Ich werd’s ja nie kapieren.

Freitag, 02. Juli 2010

Wie man sich bei 37°C im Schatten zum Public Viewing begeben und >2 Stunden lang in der noch viel heißeren prallen Sonne herumstehen kann, um ausgerechnet ein Fußballspiel zu sehen. (Das man sich ja übrigens auch in Ruhe oder im Rahmen einer kleinen Grillparty zu Hause im kühlen Wohnzimmer anschauen könnte.) Da muß man doch mit dem Klammerbeutel gepudert sein!

Letzte Woche sind hier in Dortmund über 50 Leute mit einem Hitzekollaps zusammengebrochen, weil sie nicht genug getrunken hatten. Und das wiederum war den Veranstaltern geschuldet, die keinerlei Sonnenschutz aufgestellt haben, jeden Besucher erst nach einer Leibesvisitation und Kontrolle sämtlicher Taschen und Tüten auf (oder auch nur über!) den Platz lassen, das Mitbringen von eigenen Getränken nicht gestatten und dann absolute Wucherpreise für ihr eigenes Zeug verlangen. Das alleine wäre für mich schon Grund genug, solche Veranstaltungen zu meiden wie die Pest.

Daß nun am morgigen Tag gratis Mineralwasser zur Verfügung gestellt wird, ist ja wohl das Mindeste, das man verlangen kann. Eine Frechheit finde ich jedoch, das wie in dem Artikel so darzustellen, als sei diese Maßnahme ein weiß Gott wie großes Entgegenkommen gegenüber den Besuchern - und dann auch noch die Chuzpe zu haben, an deren Eigenverantwortung zu appellieren, während den Zuschauern jede noch so kleine eigene Getränkepackung am Eingang weggenommen wird. Ein Konzert hier in Dortmund wurde wegen der Hitze konsequenterweise abgesagt, weil man den Besuchern nicht genug Schatten spenden kann. Aber den Reibach beim Public Viewing will man sich nur ja nicht entgehen lassen, oder wie?

Generell bin ich froh, wenn dieser ganze Mist vorbei ist. Momentan muß man Umwege von einem halben Kilometer und mehr in Kauf nehmen, um vom Parkhaus in bestimmte Geschäfte zu gelangen. Weil man selbst mit einer Mini-Nagelfeile in der Handtasche noch als potentieller Meuchelmörder abgestempelt und nicht über den Platz gelassen wird. Hallo??? Geht’s noch??? Bei der Hitze und mit zwei kleinen Kindern im Schlepptau ist das alles andere als witzig! Mal ganz ehrlich: Wegen so einem Sch… vier Wochen lang sämtliche Passanten der Innenstadt zu tyrannisieren - ob sie nun an Fußball interessiert sind oder nicht - ist völlig unverhältnismäßig und eine absolute Unverschämtheit. Veranstaltet euren Quatsch doch auf ‘ner Industriebrache, verdammich, davon haben wir ja weiß Gott genug!

“Die entfremdete Republik”

Montag, 28. Juni 2010

Seit einigen Jahren zitiere und verweise ich nur noch selten auf den ”Spiegel”. Die Artikel der Onlineausgabe sind zunehmend populistisch geworden und zu schlampig in die Tastatur gehämmert: Logik-, Rechtschreib- und Grammatikfehler sind Legion geworden.

Um so erfrischender und vor allen Dingen inhaltlich genau treffend finde ich diese Ausnahme.

MSK-Petition vorerst abgelehnt


Die Petition wird vom Ausschuß und den sog. Sachverständigen nicht befürwortet. Mit der Begründung - kurz gefaßt -, daß Heilpraktiker ja ohnehin gesetzlich verpflichtet seien, an einen Arzt weiterzuüberweisen, wenn sie an ihre Grenzen stoßen.

Es scheint nicht angekommen zu sein, daß genau da der Hase im Pfeffer liegt. Daß manche Kinder selbst dann noch mit Glaubuli vollgestopft werden wenn sie bei einer Mittelohrentzündung vor Schmerzen wimmern, ihnen schon der Eiter aus den Ohren quillt und so mancher Heilpraktiker dies den Eltern gütig lächelnd als heilsame Erstverschlimmerung verkauft. Weil er seinen eigenen Mißerfolg entweder tatsächlich nicht registriert oder sich schlicht nicht eingestehen will, daß seine Methoden nutzlos sind.

Ich überlege, ob ich die 6-Wochen-Frist nutze, gegen den bisherigen Bescheid Einspruch zu erheben.

“FeinStoff” - ein Nähblog

Sonntag, 27. Juni 2010

Wie bereits in einem Nachtrag angekündigt, erhalten die Näh-Einträge hiermit ein eigenes Blog:

FeinStoff

Die bisherigen Einträge habe ich samt der Kommentare ebenfalls dorthin verschoben. Neue Näh-Einträge erscheinen zwar nur noch “drüben”, werden aber auch hier in den RSS-Feed aufgenommen.

Taschengeld

Samstag, 26. Juni 2010

Da Saskia immer mehr Spaß an den Grundrechenarten findet und auch meistens korrekt rechnet, haben wir heute auf Marcs Anregung hin beschlossen, unserer Tochter ab sofort pro Woche 2,50 Euro Taschengeld zu geben.

Wie sich das für ein wohlhabendes *g* Kind gehört, hat sie nun natürlich auch ein nagelneues Portemonnaie, gerade eben genäht nach einem Schnittmuster frei aus dem Lameng.
Material: Baumwollcord mit einem Reststreifen eines geblümten Kinderwagenbettbezuges. Gefüttert ist das Portemonnaie mit elfenbeinfarbenem, festem Baumwollstoff. Der Reißverschluß stammt von einem alten Sofakissenbezug.

Neu gelernt: Reißverschlüsse einnähen. Bei einem Projekt von gerade mal Handtellergröße eine ziemliche Friemelarbeit, muß ich sagen. ^^

Portemonnaie



Nachtrag: Nachdem die Bloggerin von ”Feines Stöffchen” mir auf Anfrage mitteilte, daß sie kein Problem mit meiner Namenswahl hat, ist nun auch ein Namensband für meine “Kreationen” entstanden:
FeinStoff
Und damit die Stammleser hier nicht mehr von völlig unerwartetem Handarbeitscontent verwirrt und vergrault werden, wird es demnächst auch ein entsprechendes Näh-Blog geben. Analog zum Kinderzimmer und dem Aquarium. Aber heute nicht mehr. wink

Von Blog zu Blog…

Mittwoch, 23. Juni 2010

... ein Gruß ins schöne Münsterland! grin

Der Nachmittag mit Euch war klasse! (Und der Stoff- und Schnittmustertausch natürlich auch. wink)

Erkenntnis des Tages: ”Man kann nie genug Stoffe haben und hat immer zu wenig Geld.” *g*

Liebe Frau Kraft,

Donnerstag, 17. Juni 2010

langsam kann ich Ihr Gefasel nicht mehr hören, daß die CDU angeblich abgewählt worden sei, am 9. Mai in NRW. Ich weiß aber ganz sicher eins: Die SPD ist jedenfalls nicht gewählt worden. Herzlichen Glückwunsch und willkommen in der Realität. Darf ich Sie ein wenig herumführen?

Darf ich Sie kurz daran erinnern, daß immer noch das absolute Wahlergebnis zählt, und nicht die Differenz zum Ergebnis der Wahl davor? Wenn ich richtig informiert bin, haben Sie und die CDU zwar gleich viele Sitze, aber die CDU hat immer noch ein paar Stimmen mehr bekommen als Sie. Was ganz konkret bedeutet: Es wollen trotz allem immer noch mehr Menschen von der CDU regiert werden als von Ihnen. Das Wahlergebnis insgesamt könnte man entweder so auslegen, daß die Bürger eine große Koalition begrüßen würden. Oder auch dahingehend, daß sie nicht wissen, ob sie den Regen oder die Traufe wählen sollen, weil sie eigentlich niemandem mehr eine effiziente Regierung zutrauen. Aber wohl immer noch eher der CDU als Ihnen. Ist das noch immer nicht durchgedrungen?

Sie jedenfalls kommen mir mit ihren Leuten derzeit vor wie ein Kind, das bei Räuber und Gendarm wider seinen Willen in der Räubertruppe gelandet ist und nun mangels Verbündeter droht, den anderen die Spielzeugpistolen kaputtzumachen. (”Aus der Opposition heraus regieren” - ah ja. Ich persönlich bin eher geneigt, das frei von der Leber weg als organisierte Quertreiberei zu bezeichnen.) Die Option, die Gruppen nochmal neu aufteilen zu lassen - sprich: Neuwahlen -, lehnen Sie auch ab. Sonst müßten Sie ja evtl. der Tatsache ins Auge sehen, daß man Sie nach dieser Trotz- und Bockaktion wieder nicht unter den Gendarmen haben will. Kein Wunder. Nach dem Koalitions- bzw. Nichtkoalitions-Heckmeck, das Sie mit den anderen Parteien veranstaltet haben, ist es wohl mehr als wahrscheinlich, daß Sie im nächsten Durchgang noch weniger Stimmen bekämen.

Könnten Sie sich bitte im Interesse der Bürger wenigstens kurz mal darauf besinnen, wer von wem und vor allem zu welchem Zweck überhaupt gewählt wurde? Für Kindergartenspielchen sicherlich nicht. Für uns Bürger wären Neuwahlen mittlerweile jedenfalls die fairste und effizienteste Lösung. Aber Sie geben ja lieber den Kohl und sitzen einfach alles aus. Na das nenne ich doch mal Engagement fürs Volk!

Mit freundlichen Grüßen,

Eine definitiv Ex-SPDwählerin

PS: Ist es Zufall, daß die Suche nach den Begriffen “Volksnähe” oder auch nur “Basisnähe” auf dem Server der SPD keine Treffer liefert? Ich mein’ ja nur… ^^

Melissen-Pesto

Samstag, 05. Juni 2010

Zitronenmelisse im Garten

Schon bei unserem Einzug hier vor gut zwei Jahren fiel uns ein dickes Büschel Zitronenmelisse auf, die am Gartenhaus wuchs. Bisher blieb diese Pflanze bis auf wenige Blättchen ungenutzt, aber dieses Jahr kam derart viel von dem Zeug aus dem Beet, daß ich mich nach einem Rezept umsah und auch schnell fündig wurde.

Nach der Ernte hatte ich ca. 200 g Zitronenmelissenblätter,

Zitronenmelisse geerntet

die dann gewaschen und mit ca. 200 ml Olivenöl, 200 g Parmesankäse, Pinienkernen nach Gutdünken, etwas Salz, etwas Zucker und drei schön reifen Erdbeeren zu einem Pesto püriert wurden.

Melissen-Pesto

Obenauf kam zum Abschluß noch etwas Öl, und demnächst kommt das Pesto zur Verfeinerung an Saucen, Salate und Fischgerichte. grin

Das Pesto schmeckt erstaunlicherweise nicht so intensiv nach Zitrone wie die Pflanze bei der Ernte noch duftet. Es hat vorrangig einen leicht herben Geschmack, zu dem der Parmesankäse prima paßt. Die Pinienkerne und in diesem Fall die zusätzlichen Erdbeeren runden das Ganze dann noch ab. Ich kann mir aber gut vorstellen, daß auch der in den Rezeptkommentaren empfohlene Zitronensaft darin gut schmeckt.

Vom Regen in die Traufe

Donnerstag, 03. Juni 2010

Nach Ursula von der Leyen, die mal eben nach Gutdünken die Grundrechte der Bürger beschneiden möchte, nun also Christian Wulff - ein Evangelikaler mit Missionarsambitionen, der die Besucher seiner Website so überaus zeitgemäß mit den Worten begrüßt:

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Internetnutzer, (...)”

Wenn das die beste Auswahl ist, die Deutschland zu bieten hat, dann gute Nacht um sechs.

Ölteppich in Relation

Mittwoch, 02. Juni 2010

Wer sich anschauen möchte, welchen Teil seiner Heimat der Ölteppich aktuell abdecken würde, kann das => hier <= tun.
(Via Mail von King Micky. Vielen Dank dafür nach Irland! :o) )

Muttertags-Lied eines Biologen

Dienstag, 01. Juni 2010

Bei Ludmila gefunden und sicher eine nette Abwechslung für Alphamama (*g*) und Doc Breitbach wink :

To make one me you just add
Half of mom and half of dad
That is what I once believed
But I know now that I was wrong
I got so much more from you mom
Than just half a set of genes
I got nutrients and transcription factors
and nearly everything that matters
plus my prenatal environment (transplacental inheritance)
mRNA, mitochondria,
That back in the day once belonged to ya (theyre cytoplasmic)
and I just want to thank for supplying them

Just like two strands of DNA are spirally entwined
Your nature and your nurture are inspiringly combined
Scientists remind me and I find that it is true
Slightly more than half of everything I am is thanks to you

Mitochondria power my cells
and they have DNA as well
Transcription factors modulate transcription
And since theyre in the cytoplasm
The eggs the only one that has em
and sperm I guess they dont have much ambition

My sex determination gene means that Im a guy
From you I got my X chromosome, from Dad I got my Y
X has over a thousand genes, Y has less than 92
Thats why more than half of everything I am is thanks to you

I roomed in your womb for nine whole months and never paid the rent
Your glucocorticoids shaped my hypothalmic development
I took in your blood and sucked it dry of every nutrient (its gross but true)
Sometimes I wonder where the time went (where did it go)
Sometimes I wonder where it went

I know Ill never understand all you have done for me (Im not that smart)
But since you paid for college Ill get my B. S. degree (bachelor of science)
And I have learned its not BS but absolutely true
Slightly more than half of everything I am is thanks to you.

Köhler

Montag, 31. Mai 2010

Fehlender Respekt vor dem höchsten Staatsamt”? Ähm… Bitte wie meinen?

Mit Verlaub, aber ich habe generell keinen Respekt vor einem Amt oder einer Funktion, sondern gegebenenfalls vor demjenigen, der dieses Amt oder diese Funktion innehat.
Gerade Herr Köhler hat sich immer als Freund der harten Debatten präsentiert (Stichwort “Monster") und fordert nun angesichts etwas schärferer Kritik nach Gutsherrenmanier “Respekt”?

Überhaupt: Wo ist da bitte mangelnder Respekt zu verzeichnen, wenn die Äußerungen des Präsidenten eines Landes genau unter die Lupe genommen werden? Wer dabei eine verfassungswidrige Äußerung zu bemerken glaubt, sollte doch bitte das Recht und sogar die Pflicht haben, dies auch zu äußern. Immerhin ist ein Bundespräsident der gewählte Vertreter eines Volkes - und kein unfehlbares Oberhaupt von Gottes Gnaden.

Wer sich mißverständlich ausdrückt und deshalb Gegenwind bekommt, muß halt dafür sorgen, daß er eine Chance erhält, das ein- für allemal klarzustellen. Dazu sollte ein Bundespräsident doch wohl Gelegenheit genug haben? 

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