Man stelle sich vor…

... ein Staat etabliert eine Kommission, ordnet sie einem Ministerium zu und muß dann feststellen, daß eine wichtige Empfehlung dieser staatlichen Kommission unterlaufen und das damit verbundene Ziel sabotiert wird. Und zwar nicht von irgendwelchen privaten Gegnern, sondern von Vertretern anderer, eigener Staatsorgane. Absurd? In der Tat. Aber durchaus Realität:

=> “wenn behörden esoterisch werden


Parkplatzprobleme

Der große Parkplatz auf der Ostseite von Saskias Schule wurde bisher als Elternparkplatz benutzt. Da jedoch der angrenzende Flußlauf der Emscher jetzt renaturiert werden soll, wurde kurz vor Weihnachten ein absolutes Parkverbot für diesen Platz erteilt. Als Ersatz wurde die Zufahrt über den kleineren Lehrerparkplatz an der Nordseite zur Verfügung gestellt.

Eine ganze Reihe von Eltern hielt sich schlicht nicht an dieses Verbot. Es standen nur wenige Baumaschinen herum, und es war auch nur ein kleines Areal überhaupt abgezäunt. Also standen zu Schulbeginn und -schluß noch fast genauso viele Autos dort wie vor dem Parkverbot.

Andere Eltern hingegen benutzten durchaus die alternative Zufahrt an der Nordseite der Schule. Allerdings dergestalt, daß dabei ein Kind sich nur noch durch einen Hechtsprung auf den Grünstreifen vor dem Überfahrenwerden retten konnte und einem anderen das Waveboard zu Schrott gefahren wurde.

Seitens der Schule folgte daraufhin eine geharnischte schriftliche Predigt der Rektorin. Zitat:

„Es darf einfach nicht sein, dass die Bequemlichkeit einiger Kinder oder die falsch verstandene Verantwortung der Eltern andere gefährdet oder gar anderen Schaden zufügt! Die Selbständigkeit und Beweglichkeit Ihres Kindes wird weitaus stärker gefördert, wenn Sie es zu Fuß in die Schule gehen lassen. Falls Sie Ihr Kind für unfähig halten, den Schulweg fußläufig zu meistern, lassen Sie es bitte an der Straße aussteigen und den Tornister alleine tragen und fahren umgehend weiter.“

Wie es auf dem kleinen Parkplatz nun momentan aussieht, weiß ich nicht genau. Auf dem großen Parkplatz stehen jetzt allerdings eine ganze Menge Baumaschinen. Frei ist eigentlich nur noch der letzte Zipfel des Platzes, ganz hinten in Richtung Schulgebäude.

Und um genau dort hin gelangen zu können, benutzen einige der treusorgenden Eltern nun einfach…

... den Fußweg.


Liebe Leseratten,

es kommt doch sicher ab und zu mal vor, daß euch ein Buch inhaltlich oder stilistisch (oder beides) so derart gegen den Strich geht, daß ihr es nach einer Weile beiseite legt und nicht mehr weiterlest? Falls ihr über diese Erfahrung bloggen wollt, hat der Autor John Asht große Neuigkeiten für euch: Ihr seid unwürdig! Einfach so und ohne seine Erlaubnis eine Meinung haben? Und die auch noch äußern? Ja wo kämen wir denn da hin!? Sowas dürfen nur echte Literaturkritiker! Und auch die nur dann, wenn sie das Buch komplett gelesen haben, die Rezension in einem Print-Medium erscheint (einige gibt’s ja erstaunlicherweise tatsächlich noch)  und… natürlich wohlwollend ausfällt.

Doch wehe, wenn ihr euer Mißfallen bloggt. Dann habt ihr vielleicht bald einen Anwalt an der Backe, zumindest aber einen Verleger, der euch mal die Welt erklärt, jaaaha! Denn Mißfallen, und dann auch noch in einem privaten Blog geäußert, kann ja nur bedeuten, daß ihr euch mit irgendwelchen kriminellen Subjekten verschworen habt, um dem Autor eins auszuwischen und sein Buch vom Markt zu fegen, jawohl!

Ihr wußtet noch gar nicht, daß ihr und euer kleines Blog so mächtig seid?
Dann fragt mal Barbra Streisand. ^^

Sehen wir es Herrn Asht nach, daß er nicht mit der deutschen Verfassung und dem Paragraphen zur Meinungsfreiheit vertraut ist. Wahrscheinlich ist er so viel mit Schreiben beschäftigt, daß für die politische Bildung nicht mehr viel Zeit bleibt. Aber wir merken uns auf alle Fälle: John Asht schreibt nur für echte Literaturkritiker, die auch was in der Zeitung erzählen dürfen. Alle anderen sind eh zu doof. Blogger wie wir sowieso.

Aber kaufen sollen wir seine Bücher natürlich trotzdem. Denn von dem bißchen Umsatz, den die paar Figuren generieren, denen er eine Meinungsäußerung zugesteht, könnte er nicht leben. Oft genug kriegen die ihre Exemplare ja auch noch gratis.

Pecunia non olet. Soviel weiß er ja nun doch, der Herr Asht.

Noch Fragen? ^^


Wenig überraschend

Der Oberbürgermeister der Stadt Dortmund (SPD) stellt sich in seinem Antwortschreiben bzgl. der Beitragsbefreiung im letzten Kindergartenjahr offen gegen den erklärten Willen der rot-grünen Landesregierung bzw. vor die familienfeindlichen Entscheidungen der Stadt:

Gerhardt-Schreiben.pdf

Vgl. Link 1, Link 2, Link 3.

Komisch nur, daß andere Städte das durchaus auf die Reihe bekommen, obwohl ihre Satzungen fast wortgleich gestrickt sind. Aber da ist das Haushaltsloch vermutlich kleiner. Also spart man hier bei denjenigen, die sich am wenigsten wehren können. Herzlichen Glückwunsch.


Preisfrage:

Was ist der Unterschied zwischen einem deutschen Familienkind und einem deutschen Heimkind?

Antwort: Ein Familienkind darf sein selbstverdientes Geld behalten:

http://www.n-tv.de/panorama/Muenchen-zockt-Heimkinder-ab-article4349341.html


Scylla vs. Charybdis

Kurze Zusammenfassung einer Problematik, die vielen Arbeitnehmern nicht klar zu sein scheint:

Ein Arbeitnehmer, der z.B. durch Lohnverzicht oder was auch immer zu erkennen gibt, daß er über die wirtschaftlich schlechte Lage seines Arbeitgebers informiert ist, kann bei Insolvenz des Unternehmens dazu verdonnert werden, bis zu drei Monatsgehälter zurückzuzahlen.

Daraus folgt, daß er im Grunde am besten seine eigene Haut rettet, so schnell und so lange es noch geht. Sprich: Kündigen, sobald man von den Schwierigkeiten erfährt und hoffen, daß es bis zur tatsächlichen Insolvenz dann noch ein paar Monate dauert. Die Kündigung wiederum hat allerdings eventuell eine Sperrfrist bei der ARGE zur Folge.

Herzlichen Glückwunsch. Das nennt man wohl einen klassischen Catch 22.


Mir scheint…

... die Kirchen legen es mit ihrem neuentdeckten Fundamentalismus regelrecht drauf an, sich selbst zu eliminieren. Da kann man doch nur noch austreten. (Wenn man nicht eh schon draußen wäre.)

Mit dem Werbespruch „Die schönsten Geschenke fürs Hasenfest“ wirbt die Thalia-Buchhandlung prominent im Eingangsbereich. Der Schriftzug ist auf einem bunten Osterei drapiert und auf einem Plakat, das als Motiv ein als Hase verkleidetes Kind zeigt. Eine Etage höher, in der Theologie-Abteilung, verkauft die Buchhandlung das neue Papst-Buch. Der Begriff „Ostern“ kommt in der Werbung gar nicht vor.
„Das ist abscheulich“
Die münstersche Pfarrerin Dr. Erika Schweizer ist empört. „Mich ärgert es, dass das Wort ,Ostern‘ einfach unterschlagen wird. Das Wort ,Hasenfest‘ gibt es nicht, das ist abscheulich, anbiedernd und gedankenlos“, sagt Schweizer, die als Seelsorgerin in den LWL-Kliniken arbeitet. Sie beklagt eine Banalisierung des „ursprünglichsten Fests“ der Christen und einen Sprachverfall.

Quelle: http://www.muensterschezeitung.de/

Es ist, bedünkt es mich, mal an der Zeit, sich an die eigentlichen Wurzeln des Frühlingsfestes(!!!), an die germanische Fruchtbarkeitsgötting Ostara(!!!) und deren uralten Symbole (Hase und Ei - na sowas!) zu erinnern. => Hier entlang bitte!

Erst die alten Feste für die eigenen Dogmen kapern, dann so tun, als hätte man sie selbst erfunden und zum Schluß alle Hinweise auf den Ursprung unterdrücken wollen - dagegen sind Guttenberg und Hegemann die reinsten Waisenknaben.

(Via Dierk Haasis)

Nachtrag: In Bonn wird auch gemeckert: http://www.derwesten.de/staedte/hagen/Die-Kirche-ist-empoert-Thalia-macht-Oster-zu-Hasenfest-id4558800.html


Friseurbesuch mit Ekelfaktor

Ich gebe ja zu, daß schmatzende und gar noch sabbernde Menschen eins der Dinge sind, die mich wahnsinnig schnell auf die Palme bringen, weil ich das absolut widerlich finde. Wie ich heute erleben durfte, geht es aber nicht nur mir so, sondern zumindest auch der Friseurin, die heute Tobias’ Haare geschnitten hat. Vor Tobias war nämlich ein kleines Mädchen an der Reihe, ca. so alt wie mein Sohn (4,5 Jahre) und augenscheinlich im Vollbesitz ihrer körperlichen und geistigen Kräfte. Ihre Mutter hatte ihr während der Wartezeit einen Kaugummi verabreicht, welchen das Kind von da an hingebungsvoll und vor allem geräuschintensiv durchkaute. Mit grundsätzlich und permanent geöffnetem Mund und wie zu einem Grinsen rundum hochgezogenen Lippen, so daß man freie Sicht bis zu den Mandeln hatte.

Dann kam die Kurze an die Reihe und wurde auf den Frisierstuhl verfrachtet. Direkt neben Saskia, Tobias & mir auf der Wartebank. Die Friseurin begann ihr Werk. Man sah regelrecht, wie sie ihren Kopf so weit es nur ging nach hinten renkte, um der ekelhaften Geräuschquelle möglichst zu entgehen. Zwei Minuten später entfuhr ihr mit säuerlichem Lächeln ein “Du schmatzt ja ganz schön!” Die Mutter der Kleinen lächelte verbindlich-wohlwollend. Dann fiel der Kaugummi samt Spuckefaden während des Haareschneidens aus dem Mund des Mädchens. Auf den Frisierumhang. Die Mutter klaubte ihn auf & schob ihn mit kokettem Kichern zurück in die (nun erwartungsvoll) geöffnete Futterluke ihrer Tochter. Die Friseurin schluckte und murmelte: “Ach, und ich dachte, das Schmatzen wäre vorbei…” Die Mutter lachte amüsiert auf. Haha…

Saskia wandte sich währenddessen an mich und meinte laut: “Schmatzen ist eklig, Mama! Warum macht das Mädchen das? Kann die nicht essen?” Die Mutter fuhr blitzartig herum und betrachete meine Tochter mißbilligend. Offensichtlich vollkommen merkbefreit.

Die Friseurin versuchte ein Grinsen zu unterdrücken. Ich nicht… ^^


Frechheit siegt?

Bei Herrn Michael Hoffmann, seines Zeichens Fraktionsvorsitzender der SPD in Unna, bin ich mir nicht sicher, ob es die Kälte war, die ihm nicht bekommen ist, oder ob seine Fahrradfahrt durch ein Schlagloch Folgen hatte. Oder eventuell einfach nur sein Amt.

Der gute Mann schlägt allen Ernstes vor, wenn die Bürger wieder heile Straßen haben wollten, dann sollen sie doch einfach die Schlaglöcher im Stadtgebiet für 50 Teuro “kaufen”. Herr Hoffman appelliert - ganz SPDler - an den Gemeinsinn und die Tatkraft seiner Bürger:

„Es wird darüber geredet und oft auch gemeckert“, so Michael Hoffmann. „Mit der Schlagloch-Aktion hätte jeder Bürger Gelegenheit, nicht nur zu reden, sondern seine Heimatstadt aktiv finanziell zu unterstützen.“

Hmmm… Es könnte ja sein, daß ich durch mein Studium vorgeschädigt bin, aber unter “kaufen” verstehe ich eigentlich, daß mir für mein Geld ein Gegenwert geboten wird, den ich vorher noch nicht mein eigen nennen konnte. Nun mag manch einer argumentieren, eine wiederhergestellte Asphaltdecke sei ja schließlich ein nicht zu verachtendes Gut. Vor allem in Hinblick auf die Lebensdauer des Fahrwerks meines Autos. Aber wenn mich nicht alles täuscht, sind Straßenreparaturen doch eigentlich bereits durch Steuergelder abgedeckt, oder hat sich dieser Bereich neben der Rente- und der angestrebten privaten Pflegeversicherung auch schon aus dem Verantwortungsgebiet des Staates bzw. der Stadt verabschiedet? So wie die Renovierung vieler Klassenräume in NRWs Schulen ja auch längst nur noch in Elterninitiative betrieben wird, vielleicht? Ich möchte ja nicht ausschließen, daß ich da etwas nicht mitbekommen habe. Vielleicht sollte ich mal googeln. Eventuell müssen die Bürger ja demnächst auch die Reinigung der öffentlichen Gebäude nochmal extra blechen (50 Euro pro Klinkerstein? Reicht das?), die Pflanzen für die Grünanlagen bezahlen (und am besten auch noch selbst einbuddeln) oder in kaputte Straßenlaternen selbst neue Leuchtstoffröhren einschrauben?

Aber pragmatisch wie ich bin, habe ich einen Gegenvorschlag für Herrn Hoffmann: Unna macht die Erhöhung der Bezüge der Mitglieder des Aufsichtsrates der Wirtschaftsbetriebe der Stadt rückgängig und finanziert die Reparatur der Schlaglöcher aus diesem Topf. Wenigstens zum Teil? Nein? Schade. Aber auch nicht überraschend.


Overkill

Vorweg: Sorry, ich habe keine Lust, die ganzen genannten Dienste in diesem Blogeintrag mit den passenden Links zu versehen. Sucht sie Euch bitte selber raus.

Bisher dachte ich eigentlich, mich trotz meines verhältnismäßig hohen Alters zur Web-Generation zählen zu können. Ich habe schon vor der Jahrtausendwende mit Melody auf ICQ gechattet - noch bevor der Typ mit dem roten Plüschrest auf dem Kopf wußte, wie man eine Mailadresse einrichtet. (Zu dem Zeitpunkt besaß ich schon meine erste eigene Domain…) Ich habe mit Word unter Win 3.11 herumgespielt und mir aus den generierten Dokumenten HTML beigebracht, als hinter Netscape noch ein 2.x stand. Ich habe Webseiten gebastelt, noch bevor ich meinen ersten eigenen Fernseher besaß. Foren eingerichtet, betreut und Hacks dafür geschrieben. Schreibe seit fast 10 Jahren Internet-Tagebuch bzw. Blog, habe Accounts auf Xing, Facebook, Wer-kennt-wen und weiß der Geier, wo nicht noch alles. Technisch und intellektuell alles kein Problem.

Aber soll ich Euch was sagen? Ich bin’s leid. Ich bin es leid, zehn verschiedene Seiten ansurfen zu müssen, um über auch nur einen einzelnen Menschen auf dem Laufenden zu bleiben. Nun steht auch noch zu befürchten, daß das nette Netzwerk, das ich mir auf Twitter aufgebaut habe, schon wieder zerbröseln wird und ich mir die Einzelteile demnächst auf Google-Wave wieder zusammensuchen muß. Einem Dienst, der sowieso erst weiß-gott-wann überhaupt Normalsterblichen zur Verfügung stehen wird.

Ich bin es so verdammt leid, überall immer wieder von vorne anfangen zu müssen. Ich bin so müde. Irgendwie auch menschenmüde.



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