der nach vorne zeigt.”
Erneut ein ratloser Blick: “Meinen Sie?”
Ich versuche es mit einem Vergleich und sage freundlich: “Nun ja, stellen Sie sich mal vor, Sie müßten 10 Kilometer auf einem Fahrrad fahren, wo Ihnen jemand die Spitze des Sattels nach hinten gedreht hat und den breiten Teil nach vorne?”
In den Augen des Vaters leuchtet die Erkenntnis auf wie eine Supernova. Der Latz wird wieder geöffnet, das Kind herumgedreht - und schon lehnt es sich mit dem Kopf an die Brust des Vaters und ist still. Das Bein hat an der schmalen Stelle der Tragehilfe nun genügend Raum, um in normaler “Anhockstellung” herauszuschauen. Auch die Mutter guckt erleichtert. Ich wünsche den beiden noch ein schönes Wochenende und suche weiter nach Unterbekleidung.
Manchmal ist Einmischen doch nicht verkehrt…
Weihnachtsnachlese
Heute ist natürlich der Tag, an dem alle neuen Spielzeuge und Spiele ausgiebig ausprobiert und bespielt werden. Tobias baut gerade bei Marc seine drei Star Wars Lego-Bausätze zusammen (Gruß & grins @ Frau Brüllen), während Saskia sich an “Rush Hour” versucht. Und das ist, wie ich inzwischen festgestellt habe, ein Spiel mit absolutem Suchtfaktor. :o)
Rush Hour - Hauptverkehrszeiten im Straßenverkehr - das pure Chaos!
Sie stecken im Verkehrsstau zusammen mit 4 LKWs und 11 anderen Autos.
Können Sie Ihr Fahrzeug so durch die Rush Hour manövrieren, dass Sie den Weg zur Ausfahrt finden?
Lösen Sie die Verkehrsprobleme und lotsen Sie Ihr Auto aus dem Verkehrsstau.
Saskia ist jetzt bei Level 12 ... äh 13; ich durfte bisher nur einmal helfen und ein Level selbst ausprobieren. (Ha, wartet nur, wenn die Lütte heute abend im Bett ist! Dann bin ich aber dran! *g*)
Abgeschafft
Wenn Traditionen mehr zur Last fallen als Freude bereiten, ist es Zeit, sie abzuschaffen.
Seit 42 Jahren kenne ich es nicht anders, als daß der Tannenbaum - wenn überhaupt vorhanden - am 23. Dezember aufgestellt wird und am Morgen des 24. geschmückt. Begründung: “Das Besondere erhalten”, “nicht zu früh dran sattsehen” etc. blabla.
Passé. Mir langt’s. Das tu’ ich mir so knapp vor Festmenü und Bescherung nicht mehr an. Seit gerade eben steht der Baum, samt Spitze, Lichterkette, Kugeln und Lametta. Die Strohsterne und die Schokoladenfiguren können heute abend die Kinder übernehmen. Und dann ist Ruhe im Karton bis Heiligabend.
An Neujahr fliegt er eh wieder raus; so haben wir wenigstens mal richtig was davon.
Imagine
Stellt euch vor, ihr seid arbeitslos und versucht euch mit Gelegenheitsjobs über Wasser zu halten. Stellt euch vor, euer Freundeskreis ist nach und nach zerbröselt, die Familie nach und nach verstorben. Stellt euch vor, ihr kommt eines Tages nach Hause, und findet zu allem Überfluß noch eine leergeräumte Wohnung vor. Die Wohnung, in der ihr 20 Jahre lang gewohnt habt. Die Einrichtung im Pfandhaus, das Haustier im Tierheim, das Schloß ausgewechselt. Mitten in Berlin.
Ein schlecht geschriebener Roman?
Seit gestern gibt es auf Creezys Blog oben rechts einen Spendenbutton für diejenigen, die helfen möchten und können. Das Geld geht auf ein Konto des Freundes, bei dem Creezy gerade untergekommen ist. Warum diese Lösung? Weil Creezys eigenes Konto inzwischen gepfändet ist.
Keine Angst, Creezy ist “echt”. Und hat Hilfe verdient, denn wann immer Not am Mann ist, war sie bisher die Erste, die sich selbst engagiert hat.
Le Père Noël, c’est moi!
Wenn Kinder ohne den Glauben an Weihnachtsmann und Co. aufwachsen, hat das eine nicht zu unterschätzende gute Seite: Man entgeht erstens der Gefahr, daß sie von anderen Kindern aufgeklärt werden und dann an der Eltern Glaubwürdigkeit zweifeln. Und man kann zweitens den Nachwuchs - ganz ohne ein Weltbild zu erschüttern oder unnötige Illusionen zu zerstören - auch mit der Tatsache vertraut machen, daß nicht alle Kinder an Weihnachten Geschenke bekommen. Weil manche Familien schlicht zu wenig Geld haben. Auch in unserem Land.
Und deswegen werde ich - wieder einmal, aber heuer erstmals zusammen mit meinen Kindern - bei http://www.kinder-armut.de die Patenschaft für die Weihnachtswünsche von ein oder zwei fremden Kindern übernehmen. Denn ich bin sicher, die Freude, daß man selbst helfen kann, ist mindestens so groß wie die des Glaubens an Weihnachtsmann & Co. Vor allem aber ist sie langlebiger.
Herbstdeko
Tanja hat’s vorgemacht und wir haben es auch ausprobiert: Gewachste Blätter

Die Kinder hatten einen Heidenspaß und haben alle Blätter ganz alleine gewachst. Ich habe nur hinterher den Wachsrest zur Kerze gegossen. In die Kerze kamen zum Schluß noch nach und nach Bruchstücke alter Wachsmalstifte in Herbstfarben. Die kommen dann beim Abbrennen zum Vorschein und machen die Kerze bunt. (Zumindest ist das der Plan. ;o)
Sparkassenwerbung
Die Tochter hatte heute eine Spardose in der Schultasche. Geschenkt von der Sparkasse. Zusammen mit einem Gutschein über 5 Euro, einzulösen bei Kontoeröffnung.
Den Schlüssel für die Dose hat die Sparkasse und rückt ihn natürlich nicht raus. In mehr oder weniger regelmäßigen Abständen kommt ein Vertreter in die Schule, sammelt das Geld aus den Dosen ein und schreibt es den Konten der Kinder gut. Wenn denn die Eltern mitspielen. Ich tu’s nicht. Denn die Kinder in diesem Haushalt haben schon seit einem halben Jahrzehnt je ein Tagesgeldkonto bei einer ganz anderen Bank. Zu wesentlich besseren Konditionen als ein Sparbuch bei der Sparkasse.
Es war vermutlich pädagogisch nicht allzu wertvoll, dem Kind zu zeigen, wie es seine Dose quasi im Handumdrehen auch ohne Schlüssel, nämlich mit Hilfe einer Haarnadel aufbekommt.
Andererseits: Anleitung zur Selbstbestimmung ist ja auch was Feines. Und außerdem, wie Tobias sagen würde (wenn er nicht im Spiel eingeschlafen wäre): “War doch babyeierleicht!” *g*
Seite 1 von 54 Seiten 1 2 3 > Letzte »