“Wie geht das überhaupt?”

Wollte Kollege R. von mir wissen. Vollzeit arbeiten mit zwei Kindergartenkindern meinte er. Bitte sehr:

Vorabend: Ich dusche meistens unmittelbar nachdem ich Saskia und Tobias ins Bett gebracht habe. (Ansonsten eben direkt vor dem eigenen Zubettgehen) Lege dann alle Sachen für den nächsten Tag zurecht, erledige die Post und habe den Rest des Abends für mich. Gegen 22:30 Uhr ist Zapfenstreich. Zähne putzen und ab ins Bett.

Am Morgen,
05:30 Uhr: Ich stehe auf, wasche mir die Haare, ziehe mich an, mache mich zurecht, sortiere ggf. die Schmutzwäsche und stelle sie schon mal an die Treppe.
06:00 Uhr: Ich wecke die Kinder, helfe beim Zähneputzen.
06:15 Uhr: Die Kinder ziehen sich an und kämmen sich die Haare. Ich lüfte derweil die Obergeschosse durch, schnappe mir den Wäschekorb und gehe nach unten.
06:20 Uhr: Die Wäsche ist in der Maschine und der Timer auf 13:30 Uhr gestellt. Ich bereite die Brote und das Obst/Gemüse für die Kindergartenmahlzeiten und für mich selbst vor. Derweil lüftet auch das Erdgeschoss.
06:25 Uhr: Das Frühstück für die Kinder (meistens eine Schnitte Brot oder eine Banane oder ähnliches) steht auf dem Tisch, die Kinder kommen herunter zum Essen. Ich checke ihre Kleidung, schließe die Fenster, lösche alle Lichter in den Obergeschossen (wenn noch irgendwo Licht zu sehen ist, weiß ich so, daß auch noch ein Fenster offen sein muß) und werfe noch einen Blick auf den Speiseplan für den Abend, ob ich nach der Arbeit noch frische Zutaten besorgen muß. Meistens ist das nicht der Fall.
06:45 Uhr: Die Kinder sind mit dem Frühstück fertig, ich selbst frühstücke später im Büro.
06:50: Wir alle drei ziehen Jacken und Schuhe an, nehmen unsere Rucksäcke, steigen ins Auto und fahren los.
07:00: Ankunft und Abschied im Kindergarten. Ich fahre weiter ins Büro.
07:25: Ankunft im Büro.
14:00 Uhr: Abfahrt zum Kindergarten
14:25 Uhr: Ich sammle die Kinder im Kindergarten ein und wir fahren nach Hause.
14:35 Uhr: Nachmittagssnack für die Kinder. Obst und Kekse und dazu Wasser, Tee oder Saftschorle.
14:40 Uhr: Die Kinder gehen spielen (Garten oder Kinderzimmer), ich baue meinen Firmenlaptop auf, logge mich ins Firmennetz ein und arbeite weiter bis ca.
16:00 Uhr: Ab in den Keller, die Wäsche kommt in den Trockner bzw. wird bei Bedarf aufgehängt. Dann gemeinsames Spiel mit den Kindern, falls von diesen gewünscht. *g*
17:00 Uhr: Das Abendessen wird vorbereitet und gekocht. Die Kinder helfen so weit wie möglich beim Schneiden, Rühren etc.
18:00 Uhr: Abendessen
18:30 Uhr: Die Kinder werden geduscht
19:00 Uhr: Im Bademantel wird “Yakari”, “Nils Holgerson”, “Wickie” oder was auch immer geschaut, was nach dem Sandmännchen kommt.
19:25 Uhr: Zähneputzen und Geschichte 1 für Tobias, Geschichte 2 für Saskia
20:00 Uhr: Licht aus. Ich gehe meinerseits duschen und meine Sachen für den folgenden Tag richten. Inklusive Zusammenlegen und Wegräumen der inzwischen trockenen Wäsche. Danach: Freizeit bis 22:30 Uhr. Wobei alle 14 Tage zu “Dr. House” gebügelt wird.
wink

Das ist ein Standard-Tag im Hause Gerhardt. Natürlich kommt auch ab und zu Kinderbesuch oder eins meiner beiden ist irgendwo eingeladen. Da wird es dann um 18:00 abgeholt und der Rest der Planung wird daran angepaßt. Oder es werden nachmittags mal die Großelten in Soest besucht (unter der Woche allerdings eher selten) und ich arbeite stattdessen meine Restbürozeit nach dem Zubettgehen der Kinder nach. Meinem Arbeitgeber ist es zum Glück völlig egal, um welche Uhrzeit ich meinen Kram erledige. Einmal in der Woche wird auch nach der Arbeit nicht gespielt, sondern in allen Etagen wird durchgesaugt und gewischt. Bad und Küche werden jeweils nach Benutzung gereinigt, was natürlich auch das Aus- und Einräumen der Spülmaschine mit umfaßt.

Eine große Hilfe ist übrigens der Wochen-Essensplan. Unter der Woche wird für die Folgewoche festgelegt, welche Gerichte gekocht werden sollen. Samstag frühmorgens - vor dem großen Sturm auf die Supermärkte - wird dann alles Benötigte in einem Aufwasch eingekauft. So geht unter der Woche keine Zeit für Rennerei drauf, es sei denn, ich brauche leicht verderbliche Zutaten, die man nicht vorher kaufen und einfrieren kann oder die am Einkaufstag noch nicht erhältlich waren. Obendrein gibt es fast keine Reste, weil vorher schon klar ist, von welcher Zutat wieviel übrig bleiben wird. Also kann ich gleich ein entsprechendes Essen für einen der Folgetage einplanen.

Klar geht hier auch mal was völlig schief und der Tag gerät durcheinander. Aber im allgemeinen läuft’s rund.
grin


Podcasts und so

Als gestern ein Mitblogger einen Text in sein Blog stellte, den er zuvor an anderer Stelle als Podcast veröffentlich hatte, wurde mir klar, daß und warum ich hier noch nie einen Podcast eingestellt oder auch nur verlinkt habe: Ich höre sie mir gar nicht erst an, blende sie aus meinem Web-Konsum fast völlig aus. Dito für viele Videos. Sie sind mir zu lahm. Ich mag lieber die Textversion, denn die habe ich um ein Vielfaches schneller gelesen als irgendjemand das je vortragen könnte.

Dabei geht es mir gar nicht um die Geschwindigkeit an sich. Die ist schlicht gegeben und macht somit die Alternativen unattraktiv. Ich lese eben so schnell, schon seit meiner Kindheit. Das ändert aber nichts an Genuß oder Verständnis. Im Gegenteil: Wenn ich selber lese, paßt in jedem Fall die Betonung, und jede Person im Text bekommt in meinem Kopf eine eigene Stimme. Da läuft ein regelrechter Spielfilm vor meinen Augen ab. Liest oder trägt aber jemand vor, dann wird die selbe Handlung in meinem Hirn zu einem Einheitsbrei vermanscht. Hörbücher schläfern mich ein. Die Geschichte wird farblos für mich, und das kann selbst ein Rufus Beck nicht ändern. Es ist nicht seine Stimme, die ich hören will, sondern die eigenen der Charaktere im Text. Ich beginne nach wenigen Minuten mich zu langweilen, sehne das Ende herbei (das ich beim Selberlesen längst erreicht hätte), lese mich mittendrin in etwas anderem fest, stehe auf und fange an aufzuräumen, verlasse den Raum… und vergesse irgendwann völlig, daß da im Hintergrund noch irgendwas vor sich hin redet. Ansonsten schlafe ich schlicht dabei ein.

Ich mag auch nicht live vorgelesen bekommen. Sobald ich selbst lesen konnte, empfand ich das nur noch als störend und zeitraubend. Dichterlesungen habe ich noch nie besucht und es zieht mich auch nichts dahin. Die Stimme eines Autors interessiert mich nicht; mich interessiert nur der Inhalt. Entgeht mir dadurch etwas? Ich glaube nicht. Der Weg ist nicht immer das Ziel. In diesem Fall jedenfalls ganz sicher nicht.


Frohes Neues Jahr!

Und wieder einmal ist es soweit - hinter der 20 steht eine neue Zahl und es wird zwei oder drei Wochen dauern, bis ich das intus habe. Nach einer Schlemmer-Party mit insgesamt zwei verschiedenen Fondues, vier Erwachsenen, vier Kindern (Gruß nach Norden! :o) ) und einem ganz unerwarteten Haufen Feuerwerk fehlt mir trotz allem das “Neues Jahr”-Gefühl. (Vielleicht ändert sich das ja, wenn ich die neuen Krankenkassenbeiträge auf der nächsten Gehaltsabrechnung sehe. ^^) Ich bin immer noch die selbe, Freuden und Probleme verschwinden nicht mit einem Kalenderblatt, und die Wäsche hat auch niemand über Nacht für mich gemacht. *g* Ein Jahresrückblick auf 2020 will mir nicht so richtig gelingen und Vorsätze für 2011 habe ich nicht - die kommen bei Bedarf wie immer ad hoc.

Aber für all diejenigen, für die Neujahr tatsächlich einen Beigeschmack von “Neuanfang” hat:
Frohes Neues Jahr Zweitausend… äh… Elf! grin

PS: Und wenn mir bitte noch jemand sagen könnte, warum beim Bleigießen nur Äxte und Spermien herauskamen…? *g*


Nach-Weihnachtsessen

Heute. Gleich. In der selben Besetzung wie an Heiligabend und mit diesem bewährten Menü: Mariniertes Lammfilet, Grilltomaten & Rosmarinkartoffeln

Das wird sicher lustig und lecker. grin


Frohe Weihnachten allerseits! :-)

image

Die Kinder sind glücklich beschert und in ihren Betten, die Eltern auf dem Heimweg und hier klingt jetzt der Abend aus.


Wehe, wenn sie losgelassen! ;-)

Vorher:
Vorher

Nachher:
Nachher

cool smile


Lebender Adventskalender

Von den vielen Adventskalendern hat mir dieses Jahr dieser hier am besten gefallen. Statt Türchen zu öffnen, werden Fenster dekoriert. Jeden Tag ist eine andere Familie im Ort dran, schmückt und beleuchtet das Fenster und reicht evtl. ein heißes Getränk oder ähnliches. Dazu wird gesungen und/oder vorgelesen. Am Wochenende waren nun also Ruth & Co. an der Reihe und wir 4 Gerhardts durften auch dabei sein. Die Atmosphäre war eine schöne Mischung aus Lagerfeuerromantik und Weihnachtsstimmung, nur leider hatten sowohl Marc als auch ich unsere Kameras vergessen. (Dafür nahmen wir aber um so mehr “Raucharoma” mit nach Hause. *g*)

Schön war’s bei Euch! grin


Weihnachtsoverkill

Am Sonntag fand in der hiesigen Gemeinde der obligatorische Adventsgottesdienst *) mit den Kindergartenkindern statt, inklusive anschließendem Kaffeetrinken. Und wenn ich ehrlich bin, bin ich heilfroh, daß damit der letzte Kindergarten-Weihnachtstermin endlich abgehakt ist. Von vier Adventswochenenden war an dreien irgendeine Kindergartenaktion geplant - zum Teil erst wenige Tage voher angekündigt. Singen auf dem Weihnachtsmarkt, Singen im Altenheim, Singen in der Kirche… Ich muß gestehen, bei aller Bewunderung für das Engagement der Erzieherinnen finde ich das derart gehäuft deutlich zuviel. Gerade in einer Zeit, in der man ja eh schon genügend Verpflichtungen hat und schließlich auch mal einen ruhigen Sonntag mit der Familie oder mit Freunden verbringen möchte. Noch dazu so kurz nach der üblichen St.-Martin-Bastelei und -Lauferei. Jedes Event für sich genommen mag ja ganz nett sein, und um die Kinder nicht zu enttäuschen, geht man halt in Spaghettimonsters Namen hin. Aber in dieser Konzentration ist es irgendwann reichlich nervig. Wie das alles funktionieren soll, wenn Saskia nächstes Jahr in der Schule ist und auch dort noch Feiern stattfinden, ist mir ein Rätsel. Da werden wir dann wohl radikal nach Wichtigkeit “aussieben” (müssen) und der Fairness halber pro Kind nur noch eine Veranstaltung besuchen.

Überhaupt stelle ich mehr und mehr fest, daß ich eher eine “Wissens-Mutter” denn eine “Bastel-Mama” bin. Wenn ich meinen Kindern Fragen beantworten, vorlesen, Dinge erklären kann, fühle ich mich wesentlich mehr in meinem Element als bei Basteleien, Backen, Singen & Co. Logisch, sowas mache ich bei Bedarf natürlich auch, zumindest mit meinen eigenen beiden. Bei entsprechenden Massenveranstaltungen mit vielen Kindern komme ich mir jedoch - um es mal mit Daniel Goedevert zu sagen - immer vor, wie ein Vogel im Aquarium.

Entsprechend sieht mein Engagement im Kindergarten auch aus: Es ist quasi nicht existent; es ist eine Welt, die mir trotz meiner eigenen Kinder irgendwie doch immer fremd ist und bleiben wird. Es gelingt mir partout nicht, das Ganze mit mehr als distanziert-verhaltenem Interesse zu betrachten. In der Schule hingegen kann ich mir schon eher vorstellen, Teil des Elternrates zu sein. Während Marc sich im vergangenen Jahr gerne im Kindergarten eingebracht hat, wird die Schule wohl “mein” Ding werden. Solange nur bitte niemand von mir gesteigerten Enthusiasmus für Weihnachtsfeiern verlangt…

———-
*) Alle Anwesenden sollten nach Anleitung des Pfarrers einen sechszackigen Stern auf ein rundes Stück Papier malen. “Runter, rüber, rechts und quer - Sterne malen ist nicht schwer” oder so ähnlich. Ich hatte jedenfalls am Ende trotz aller Mühen ein Pentagramm auf dem Blatt… *g*


Advent, Advent, ein Lichtlein brennt

Lustig, wenn man über Umwege erfährt, daß eine andere Kindergartenmutter Autorin eines Blogs ist, über das man hie und da sogar schon gestolpert war - ohne zu ahnen, wer dahintersteckt. ^^ (Einen Online-Shop für Babysachen hat Claudia übrigens auch.)

Ansonsten stand das Wochenende ganz im Zeichen von Weihnachten. Am Samstag mußten unsere beiden Lütten mit ihren Kindergartenkollegen ein paar Liedchen auf dem Stadtteilweihnachtsmarkt singen. Saskia war wie immer mit Enthusiasmus dabei, Tobias sang zwar mit, schien sich jedoch reichlich deplaziert vorzukommen - ganz mein Sohn eben. *g* Als bei der zweiten Strophe einer der Hunde im Publikum ganz jämmerlich anfing zu jaulen, wurde die Veranstaltung unfreiwillig komisch, aber der Sangesfreude des Chores tat das zum Glück keinen Abbruch. *g*

Nachmittags habe ich noch ein paar Pakete mit Geschenken von der Post abgeholt (*wink* zu Ruth und nochmal tausend Dank für den tollen Adventskalender!), und heute waren wir alle vier auf dem großen Weihnachtsmarkt in der Innenstadt. Glühwein (nur für den Großen, versteht sich) Lebkuchenherzen, Waffeln und vor allem Ponyreiten ließen die Herzen höher schlagen. Schön war’s! grin Und nun sitze ich hier mit meinem Adventskranz und könnte doch die selbstgebackenen Plätzchen gebrauchen, die mir zwar zugedacht waren, aber eben leider noch “drüben” stehen. Tja. Dann eben morgen. grin


Aufräumarbeiten

Wo andere Leute mit der sich nähernden Weihnachtszeit der Drang überfällt, sich in jedes Regal und auf jeden Mauervorsprung Nippes zu stellen, bin ich so ziemlich das unsentimentale Gegenteil.Kurz vor Ende des Jahres (manchmal auch mehrfach pro Jahr) drängt es mich zu Aufräum- und Entrümpelungsarbeiten. Ich mag dezente Deko, aber ich schmeiße rigoros weg, was ich ein Jahr lang nicht benutzt habe oder wo schon absehbar ist, daß es keinen Zweck mehr erfüllen wird. Aus dem Vorratsschrank fliegt alles raus, was das Haltbarkeitsdatum überschritten hat; aus dem Kleiderschrank alles, was ich in diesem Jahr nicht getragen habe. Garage, Keller, Aktenordner, Stromversorger, Gaslieferant, Versicherungen, Mitgliedschaften, Abonnements, Festplatten, Mailboxen, Bookmarks, Blogroll - alles wird geprüft, sortiert und entrümpelt. Und so darf ich jetzt verkünden: Ich habe fertig. (OK, den Sperrmüll muß ich noch bestellen.)

Mein Entrümpelungshelfer des Jahres war heuer übrigens die Firma Verivox mit ihren ausgesprochen hilfreichen Online-Tarifvergleichen für Strom, Gas, Handy, Festnetz und dergleichen mehr. Den Anbieterwechsel kann man da auch gleich anleiern. Innerhalb von 14 Tagen ist dann alles unter Dach und Fach. Dank der Mithilfe von Verivox werde ich 2011 bei Strom und Gas etwas über 500 Euro einsparen.

In diesem Sinne: Wünsche allerseits eine schöne Vorweihnachtszeit!
Und guckt doch vielleicht mal in die entrümpelte Blogroll rein. Der Jens Bertrams ist da nämlich neu. grin



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