Die liebe Post mal wieder
Bei der Deutschen Post AG hat man wohl nur die Wahl zwischen Scylla und Charybdis, wie’s aussieht. Entweder opfert man den heiligen Samstagmorgenschlaf und öffnet die Tür um 8 Uhr, um ein Päckchen entgegenzunehmen (von dem man schon seit Monaten glaubte, es sei verloren gegangen!), oder aber man fischt 3 Stunden später eine von diesen orangefarbenen Karten aus dem Briefkasten, um das Päckchen am “nächsten Arbeitstag, heute jedoch nicht!” an irgendeinem Postamt in irgendeiner fernen Galaxie persönlich abzuholen. Und dann hat man noch genug damit zu tun, dort nach der Arbeit noch rechtzeitig anzukommen. Laßt mal den Zug in Düsseldorf schon verspätet abfahren & sich dann wegen einer der neuerdings so zahlreichen Selbstmorde auf dem deutschen Streckennetz noch weiter verspäten. Wer nicht täglich mit dem Zug zur Arbeit fährt, glaubt es wohl kaum, aber Verspätungen von einer halben Stunde und mehr sind selbst im Regionalverkehr keine Seltenheit, sondern vielmehr an der Tagesordnung. Ehe man sich’s versieht, ist das Päckchen schon wieder auf dem Weg zurück zum Absender. Ist mir schon passiert. “Und warum nehmen denn Ihre Nachbarn solche Sendungen nicht entgegen?”, wurde ich vom Schalterbeamten damals vorwurfsvoll gefragt. Weil die ebenfalls berufstätig sind, stellen Sie sich das mal vor! Ganz so exotisch ist dieser Zustand nämlich nun auch wieder nicht, trotz der hohen Arbeitslosenzahlen in Deutschland! *grummel*
Wieviele Single-Haushalte gibt es mittlerweile hierzulande? Ich weiß den prozentualen Anteil nicht mehr genau, aber er liegt, glaube ich, im bundesdeutschen Schnitt bei ca. 50 % und wächst auf jeden Fall rapide! Dazu kommt noch, daß es auch immer mehr Lebensgemeinschaften gibt, in denen beide Partner arbeiten und die daher mit Päckchen et alii exakt das gleiche Problem haben. Irgendwann wird sich auch der Dienstleistungssektor drauf einstellen müssen. Oder aber zumindest damit rechnen, daß es Firmen geben wird, die eventuell genau diese Probleme berücksichtigen und z. B. abends ausliefern. (Hmmmmm… Wie würde ich eine solche Firma nennen? “NOT - NightOnTime” vielleicht? “NOT” wäre jedenfalls auch nicht schlimmer als das einen Ausrutscher suggerierende “UPS”. *g*) Auf jeden Fall wäre ich durchaus bereit, für einen solchen Service ein erkleckliches Sümmchen mehr zu zahlen.
Naja, egal. Wenden wir uns wieder erfreulicheren Dingen zu. Wie zum Beispiel der Tatsache, daß ich es letzte Woche doch noch geschafft habe, in Düsseldorf einen dieser hübschen Schals mit New-York-Motiv zu ergattern. Zarter, durchsichtiger cremefarbener Chiffon, ca. 40 cm breit, in rot umrandet und in Grautönen mit Freiheitsstatue und Manhattanphoto bedruckt. Fast sollte man sich das Ding wie eine japanische Zeichnung an die Wand hängen - ist eigentlich zu schön zum Verknoten und Verknautschen. Im allgemeinen kaufe ich überhaupt nicht gerne Klamotten (vor allem die nicht, die man anprobieren muß), aber bei diesem Schal konnte ich nicht widerstehen. Muß wohl der New-York-Freak in mir sein. Ich liebe diese Stadt einfach. Selbst in einem kompletten Leben könnte man wohl nie alles sehen, was sie anzubieten hat. Alles ist in Bewegung, alles verändert sich ständig, und was man dort nicht finden kann, findet man wohl nirgendwo. Jedes Jahr bin ich drei- bis viermal dort, und jedesmal will ich eigentlich gar nicht mehr gehen.
Gestern abend war ich noch mit S. Eisessen in der Innenstadt (bitte meine Chatfreunde um Verzeihung, aber der Abend war für PC & Co. einfach zu schön!). Auf dem Weg nach Hause wurde ich dann prompt von irgendeinem Spinner angequatscht, der irgendetwas über Computer auf einem Hochhausdach(!) wissen wollte. Sämtliche männlichen Vorurteile gegenüber der holden Weiblichkeit schamlos ausnutzend, habe ich dreist behauptet, von Computern absolut keine Ahnung zu haben. *g* Daraufhin hat der gute Mann zwar von diesem Thema abgelassen, wollte aber gleich mit einem anderen beginnen. Ich konnte ihm allerdings dann doch ausweichen, indem ich einfach weitergelaufen bin. Die ganze Angelegenheit war eigentlich gar nicht weiter schlimm - auf Spinner trifft man immer wieder, und der von gestern war harmlos. Interessant war nur, daß ein anderer Passant tatsächlich stehengeblieben ist und abwechselnd mich und diesen verrückten Typen immer wieder angeschaut hat. Offensichtlich wäre er sofort eingeschritten, wenn unser Spinner zudringlicher oder aggressiv geworden wäre. Finde ich beachtlich, damit rechnet man ja eigentlich schon gar nicht mehr. Wer Sie auch sind: Danke schön!
Ein dickes Danke Schön geht übrigens auch an Ilona, die mich so herzlich im Wellenbrecher willkommen geheißen und auch als Erste in mein Gästebuch geschrieben hat! Scheint ja ein wirklich lieber “Club” zu sein, der “Wellenbrecher”! :o)
So, das war’s für’s Erste. Vielleicht schreibe ich später noch ein bißchen was, aber im Moment gibt es noch viel zu tun. (Fangt schon mal an! ;o) )
Na, da habe ich ja heute mal wieder einiges dazugelernt… Wenn mein Verliebtsein nicht erwidert wird, dann ist es weniger wert. Dann kann man das Verliebtsein in A und das Verliebstein in B mal eben schnell zu einem einzigen Verliebtsein AB zusammenrechnen. Sehr mathematisch, aber kann mir bitte schön mal jemand die Logik dahinter erklären? Habe ich mich da mit einem Sophisten unterhalten? So nach dem Motto: Wenn mich keiner sieht, bin ich auch nicht vorhanden? Oder mit Descartes: Wenn ich einen anderen sehe, kann ich noch lange nicht sicher sein, daß das real ist? Interessante Philosophie. Und außerdem tut sie weh.
Was ich da verstanden habe, lieber P., ist doch im Prinzip, daß ich von Liebe und Verliebtsein angeblich keine Ahnung habe, oder? Na prima. Der eine verlobt sich mit einer anderen, während ich in Deutschland noch denke, wir seien ein Paar. Da wurde es wohl auch nicht erwidert. Der Nächste ist nur in die Idee verliebt, endlich eine Verlobte zu haben, aber nicht in mich. Mein Verliebtsein ist also noch nie wirklich erwidert worden. Und trotzdem traue ich mich immer wieder, einen neuen Anfang zu wollen und zu wagen. Trotzdem gehe ich immer wieder das Risiko ein, verletzt zu werden, weil ein neuer Mensch es mir wert erscheint. Schon klar: Ich habe von Liebe folglich überhaupt keine Ahnung.
Schönen Tag noch allerseits.
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