Beschluss

Fastenzeit? OK. Ich kaufe mir morgens in der Kantine keine belegten Brötchen mehr.
(Ich drehe stattdessen meine Tastatur um und schüttle sie einmal kräftig. Kommt aufs Gleiche raus. ^^)

Mal ernsthaft: Nein, ich faste nicht. Es gibt oft genug Zeiten, in denen ich zwangsläufig eine Zeitlang auf Dinge verzichten muß, die mir wichtig sind. Ich bilde mir außerdem ein, das, was ich habe, durchaus zu schätzen zu wissen. Da bedarf es keiner Fastenzeit in einem festgelegten Kalenderabschnitt, um mir das ins Gedächtnis zurückzurufen.

Auch der Gesundheit wegen ergäbe Fasten für mich wenig Sinn. Ich habe eher Unter- als Übergewicht, trinke keinen Kaffee, nur selten schwarzen Tee und noch seltener Alkohol (sieben Wochen ohne? Ich bin mir ziemlich sicher, das habe ich dieses Jahr schon längst hinter mir). Und da die Kinder fast kein Fleisch mögen, kommt auch das bei uns allerhöchstens zweimal pro Woche auf den Tisch, denn für mich alleine lohnt sich die Zubereitung kaum. Mir persönlich reicht das an Verzicht.


Prokrasti…

Wo sind eigentlich die Heinzelmännchen, wenn man sie mal braucht?

In Saskias Kindergarten ist es üblich, daß Geburtstagskinder an ihrem Ehrentag für alle anderen Kinder ihrer Gruppe eine Kleinigkeit zum Essen/Naschen mitbringen. Bisher habe ich immer die von Saskia und Tobias ausdrücklich gewünschten Muffins gebacken. Dieses Jahr sollen es dann die offenbar noch beliebteren Nasch-Säckchen sein, für die mittels einer Serviette und etwas Geschenkband kleine, mit Süßkram gefüllte Säckchen hergestellt werden. Kommt mir gerade recht, denn Muffins muß ich, damit sie frisch sind, immer am Tag davor backen, und das wird zeitlich manchmal reichlich eng. Diese Säckchen hingegen könnte ich ja eigentlich schon jetzt vorbereiten. Wo ich doch noch von meinem Stolz auf mich selber profitiere, Saskias Geburtstagspulli auch schon weit vorher fertiggestellt zu haben. Daß so ein Pulli in zwei, drei Stunden genäht ist, verschweigen wir an dieser Stelle. ^^ (Und selbst das Geschenk ist schon in trockenen Tüchern.)

Die Süßigkeiten habe ich vorhin gekauft. Die Servietten und jede Menge buntes Geschenkband auch. Was es leider nicht zu kaufen gab, war eine Packung Motivation, die mich dazu bewegen könnte, den Süßkram jetzt auch endlich in 25 gleiche Häufchen aufzuteilen, auf die Servietten zu legen, Bänder zuzuschneiden und den ganzen Kladderadatsch mit Schleifchen zu versehen und in einen Korb zu verfrachten. Und selbst, wenn es Motivation gebrauchsfertig zu kaufen gäbe, hätte ich die Packung vermutlich noch nicht geöffnet. Denn ich habe ja das Blog von Frl. Krise noch nicht ausgelesen. Und ich habe ja noch zwei Wochen Zeit… Noch.

Ich habe offensichtlich gerade einen schweren Anfall von Prokrasti… Ach was, das Wort ist sooo lang, ich schreib’s später zu Ende. ^^


Zwickmühle

Was ist ausschlaggebend bei der Entscheidung, ob man bei einem neuen (Fach)Arzt bleibt oder nicht?

  • Die unfreundliche Dame am Empfang, der die Patienten eher lästig zu fallen scheinen?
  • Daß man sich ausziehen soll, bevor man den Arzt überhaupt zu Gesicht bekommen hat? (Habe ich verweigert)
  • Die Tatsache, daß man kaum mal ausreden darf, wenn man nicht selbst etwas energischer wird?

Oder vielmehr die Tatsache, daß der Typ offensichtlich bei Diagnostik und Behandlung kompetent ist? Wobei ich ja der Ansicht bin, daß Zuhören bei der Diagnostik auch kein ganz unwichtiger Faktor ist.

*Hmpf*


Frau Brüllen und die Bahn

=> Das hier <= ist generell auch meine Erfahrung mit der Bahn.

Schon lange. Völlig unabhängig davon, ob im Winter der Schnee, im Herbst das Laub oder im Sommer die Hitze mal wieder Probleme macht, sind es trotz der gegenwärtigen beispiellos hohen Spritpreise die Tarife, die mich bei der Bahn hauptsächlich abschrecken.

Ganz egal, in welche Himmelsrichtung und in welchen Ort ich fahren möchte - meine Berechnungen ergeben grundsätzlich, daß Hin- und Rückfahrt mit meinem 1997er Volvo V40 preiswerter sind als die Bahnfahrkarte. Mit einer 95-ROZ-Tankfüllung à ca. 70 Euro komme ich innerhalb von jeweils 3 Stunden z. B. locker von Dortmund bis Bad Homburg und zurück und habe noch einen kleinen Rest übrig. Fahrkarte und Reservierungen kosten - spontan gekauft und ohne Bahncard - jedoch bereits mindestens 144(!) Euro bei vergleichbarer Fahrtzeit! (Selbst mit der Bahncard 50 wären es übrigens immer noch 85 Euro. Und deren Anschaffung alleine kostet ja schon 230,- €.) Umsteigen muß ich trotzdem. Und ob ich den Anschlußzug erwische, ist auch alles andere als sicher. Selbst die Fahrt, die fast doppelt so lange dauert wie die Reise mit dem Auto, wäre immer noch mehr als 50 Euro teurer als der vom Auto benötigte Sprit! Als sogenanntes “Spar"angebot in der 2. Wagenklasse, wohlgemerkt! Von den Standardtarifen oder gar den Preisen der 1. Klasse reden wir ja besser gar nicht erst.

Unter ganz ausgeklügelten Umständen geht es manchmal(!) auch preiswerter als mit dem Auto. Wenn ich lange im voraus buche. Was aber oft genug auf der Webseite gar nicht erst klappt und zudem an zig bescheuerte Bedingungen bzgl. Ausweis, Kreditkarte, Übertragbarkeit, Umtauschlimits und und und geknüpft ist, wie ich vergangenes Jahr im Frühjahr feststellen durfte. Und mich bei der Wahl der Züge meistens auf Bummelzüge einschränkt, die an jeder Milchkanne halten. Wenn die Bahnfahrt also ausnahmsweise preiswerter sein sollte als die Fahrt mit dem Auto, braucht man stattdessen doppelt so lange. Tolle Wurst… Und wie in dem alten Eintrag von 2002 schon geschrieben, kommen die Faktoren Komfort, Sauberkeit, Pünktlichkeit und Flexibilität auch noch hinzu.

Bahnfahren? Ich müßte ja mit dem Klammerbeutel gepudert sein, Herr Grube!


“Wie geht das überhaupt?”

Wollte Kollege R. von mir wissen. Vollzeit arbeiten mit zwei Kindergartenkindern meinte er. Bitte sehr:

Vorabend: Ich dusche meistens unmittelbar nachdem ich Saskia und Tobias ins Bett gebracht habe. (Ansonsten eben direkt vor dem eigenen Zubettgehen) Lege dann alle Sachen für den nächsten Tag zurecht, erledige die Post und habe den Rest des Abends für mich. Gegen 22:30 Uhr ist Zapfenstreich. Zähne putzen und ab ins Bett.

Am Morgen,
05:30 Uhr: Ich stehe auf, wasche mir die Haare, ziehe mich an, mache mich zurecht, sortiere ggf. die Schmutzwäsche und stelle sie schon mal an die Treppe.
06:00 Uhr: Ich wecke die Kinder, helfe beim Zähneputzen.
06:15 Uhr: Die Kinder ziehen sich an und kämmen sich die Haare. Ich lüfte derweil die Obergeschosse durch, schnappe mir den Wäschekorb und gehe nach unten.
06:20 Uhr: Die Wäsche ist in der Maschine und der Timer auf 13:30 Uhr gestellt. Ich bereite die Brote und das Obst/Gemüse für die Kindergartenmahlzeiten und für mich selbst vor. Derweil lüftet auch das Erdgeschoss.
06:25 Uhr: Das Frühstück für die Kinder (meistens eine Schnitte Brot oder eine Banane oder ähnliches) steht auf dem Tisch, die Kinder kommen herunter zum Essen. Ich checke ihre Kleidung, schließe die Fenster, lösche alle Lichter in den Obergeschossen (wenn noch irgendwo Licht zu sehen ist, weiß ich so, daß auch noch ein Fenster offen sein muß) und werfe noch einen Blick auf den Speiseplan für den Abend, ob ich nach der Arbeit noch frische Zutaten besorgen muß. Meistens ist das nicht der Fall.
06:45 Uhr: Die Kinder sind mit dem Frühstück fertig, ich selbst frühstücke später im Büro.
06:50: Wir alle drei ziehen Jacken und Schuhe an, nehmen unsere Rucksäcke, steigen ins Auto und fahren los.
07:00: Ankunft und Abschied im Kindergarten. Ich fahre weiter ins Büro.
07:25: Ankunft im Büro.
14:00 Uhr: Abfahrt zum Kindergarten
14:25 Uhr: Ich sammle die Kinder im Kindergarten ein und wir fahren nach Hause.
14:35 Uhr: Nachmittagssnack für die Kinder. Obst und Kekse und dazu Wasser, Tee oder Saftschorle.
14:40 Uhr: Die Kinder gehen spielen (Garten oder Kinderzimmer), ich baue meinen Firmenlaptop auf, logge mich ins Firmennetz ein und arbeite weiter bis ca.
16:00 Uhr: Ab in den Keller, die Wäsche kommt in den Trockner bzw. wird bei Bedarf aufgehängt. Dann gemeinsames Spiel mit den Kindern, falls von diesen gewünscht. *g*
17:00 Uhr: Das Abendessen wird vorbereitet und gekocht. Die Kinder helfen so weit wie möglich beim Schneiden, Rühren etc.
18:00 Uhr: Abendessen
18:30 Uhr: Die Kinder werden geduscht
19:00 Uhr: Im Bademantel wird “Yakari”, “Nils Holgerson”, “Wickie” oder was auch immer geschaut, was nach dem Sandmännchen kommt.
19:25 Uhr: Zähneputzen und Geschichte 1 für Tobias, Geschichte 2 für Saskia
20:00 Uhr: Licht aus. Ich gehe meinerseits duschen und meine Sachen für den folgenden Tag richten. Inklusive Zusammenlegen und Wegräumen der inzwischen trockenen Wäsche. Danach: Freizeit bis 22:30 Uhr. Wobei alle 14 Tage zu “Dr. House” gebügelt wird.
wink

Das ist ein Standard-Tag im Hause Gerhardt. Natürlich kommt auch ab und zu Kinderbesuch oder eins meiner beiden ist irgendwo eingeladen. Da wird es dann um 18:00 abgeholt und der Rest der Planung wird daran angepaßt. Oder es werden nachmittags mal die Großelten in Soest besucht (unter der Woche allerdings eher selten) und ich arbeite stattdessen meine Restbürozeit nach dem Zubettgehen der Kinder nach. Meinem Arbeitgeber ist es zum Glück völlig egal, um welche Uhrzeit ich meinen Kram erledige. Einmal in der Woche wird auch nach der Arbeit nicht gespielt, sondern in allen Etagen wird durchgesaugt und gewischt. Bad und Küche werden jeweils nach Benutzung gereinigt, was natürlich auch das Aus- und Einräumen der Spülmaschine mit umfaßt.

Eine große Hilfe ist übrigens der Wochen-Essensplan. Unter der Woche wird für die Folgewoche festgelegt, welche Gerichte gekocht werden sollen. Samstag frühmorgens - vor dem großen Sturm auf die Supermärkte - wird dann alles Benötigte in einem Aufwasch eingekauft. So geht unter der Woche keine Zeit für Rennerei drauf, es sei denn, ich brauche leicht verderbliche Zutaten, die man nicht vorher kaufen und einfrieren kann oder die am Einkaufstag noch nicht erhältlich waren. Obendrein gibt es fast keine Reste, weil vorher schon klar ist, von welcher Zutat wieviel übrig bleiben wird. Also kann ich gleich ein entsprechendes Essen für einen der Folgetage einplanen.

Klar geht hier auch mal was völlig schief und der Tag gerät durcheinander. Aber im allgemeinen läuft’s rund.
grin


Podcasts und so

Als gestern ein Mitblogger einen Text in sein Blog stellte, den er zuvor an anderer Stelle als Podcast veröffentlich hatte, wurde mir klar, daß und warum ich hier noch nie einen Podcast eingestellt oder auch nur verlinkt habe: Ich höre sie mir gar nicht erst an, blende sie aus meinem Web-Konsum fast völlig aus. Dito für viele Videos. Sie sind mir zu lahm. Ich mag lieber die Textversion, denn die habe ich um ein Vielfaches schneller gelesen als irgendjemand das je vortragen könnte.

Dabei geht es mir gar nicht um die Geschwindigkeit an sich. Die ist schlicht gegeben und macht somit die Alternativen unattraktiv. Ich lese eben so schnell, schon seit meiner Kindheit. Das ändert aber nichts an Genuß oder Verständnis. Im Gegenteil: Wenn ich selber lese, paßt in jedem Fall die Betonung, und jede Person im Text bekommt in meinem Kopf eine eigene Stimme. Da läuft ein regelrechter Spielfilm vor meinen Augen ab. Liest oder trägt aber jemand vor, dann wird die selbe Handlung in meinem Hirn zu einem Einheitsbrei vermanscht. Hörbücher schläfern mich ein. Die Geschichte wird farblos für mich, und das kann selbst ein Rufus Beck nicht ändern. Es ist nicht seine Stimme, die ich hören will, sondern die eigenen der Charaktere im Text. Ich beginne nach wenigen Minuten mich zu langweilen, sehne das Ende herbei (das ich beim Selberlesen längst erreicht hätte), lese mich mittendrin in etwas anderem fest, stehe auf und fange an aufzuräumen, verlasse den Raum… und vergesse irgendwann völlig, daß da im Hintergrund noch irgendwas vor sich hin redet. Ansonsten schlafe ich schlicht dabei ein.

Ich mag auch nicht live vorgelesen bekommen. Sobald ich selbst lesen konnte, empfand ich das nur noch als störend und zeitraubend. Dichterlesungen habe ich noch nie besucht und es zieht mich auch nichts dahin. Die Stimme eines Autors interessiert mich nicht; mich interessiert nur der Inhalt. Entgeht mir dadurch etwas? Ich glaube nicht. Der Weg ist nicht immer das Ziel. In diesem Fall jedenfalls ganz sicher nicht.


Frohes Neues Jahr!

Und wieder einmal ist es soweit - hinter der 20 steht eine neue Zahl und es wird zwei oder drei Wochen dauern, bis ich das intus habe. Nach einer Schlemmer-Party mit insgesamt zwei verschiedenen Fondues, vier Erwachsenen, vier Kindern (Gruß nach Norden! :o) ) und einem ganz unerwarteten Haufen Feuerwerk fehlt mir trotz allem das “Neues Jahr”-Gefühl. (Vielleicht ändert sich das ja, wenn ich die neuen Krankenkassenbeiträge auf der nächsten Gehaltsabrechnung sehe. ^^) Ich bin immer noch die selbe, Freuden und Probleme verschwinden nicht mit einem Kalenderblatt, und die Wäsche hat auch niemand über Nacht für mich gemacht. *g* Ein Jahresrückblick auf 2020 will mir nicht so richtig gelingen und Vorsätze für 2011 habe ich nicht - die kommen bei Bedarf wie immer ad hoc.

Aber für all diejenigen, für die Neujahr tatsächlich einen Beigeschmack von “Neuanfang” hat:
Frohes Neues Jahr Zweitausend… äh… Elf! grin

PS: Und wenn mir bitte noch jemand sagen könnte, warum beim Bleigießen nur Äxte und Spermien herauskamen…? *g*


Nach-Weihnachtsessen

Heute. Gleich. In der selben Besetzung wie an Heiligabend und mit diesem bewährten Menü: Mariniertes Lammfilet, Grilltomaten & Rosmarinkartoffeln

Das wird sicher lustig und lecker. grin


Frohe Weihnachten allerseits! :-)

image

Die Kinder sind glücklich beschert und in ihren Betten, die Eltern auf dem Heimweg und hier klingt jetzt der Abend aus.


Wehe, wenn sie losgelassen! ;-)

Vorher:
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Nachher:
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cool smile



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