Medizinische Sicherheit für Kinder (MSK) - Petitionsentwurf

www.msk-petition.de
Die Petition wurde nun unter der Nummer 10684 eingereicht. Einige Sätze mußten leicht gekürzt werden, da eine geringfügig kleinere Anzahl von Zeichen zur Verfügung stand als der ursprüngliche Text benötigt hätte. Ich denke aber, die Kürzungen sind noch im vertretbaren Rahmen und ändern nichts an Inhalt, Umfang und Begründung der Petition.

Nochmals herzlichen Dank an Euch alle für Eure Mithilfe! grin Ich werde es natürlich umgehend bekanntgeben, sobald die Petition vom Ausschuß für die Mitzeichnung freigeschaltet ist.
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Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass das Heilpraktikergesetz um folgenden Satz bzw. sinngemäß wie folgt ergänzt wird: “Die Erlaubnis nach § 1 berechtigt nicht zur Ausübung der Heilkunde an Schwangeren, Minderjährigen und Betreuten.”


Begründung:
Eine wachsende Anzahl von Eltern läßt ihre Kinder selbst bei anhaltenden starken Beschwerden von Laienmedizinern wie z. B. Heilpraktikern behandeln. Minderjährige, insbesondere Säuglinge und kleinere Kinder, sind dabei ihren Eltern und deren Entscheidungen ausgeliefert und haben selbst keine Möglichkeit, die Risiken einer Behandlung durch Laien abzuwägen oder eine solche abzulehnen.

Laienmediziner durchlaufen jedoch in Deutschland keine gesetzlich geregelte Ausbildung - eine Tatsache, die die Bundesärztekammer bereits mehrfach beanstandet hat. Die von Laienmedizinern absolvierten Tests unterliegen bzgl. Umfang, Themenauswahl u. Schwierigkeitsgrad zudem keinerlei Prüfungsordnung. Spezielle Krankheitslehre muss nicht explizit nachgewiesen werden. Der Wissensstand variiert also stark und kommt in keinem Fall einem vollständigen Medizinstudium auch nur annähernd nahe. Die Fähigkeit der Laienmediziner, Erkrankungen ebenso akkurat und rechtzeitig einzuschätzen und zu behandeln wie ein approbierter Arzt, ist also nicht gewährleistet. Nicht nur müssen Kinder daher oft unnötig lange unnötig heftige Schmerzen erleiden, sondern es besteht auch das Risiko, daß bei zu lange hinausgezögerter echter Behandlung ein Notfall eintritt, der im Extemfall lebensbedrohlich ist und/oder langfristige Beeinträchtigungen des Kindes nach sich zieht. Darüber hinaus werden Laienmediziner in Schadensfällen auch als Laien zur Verantwortung gezogen. Das heißt, sie haften für Fehler bei weitem nicht im selben Umfang wie ein Arzt. Ihnen die medizinische Behandlung von Kindern in der Entwicklung anzuvertrauen, ist schon aus diesen Gründen guten Gewissens nicht vertretbar.

Erschwerend kommt hinzu, daß viele alternative Behandlungsmethoden auf wissenschaftlich unhaltbaren Aussagen fußen, die oft mit irrationaler Ablehnung klassischer, bewährter Methoden einhergehen. Insbesondere Antibiotika, Impfungen oder Chemotherapien werden hier häufig prinzipiell und kategorisch abgelehnt. Stattdessen werden Methoden und Mittel eingesetzt, deren Wirkung bei wissenschaftlicher Überprüfung bestenfalls auf einen Plazeboeffekt zurückzuführen ist oder die für eine Heilung nicht ausreichend sind. Des weiteren sind aktuellen Studien zufolge alternative Diagnoseverfahren nicht besser als der Zufall. Das Risiko von Fehldiagnosen, falschen Behandlungsempfehlungen und Nicht-Erfassen des Schweregrades einer Krankheit ist also erheblich.

All dies ist weder mit dem Recht des Kindes auf die durch die UN-Charta zugesicherte optimale medizinische Versorgung, noch mit dem Recht auf Schutz vor körperlicher und seelischer Gewalt zu vereinbaren. Es muß daher das Recht des Kindes Vorrang haben, von Anfang an mit angemessenen und ausreichenden Mitteln und Methoden behandelt zu werden, deren Wirkung nach wissenschaftlich gesicherten Standards erforscht worden ist. Aufgrunddessen sollte die Behandlung von Schwangeren, Minderjährigen und Betreuten grundsätzlich nur zugelassenen Ärzten gestattet sein.
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Ein herzliches Dankeschön geht an dieser Stelle an Lars Fischer und Marcus Anhäuser, die beim allerersten Textentwurf so engagiert mitgeholfen haben.


Längst nicht nur für Wissenschaftler:

Dem Deutschen Bundestag wurde eine neue Petition vorgelegt, in der darum gebeten wird, die Ergebnisse steuerlich finanzierter Forschung öffentlich und kostenlos zugänglich zu machen. Der Einfachheit halber möchte ich die meines Erachtens sehr einleuchtende Begründung hier direkt zitieren und Euch bitten, die Petition anschließend mit zu unterzeichnen:

Die öffentliche Hand fördert Forschung und Entwicklung nach Angaben des Bundesministeriums für Bildung und Forschung jährlich mit etwa 12 Milliarden Euro. Die Ergebnisse dieser Forschung jedoch werden überwiegend in kostenpflichtigen Zeitschriften publiziert. Es ist nicht angemessen, dass der Steuerzahler für die von ihm finanzierten Forschungsergebnisse erneut bezahlen muss.

Wegen der hohen Kosten und der Vielzahl wissenschaftlicher Zeitschriften sind Forschungsergebnisse nur in wenigen Bibliotheken einsehbar. Den meisten Bürgern ist der Zugang zu der von ihnen finanzierten Wissenschaft dadurch nicht nur erschwert, sondern de facto ganz verschlossen.

Den Bürger von der Wissenschaft auszusperren ist nicht nur schädlich, sondern auch unnötig. Andere Länder haben vergleichbare Vorhaben bereits umgesetzt. Die US-Amerikanische Behörde National Institutes of Health (NIH) verlangt, dass alle von ihr finanzierten Publikationen binnen 12 Monaten an einem zentralen Ort öffentlich zugänglich sind. Die grundsätzliche Struktur des wissenschaftlichen Publikationswesen verändert sich hierdurch nicht.

Bildung und Wissen gehören in Deutschland zu den wertvollsten Gütern und wichtigsten wirtschaftlichen Erfolgsfaktoren. Schon alleine aus diesem Grund ist es in unser aller Interesse, daß diese Petition genügend Mitzeichner findet. Von der Tatsache, daß man sich vor dem Unterzeichnen registrieren muß, solle man sich bitte nicht abschrecken lassen. Irgendwie muß ja gewährleistet sein, daß das Ganze nicht zur Jux-Aktion verkommt, denn schließlich geht es => hier

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um mehr als eine Wahl zur “Miss Blogsphere”.


Brief an einen Kardinal

Sehr geehrter Herr Meisner,

vor einiger Zeit las ich irgendwo den Spruch: “Integrität ist, wenn man sich beim Gähnen auch dann die Hand vor den Mund hält, wenn einen niemand sieht.

In diesem Zusammenhang würde ich mich zu gerne mal mit Ihnen darüber unterhalten, wie Sie eigentlich auf die Idee kommen, Atheisten seien so bar jeglichen Gewissens[1], daß Atheismus-Werbung auf Bussen “wie in früheren Zeiten viele Menschen buchstäblich das Leben kosten” könne? (Quelle)

Soviel mir bekannt ist, hat durch Kreuzzüge, Inquisition, Proselytismus & Co. die Kirche allerorten mehr Tode verschuldet als der Atheismus, aber das sei nur nebenbei bemerkt. Religionskriege allgemein gehören auch heute noch zu den hartnäckigsten, weil jeder meint, das wahre Gottesbild für sich gepachtet zu haben. Aber sei’s drum. Auch darauf, daß Sie Herrn Dawkins in die Nähe der Nationalsozialisten rücken, sei hier nicht näher eingegangen. Godwins Gesetz ist erfahrungsgemäß für Leute, die sich in die Enge getrieben fühlen. Da muß man wohl nicht näher drauf eingehen. Auch über die Rolle der Kirche im Dritten Reich möchte ich mich hier nicht unterhalten.

Mich interessiert vielmehr Ihr Menschenbild. “Die wissenschaftliche Vernunft verliert ihr Korrektiv, wenn sie von allen geistigen und religiösen Wurzeln abgeschnitten wird”, sagen Sie? Nun, mir persönlich erscheint es tatsächlich so, daß Gottesgläubigkeit und Religion zunehmend an Bedeutung verlieren, je mehr eine Gesellschaft in der Lage ist, die Phänomene der Natur zu verstehen und ihre Mechanismen zu erklären. Das macht diese Phänomene aber zumindest für mich nicht weniger faszinierend und bestaunenswert. Ebensowenig wie ein Kind, das duch Klonen, IVF oder sonstige Techniken der künstlichen Befruchtung entstanden ist, weniger wertvoll oder weniger als Geschenk empfunden wird. Ganz im Gegenteil. Gerade die Bemühung dieser Techniken ist ja darauf zurückzuführen, daß diese Kinder ganz besonders herbeigesehnt werden.

Ebenso sind Atheisten auch bzw. gerade fernab eines Gotteskonzeptes in der Lage, den Menschen als und für das zu schätzen, was er ist und ihn entsprechend zu behandeln. Da haben wir sie wieder, die eingangs zitierte Integrität. Mir persönlich ist ein Atheist, der sich an Kant orientiert, jedenfalls wesentlich lieber als ein Christ, der sich nur dewegen wohlverhält, um bei einem vermeintlichen Gott Pluspunkte zu sammeln. Es mag sein, daß Atheisten den Kopf schütteln über Gottesglauben. Angesichts der vielzähligen Ungereimtheiten, die mit den meisten Religionen einhergehen, scheint mir das auch wenig verwunderlich. Aber bisher ist mir noch nicht zu Ohren gekommen, daß Atheisten “Andersgläubigen” nur aufgrund dieses Glaubens spontan den Schädel gespalten haben. Sie resignieren höchstens. Umgekehrt jedoch… Siehe oben.

Und wenn wir mal ehrlich sind: Eine Kirche, die sich bis heute nicht für die Hexenverbrennung entschuldigt hat, die Wissenschaftler aus Machterhaltungsgründen exkommuniziert und vor wenigen Jahren überhaupt erst anerkannt hat, daß die Erde tatsächlich um die Sonne kreist, statt umgekehrt, muß sich nicht wundern, wenn Wissenschaftler sie nicht ernst nehmen und ihre moralischen Grundsätze lieber aus anderen, handfesteren Quellen beziehen. Die, ganz am Rande bemerkt, nicht die schlechtesten sind.

Anders gesagt: Atheisten werden durch das Fehlen eines Gottesglaubens nicht automatisch auf ihre animalischen Instinkte reduziert. Dies anzunehmen, kommt einer Arroganz gleich, die die Kirche - zumindest aber bestimmte ihrer Vertreter - als moralische Instanz nur noch weiter disqualifiziert.

Mit freundlichen Grüßen

Ute G.

[1] Nachtrag: Dank für den Link an Jörg


Die Freunde aus dem Internet

Wenn ich daran denke, daß  Frau Merkel beim Wuppertaler Flashmob blumig ihre “Freunde aus dem Internet” begrüßt hat, könnte ich wieder mal in die Tischkante beißen. Offenbar spaltet sich die CDU (und nicht nur sie) in zwei Lager: Die einen halten das Internet für eine Art Paralleluniversum mit Freaks von fremden Planeten, die man nicht ernst nehmen muß. Die anderen haben es als das erkannt, was es - bei richtigem Gebrauch - durchaus sein kann: Ein Informationsmedium, dessen Gestaltung und Speisung durch das Kollektiv man kaum Einhalt gebieten kann und das Ungereimtheiten aller Art früher oder später gnadenlos entlarvt. Statt sich dies aber nun für einen echten Dialog zunutze zu machen, betrachten sie es als Gefahr. Beide Sichtweisen werden sich noch übel rächen.

Das waren keine Freunde “aus dem Internet”. Das waren Bürger aus dem realen Leben, die die Nase voll haben davon, nur als Stimmvieh mißbraucht zu werden und vor jedem Dialog mit der “Obrigkeit” ihr Gehirn an der Garderobe abgeben zu müssen. Das Internet ist der Versammlungsort, in dem man mit dem Ruf “Aber der Kaiser hat ja gar keine Kleider an!” auch als Privatmensch auf einen Schlag Hunderte, wenn nicht gar Tausende erreichen und mobilisieren kann.

Heute morgen hat mich z. B. ein Mit-Twitterer in einer Direkt-Nachricht auf diesen Artikel in der Süddeutschen aufmerksam gemacht: “Verfassungsschutz soll zur Polizei werden.”

Wenn nicht ein Kalender neben mir gehangen hätte, hätte ich gedacht, es sei der 1. April. Die in dem Artikel beschriebenen Szenarien muß man sich mal genüßlich auf den Synapsen zergehen lassen. Das ist de facto eine Carte Blanche für die Exekutive.

Da der Link und einige äquivalente Artikel in anderen Zeitungen schnell die Runde machten, habe ich zunächst nicht darüber gebloggt. Doch je mehr ich darüber nachdenke, desto klarer wird mir, daß jeder Einzelne zählt, der hierdurch vielleicht nochmals überdenken möchte, ob man der CDU am Sonntag tatsächlich seine Stimme geben kann.

In diesem Sinne: Klarmachen zum Ändern!


Mal eine Frage an die Erfahreneren:

Kann das für ein Kind mit dem Erlernen eines Instruments klappen, wenn die Eltern dabei - vom “Fahrdienst” mal abgesehen - null Unterstützung bieten können?
(Weil sie erstens keine Noten lesen können und überhaupt und generell so musikalisch sind wie zwei rostige Blecheimer.)


Die Frage des Tages,

nicht nur bei Kari gelesen: “Nach dem Amoklauf - was sagt Ihr Euren Kindern?

OK, meine beiden sind gerade bzw. noch nicht mal im Kindergarten, aber wären sie im entsprechenden Alter… Ich würde ihnen - altersgerecht verpackt - sagen, was ich auch mir selbst sage: Die Wahrscheinlichkeit, daß so etwas in der eigenen Schule passiert, ist verschwindend gering. Es ist immer noch wesentlich gefährlicher, die Hauptstraße zu überqueren. Dennoch wird man keine Wahl haben, genau dies zu tun (bzw. eben auch in die Schule zu gehen), wenn man weiterhin ein normales Leben führen möchte. Ein mulmiges Gefühl ist verständlich, aber jetzt zu erstarren wie das Kaninchen vor der Schlange, ist völlig unnötig. Und das mulmige Gefühl wird mit der Zeit nachlassen und schließlich verschwinden. So wie nach Erfurt auch.

Und - davon ganz abgesehen - seien wir doch mal ehrlich: Die reißerische Berichterstattung (jede Minute das neueste blutige Detail, Interviews mit schockierten Kindern auf allen Kanälen, das Video vom Selbstmord des Täters, etc.) trägt doch auch zu dieser Angstwelle bei, die momentan in den Schulen umzugehen scheint. Ich verabscheue diese sensationslüsterne Panikmache, dieses Hochpuschen einer Gefahr, die nur sehr punktuell überhaupt eine ist. Mich erinnert sowohl die Berichterstattung als auch die Art, wie sie von der Öffentlichkeit konsumiert wird, sehr stark an Unfalltourismus und Glotzen auf der Autobahn, wenn’s gescheppert hat.


Über Inhalte und Formen. Und so.

So ein- bis zweimal im Jahr packt mich die Ausmistwut. Man sollte ja meinen, daß nach drei Umzügen in acht Jahren plus einer Haushaltszusammenlegung ohnehin schon nicht mehr allzuviel Überflüssiges übrig ist, aber es sammelt sich doch immer wieder etwas an. Was Besitztümer angeht, bin ich jedoch gewissermaßen Minimalist. Ich bin kein Freund von Rumsteh-Nippes. Damit ich einen Gegenstand dauerhaft behalte, muß er entweder einen bestimmten Zweck erfüllen, irgendwie außergewöhnlich sein oder mich an etwas Besonderes erinnern. Alles andere fliegt eher früher als später raus. “Kann man vielleicht nochmal brauchen” ist für mich kein gültiges Argument, solange ich keinen konkreten Nutzen vorhersehen kann.

Tja… Um so verwunderlicher ist es vermutlich, daß auf meinem Schreibtisch ausgerechnet eine leere, ausgespülte Sektflasche steht, die wegzuwerfen mir gar nicht in den Sinn kommt. Wollte ich nur mal so erwähnt haben. Denn mir fiel erst heute aus heiterem Himmel ein und auf, daß derjenige, der mir diese Flasche seinerzeit (gefüllt) geschenkt hat, evtl. von jenem Eintrag vor kurzer Zeit etwas… ähm… verwirrt worden sein könnte. Ich habe echt nicht mehr daran gedacht. Wahrscheinlich gerade weil ich mich über jene Flasche damals so gefreut habe. Da steckte nämlich eigentlich viel mehr drin als “nur” Sekt. (Der übrigens mit viiiiieeeeel O-Saft tatsächlich getrunken wurde. ;-))


Der Eine

Jeden Tag, wenn ich Tobias von der Tagesmutter abhole, parke ich direkt vor einem Briefkasten. Und jedes Mal denke ich mir bei genau diesem Briefkasten grinsend: “Da hat er noch einen übriggelassen.

Heute habe ich sogar etwas eingeworfen. Ich hoffe nur, es kommt nicht zu einem völlig unpassenden Zeitpunkt an.


Das Mütter-Mosaik

Eigentlich könnte es ja so einfach sein: Man legt sich einen klaren Plan zurecht, was man seinen Kindern alles mit auf den Lebensweg geben möchte, bekommt die Kinder, hilft ihnen beim Großwerden, und schon hat man Friede, Freude, Eierkuchen. Projekt erfolgreich abgeschlossen. Die Sache hat nur einen Haken: Sie funktioniert nicht.

Ich weiß nicht, ob es Vätern ebenso geht, aber Mütter vergleichen sich irgendwie doch oft mit anderen Müttern. Ich höre es von anderen und ich merke es auch an mir. Ich stehe bei mir selbst eigentlich permanent auf dem Prüfstand. Ich schaue in die eine Richtung und sehe, wie eine Mutter rund um die Uhr für ihre Kinder da ist und mit den beiden Mädchen wunderschöne kreative Sachen bastelt und unternimmt und denke daran, daß Basteln irgendwie so gar nicht mein Ding ist und ich meine eigene Elternzeit - die ich eigentlich bis Oktober 2009 beantragt hatte -  um anderthalb Jahre gekürzt habe. Das war schon früh absehbar, denn ich merkte, wie unzufrieden ich ohne Beruf wurde. War das richtig und in Ordnung so? Werden meine Kinder - besonders der Kleine - später einmal etwas vermissen oder mir Vorhaltungen machen? Ist die Tatsache, daß auch der Kleine schon vor seinem 4. Lebensjahr “fremdbetreut” wird, zu rechtfertigen mit zum Beispiel den besseren Chancen, Aktivitäten, Reisen etc., die wir unseren Kindern durch zwei gute Einkommen ja auch bieten können? Zweifel über Zweifel. Eine Berechnungsformel gibt es leider nicht.

An anderen Tagen denke ich wiederum an einen Satz, den Melody vor einigen Jahren mal in ihr Blog geschrieben hat. Nämlich sinngemäß, daß jedes Kind es verdient, eine Mutter zu haben, deren Horizont nicht hinter dem Topfrand auf dem Herd endet. Die weiß, was Berufsleben heißt. Die dem Kind vorlebt, den Mut zu haben, das eigene Potential zu nutzen. Auch da ist viel Wahres dran. (Wobei das wohl auch eine “Nur-Hausfrau” hinbekommt, wenn genug Interesse und Grips vorhanden sind.)

Bei einer dritten Mutter bewundere ich nicht nur die irre breit gefächerten Interessen, sondern auch das riesengroße Herz, in dem offenbar so ziemlich alles und jeder Platz hat. Auch etwas Wichtiges, das ich meinen Kindern gerne vorleben würde. Was mir aber wohl nie gelingen wird.

Das Beste wäre vermutlich ein Mix aus allen Mutter-Typen. Ein Mosaik gewissermaßen. Oder wie eins von diesen Spielen, wo man den Kopf einer ersten Figur mit dem Körper einer zweiten und den Beinen einer dritten kombiniert. Und schnell wieder bei bei der Erkenntnis ankommt: Man kann nicht alles haben. Und auch nicht schaffen.

Welchen Schluß ziehe ich nun letztendlich aus all dem? Eigentlich gar keinen. Ich weiß momentan nur, daß ich ja selbst Gelegenheit hatte, nacheinander mit zwei verschiedenen Müttern aufzuwachsen. Und ganz klar sagen muß: Die bessere war nicht die, die den ganzen Tag zu Hause war. Sie wäre es aber auch nicht gewesen, wenn sie ihren Beruf weiter ausgeübt hätte. Bei ihr habe ich Dinge vermißt, die mit dem Faktor Zeit oder Geld nicht das Geringste zu tun hatten. Dinge, die aber bei allen drei oben genannten Müttern zweifellos vorhanden sind.

Tja. In diesem Sinne…


Hoffnung

Wenn alles so viel wird, daß man am liebsten einen Fünf-Meilen-Bannkreis um sich ziehen würde…

... hilft hoffentlich zumindest ein klein wenig das Wissen, daß da draußen Menschen sind, denen man ganz und gar nicht egal ist. Und deren Türen, Ohren und Herzen immer geöffnet bleiben.



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