“Mein Weg führt nach Tibet”
Mein Weg führt nach Tibet—die blinden Kinder von Lhasa
In Tibet leben sie am Rande der Gesellschaft: blinde Kinder. Seit die damals 26-jährige Sabriye Tenberken in ihre Dörfer gekommen ist, haben sie eine Zukunft. Kelsang Meto (“Glücksblume”), so wird sie von den Kindern genannt, gründete das erste Ausbildungszentrum für Blinde in Tibet. Sie weiß, wie wichtig Förderung und Ausbildung sind—sie ist selbst blind. Ihren Wunsch, Tibetologie zu studieren, mußte Sabriye Tenberken gegen viele Widerstände durchsetzen. Sie entwickelte die erste tibetische Braille-Schrift und machte auf eigene Faust eine ausgedehnte Rundreise per Pferd durch die Autonome Region Tibet, um blinde Kinder ausfindig zu machen, die zum Teil versteckt oder sogar ans Bett gefesselt werden. Schulen gab es für sie bisher nicht, und auch das hat Sabriye Tenberken geändert: Heute leben und lernen in der von ihr gegründeten Einrichtung 17 Kinder, weitere sollen bald hinzukommen. Sie werden inzwischen auch von einheimischen Lehrern unter anderem in Tibetisch, Chinesisch und Englisch unterrichtet, geplant ist ein Berufsausbildungsprogramm in Medizin und Krankenpflege, Tierhaltung und Lebensmittelherstellung. Von ihrem großen Abenteuer, das häufig kurz vor dem Scheitern stand, erzählt Sabriye Tenberken mit viel Humor und Zuneigung zu den Tibetern und ihrer so ganz anderen Kultur. Sabriye Tenberken, Jahrgang 1970, stammt aus der Nähe von Bonn. Als sie zwei Jahre alt war, wurde bei ihr eine Netzhauterkrankung festgestellt, die unweigerlich zur Erblindung führt. Sie hat Tibetologie, Soziologie und Philosophie studiert und kümmert sich derzeit um den Ausbau und Betrieb einer Blindenschule und eines Ausbildungszentrums für Blinde in Lhasa. Am 8. März 2000 erhielt sie für ihr Engagement den Norgall-Preis des International Women’s Club. Ein kleiner Auszug aus dem Buch—Frau Tenberken und eine der Lehrerinnen haben einen blinden, 12-jährigen Betteljungen gefunden, dessen Familie ihn ausgesetzt hat; eine Familie vor Ort hatte ihn bei sich aufgenommen und die Blindenschule verständigt:
(...) Nordon meinte: “Wenn du zu uns in die Schule kommst, dann ist da Anila, die wird wie eine Mutter zu dir sein. Sie wird Deine Sachen saubermachen und dir beim Waschen und Zähneputze helfen.” Passang prustete los: “Oh nee, da würde ich mich aber schämen! Sie soll mir lieber sagen, wo der Brunnen und die Seife sind, und dann mach ich das schon selbst.” “Möchtest du überhaupt in die Schule gehen?” fragte Nordon den Jungen. “Ich weiß nicht”, sagte er zögernd, “ich war noch nie auf einer Schule, vielleicht gefällt es mir ja auf dem Barkhor (dem Marktplatz) besser.” “In der Schule wirst du auch Chinesisch lernen…” “Kann ich schon”, meinte er selbstbewußt und begann mit Nordon eine recht flüssige Konversation auf Chinesisch. Nordon war jetzt richtig aufgeregt: “Kannst du denn auch rechnen?” “Nee, ich weiß nicht…” Doch Nordon ließ nicht locker: “Wie viel ist denn fünf plus fünf?” “Weiß ich nicht. Ich war doch noch nie auf einer Schule!” Passang wurde ungeduldig. “Natürlich kannst du rechnen!” rief der Sohn des Hauses aus dem Hintergrund, “du zählst doch immer dein Bettelgeld.” Nordon versuchte es anders: “Ich gebe dir fünf Yuan, und die Köchin gibt dir auch fünf Yuan. Wie viel Yuan hast du dann zusammen?” Passang wurde lebhaft: “Zehn natürlich, das ist doch klar!” Ich meinte darauf, nur so zum Spaß: “Und jemand gibt dir neun und ein anderer 44 Yuan. Wie viel hast du dann?” “Das sind 53 Yuan”, kam es wie aus der Pistole geschossen, “so viel hab ich aber noch nie bekommen!” Wir waren beide überwältigt, und Nordon meinte: “Wenn Du zu uns in die Schule kommst, wirst Du der Beste in Chinesisch und im Rechnen sein und du kannst den anderen ein bißchen helfen.” Passang strahlte über das ganze Gesicht: “Wirklich? Ich bin dann der Beste und kann den anderen helfen?” Er wollte es gar nicht glauben. Er hatte wohl nur selten gehört, daß er etwas besonders gut konnte, und meist war er es gewesen, der Hilfe benötigte.
Mein Tip: Einfach kaufen und lesen! (1,- DM pro verkauftem Buch geht als Spende an den Förderkreis Blindenzentrum Tibet e.V.) Noch mehr Info gibt’s hier.
Wer hat an der Uhr gedreht…
Du liebe Güte, wo sind eigentlich die letzten 10 Tage hin verschwunden? Seit letzten Mittwoch ist aber auch wirklich der Teufel los —3 Tage Zeit, um die englische Version des Intranet vorzubereiten und online zu stellen, samt der dazugehörigen Datenbanken, Programme etc., das war schon happig. Dann noch der Flash5-Kursus in Köln am Freitag und Samstag, dann die e-Commerce-CD fertigstellen, dann die Werbe-Banner basteln und mit Marketing abklären… Schwuppdiwupp ist auf einmal Juli. Ich bin bloß froh, daß ich dieses Wochenende mal wieder für mich habe!
Die gute Nachricht (abgesehen davon, daß mir meine neue Arbeit trotz allem noch immer einen Heidenspaß macht! :o) ): M. kommt im Juli wahrscheinlich für ein paar Tage hierher, weil er in Köln einen Geschäftstermin hat! Mit ihm ist es immer schön, kein Besuch im eigentlichen Sinne sondern eine von den Freundschaften, wo der eine schon fast eine Art “Fortsetzung” des anderen ist, auch nach vielen Tagen nicht als störend empfunden sondern nach der Abreise einfach nur vermißt wird. Er war es auch, der das tolle Titanic-Dinner gekocht hat, und ich hoffe, daß wir diesmal viel Zeit zum Quatschen haben werden, ohne Verpflichtungen, ohne Verabredungen mit anderen. Gerade haben wir nochmal telefoniert und natürlich wieder ohne Ende herumgealbert. Schade finde ich nur, daß wenn wir uns mit der ganzen Truppe treffen, immer wieder dieses dämliche Thema hochkommt, ob wohl zwischen M. und mir “etwas läuft”. Ich frage mich, warum es so schwer zu verstehen ist, daß man als Mann und Frau eben auch dann eng befreundet sein kann, wenn man nicht miteinander schläft und eben keine partnerschaftliche Beziehung hat. Ja, ich gebe zu, es ist eine Art von Liebe, aber eben nicht die. Eher wie bei Geschwistern. Und warum wird einem die Wahrheit nicht geglaubt, wenn man diese dusseligen Fragen beantwortet? Teilt man mit, da läuft nichts, erntet man nur ein “wissendes” Grinsen. Was man auch sagt, es wird doch nur das geglaubt, was der andere gerne glauben will. Daß M. nächsten April heiratet, spielt da wohl auch keine Rolle. Die Spekulationen der Gruppe sind ja auch viel unterhaltsamer als die Wahrheit—lassen wir ihnen also ihr Spielzeug… *g*
Für den Herbst planen wir schon wieder ein Gruppentreffen, das letzte war vor 3 Wochen. Das heißt, “wir planen” ist etwas übertrieben, scheint mir. Zwei von uns machen Vorschläge, einer verspricht, irgendwann demnächst mal Vorschläge zu machen, und der Rest nörgelt an den Vorschlägen herum, die bereits vorhanden sind. Irgendwie amüsiert mich das, es ist in jeder größeren Gruppe eigentlich immer wieder zu beobachten. Aber wie dem auch sei, gestern habe ich angemerkt, daß ich eigentlich mit den letzten beiden Treffen genug zu tun hatte und sich diesmal bitte jemand anders um den Rest der Reservierungen bzw. die Terminabsprache kümmern soll. Bin ja mal gespannt, wer sich jetzt meldet. Bisher kamen nur lahme Entschuldigungen von einigen wenigen, sie würden ja gerne, könnten aber leider, leider nicht, hätten ja sooooooo viel Arbeit… M. grinst auch schon immer ganz breit, wenn wir auf diesen Punkt zu sprechen kommen.
So, und jetzt gehe ich ein Eis essen, habe ich beschlossen. Melde gehorsamst: Keine weiteren besonderen Vorkommnisse! :o)
Burgwochenende
Tja, nun weiß ich, woran ich bin. 40 Minuten (für unsere Verhältnisse ein kurzes Telefonat) Alberei, “Was gibt’s Neues” und der Plan, gemeinsam den Cirque du Soleil zu besuchen, sobald F. beruflich wieder mehr Luft hat. Also vermutlich im September in Zürich. OK, dann müssen und sollen manche Dinge eben nicht ausgesprochen werden. Ich hatte ihm per Mail gesagt, daß ich für ihn da bin, wann immer er mich braucht, und bin dann zur Tagesordnung übergegangen. Wir werden sehen, was geschieht. Grundsätzlich hoffe ich nur, daß er mit dieser Sache klarkommt, egal wie er es anstellt. Und daß er seine Freunde nicht mehr unterschätzt.
Ich danke Euch allen da draußen und um mich herum für all die Mails, Gästebucheinträge und anderen aufmunternden Kommentare. Alle seid Ihr der Ansicht, F. hätte seine Worte wohl gar nicht so gemeint. Vermutlich habt Ihr recht und ich sehe nur mal wieder den Wald vor lauter Bäumen nicht. Vielleicht mag es dem einen oder anderen auch merkwürdig erscheinen, daß mich die Sache so aus der Bahn geworfen hat. Aber einen Freund wie F. findet man wirklich nicht alle Tage, er ist wirklich etwas Besonderes und wir hängen sehr aneinander. Ist auch schwierig, wenn beide in ihrer eigenen Verzweiflung feststecken, noch Rücksicht auf die Gefühle des jeweils anderen zu nehmen. Auf jeden Fall bin ich in der einfacheren Situation, soviel ist klar.
Themenwechsel: Ansonsten bin ich fleißig dabei, Flash zu lernen. Leider ist das nicht immer ganz so einfach wie ich mir den Lernprozeß vorgestellt hatte. Vor allem dann, wenn, wie im Mai geschehen, eine Schulung bei Macromedia damit endet, daß der Dozent nichts geregelt bekommt, die Schüler anfleht “Warum geht das denn nicht, helfen Sie mir doch mal!” (sic) und dann noch eine halbe Stunde überzieht, weil er unbedingt noch etwas zeigen möchte, das er bei Licht betrachtet auch noch nicht beherrscht. Es war zum Heulen! Himmel, das war die Firma, die das Programm entwickelt hat! Da lerne ich ja als Autodidakt dreimal schneller, kein Witz! Nun ja, jedenfalls bin ich für Freitag und Samstag schon in Köln für den nächsten Kurs angemeldet. Should be fun.
Ach ja, auf der Suche nach Tanzpartnern bin ich seit einer Woche übrigens auch. OK, ein einziger würde auch schon reichen. Die Anzeige beim ADTV hat auch schon erste Früchte getragen. Vier, um genau zu sein. Hey, das ist mir noch nie passiert: Ich kann unter 4 Männern gleichzeitig auswählen! LOL! Aber welchen nehme ich denn nun? Den 47-Jährigen vielleicht, der mir versichtert, daß er sich trotz seines hohen Alters nur selten in seiner Wohnung verläuft? Humor hat er jedenfalls. Demnächst mehr zu diesem Thema. :o)
Übrigens gibt es auch endlich ein neues Foto von mir:

Das war am letzten Wochenende, und der Grund, warum ich so sehr grinse, liegt darin, daß vor unserem Tisch ein als Ritter verkleideter Wirt sein Schwert schwang und uns erläuterte, wie man ein Rittermahl zu sich zu nehmen habe.
“Hochwohllöblich’ Gäst’: Es hat geschmacket—eßt!” Das muß der Vorkoster von sich geben, so er denn 5 Minuten nach dem Verzehr noch unter den Lebenden weilt…
Zum Rausche!
???
Es tut mir leid, aber ich komme immer noch nicht klar damit, daß mir grob übersetzt an den Kopf geworfen wurde, es mache keinen Unterschied, ob es mich gibt oder nicht.
Freunden zuzuhören, wenn sie Hilfe brauchen, dann aber so etwas loszulassen, wenn man selbst in Schwierigkeiten steckt—ist das nicht eigentlich eine Freundschaft, die auf Mitleid beruht statt auf Wertschätzung?
Was ist schlimmer? Wenn jemand nicht gibt, oder wenn er nichts annimmt? Wenn er egoistisch ist, oder wenn er seinen Freunden das Gefühl vermittelt sie seien ohnehin wertlos, sobald es um’s Ganze geht?
F., innerhalb von nur wenigen Sekunden hast Du etwas in Frage gestellt, was mir in den vergangenen 2 Jahren so wichtig und wertvoll war. Warum hast Du das gesagt und getan?
Sonntag will er mich anrufen, “falls es hinhaut”. Gestern habe ich mich darüber und darauf noch gefreut, aber jetzt…
Ich kann mir denken, was Du sagen würdest, wenn Dir dies her je in die Hände fallen sollte: “Sag mal, Schatzi, wie gut kennst Du mich eigentlich?”
Gegenfrage: Wie gut kann man Dich denn überhaupt je kennenlernen, unter Deiner ewigen Clownsmaske? Was ist an uns, Deinen Freunden, so furchtbar bedrohlich, daß Du Dich ständig so abkapseln und verstecken mußt?
Ratlos in Dortmund
Wieder einmal ist viel zuviel Zeit vergangen, seit ich hier etwas hineingeschrieben habe. Es tut mir leid, daß ich Euer Treffen verpaßt habe, aber meine Eltern wollten am 7. April, meinem Geburtstag in den Urlaub fahren und haben sich dann für den 6. mit einem Geschenk angekündigt. Sie haben mir meine neue Einbauküche bezahlt—ich war so platt! Inzwischen ist sie am 26. Mai durch ein “Titanic-Dinner” eingeweiht worden. Mein bester Freund hat für mich und noch vier andere Gäste das Dinner gekocht, das die 1.-Klasse-Passagiere der Titanic am 14. April 1912, ein paar Stunden vor dem Untergang gegessen haben. 13 Gänge, einer besser als der andere. Es war wunderschön und hat sagenhaft geschmeckt! Und ich danke Euch auch allen für die lieben Mails, die Ihr mir in der Zwischenzeit geschickt habt! Ich hab’ Euch nicht vergessen! :o) (Ach ja: Ein neues Gästebuch gibt es jetzt übrigens auch endlich.)
Aber die wichtigsten Dinge der vergangenen Wochen betreffen leider eine Person, die es vermutlich nicht schätzen würde, wenn man sie hier identifizieren könnte. Ich will meinen Eintrag also so allgemein wie möglich halten, aber etwas schreiben muß ich jetzt. Längst ist dieses Tagebuch ja kein normales Tagebuch mehr, sondern auch fast immer mit feedback verbunden. Und ich bin so ratlos, drehe mich so sehr im Kreis, daß ich wirklich jeden Kommentar, jeden Ratschlag von außen willkommen heiße.
Was soll ich davon halten, wenn ein sehr guter Freund (nennen wir ihn F.) großen Kummer hat und weint—und sich dann nicht nur dafür schämt und allen Ernstes behauptet, so etwas “dürfe” nicht passieren (was für ein Quatsch! Klar, in seinem Gewerbe darf man niemals Schwäche zeigen, sonst wird man niedergewalzt, aber ich bin kein Kollege, verflixt! Würde ich das etwa je gegen ihn verwenden oder über ihn spotten? Niemals!!!), sondern darüber hinaus auch noch meint, es würde sowieso nicht helfen, wenn man mit Freunden über Dinge und Probleme redet, die sie nicht ändern können und auch noch nie selbst erlebt haben?
Hat jemand eine Idee?
Auf ein Neues
Meist sind lange Pausen ja ein Zeichen dafür, daß es nicht allzuviel zu sagen gibt. Manchmal aber auch dafür, daß es einfach zu viel zu sagen gäbe. Ja, ich habe inzwischen ein paar Monate in Brüssel gelebt und gearbeitet. Nein, es war absolut nicht das, was ich mir vorgestellt habe. Leider riskiere ich mit einem Online-Tagebuch auch, daß mein ehemaliger oder mein derzeitiger Arbeitgeber diese Seiten im Internet findet. Aus diesem Grund will ich über die Arbeit in Brüssel hier lieber nichts erzählen. Mein dortiger Chef käme dabei nicht sehr gut weg.
Tja, seit einigen Tagen bin ich nun also wieder in Deutschland, arbeite als Intranet-Betreuerin und Web-Designerin bei einer größeren IT-Firma (hört sich hochtrabend an, aber ich muß noch eine Menge lernen, obwohl ich mich bisher schon besser zurechtfinde als ich selbst gehofft hatte) und denke mal, daß meine Entscheidung, Brüssel wieder zu verlassen, die einzig richtige war. Sie fiel nach nur 8 Wochen, am 1. Januar. Am 17. hatte ich die neue Stelle hier in Dortmund, und bis zum 22. März dann nur noch Ärger im Büro, weil mein Chef mein Weggehen wohl als persönliche Niederlage aufgefaßt hat, für die er sich nach besten Kräften revanchieren wollte. I’ll say no more.
Privat hat es mir in Brüssel sehr gut gefallen, ich habe auch Tagebuch geführt, möchte diese Einträge aber aus den bereits erwähnten Gründen lieber nicht hier veröffentlichen. Was vorbei ist, ist vorbei. Ich habe ein paar nette Leute kennengelernt, mit denen ich auch weiter Kontakt halten werde, und ich werde mit Sicherheit ab und an wieder über das Wochenende in jene Stadt fahren und dort einfach nur Spaß haben.
Ans Tagebuch im Internet werde ich mich erst wieder gewöhnen müssen; ich weiß noch nicht so recht, wie ich den “Anschluß” wieder herstellen kann. Aber der Anfang ist gemacht, und der Rest wird sich ergeben. Aber es ist auf jeden Fall schön, wieder hier zu sein—im Net und auch in Deutschland. Gute Nacht allerseits!
Auszeit genommen
Ja, es war ein richtig schönes Wochenende. Nein, das mit P. meine ich nicht (ROTFL! Sogar ganz bestimmt nicht!), sondern das mit M. von Freitag bis gestern in München. Um halb eins heute morgen war ich wieder zu Hause und muß immer noch lächeln, wenn ich an die letzten paar Tage denke.
Ich glaube, M. hat sich extra wegen der Geschichte mit P. extra Mühe gegeben, mir das Wochenende so schön wie möglich zu machen, und das ist ihm auch voll gelungen. Dabei war es gar nicht mal so sehr mit Aktivitäten und Plänen vollgepackt. Wir haben gequatscht, für eine Mini-Party am Samstag mexikanisch gekocht, gelesen, Musik gehört… und dabei oft auch einfach geschwiegen, ohne daß es eine unangenehme Stille geworden wäre.
Wer ist M.? Das wüßte ich auch manchmal gerne genauer, aber hier hatte ich ja schon einmal aufgeschrieben, was mir bei dem Gedanken an M. so alles durch den Kopf geht. Ich kann’s nur noch einmal bestätigen. :o)
Lieber “M.”, ich weiß nicht, ob Du je über dieses Tagebuch im Net stolpern wirst, aber ich {{knuddel Dich}} hier trotzdem einfach mal. :o) Paß bitte auf Dich auf und hab’ vielen lieben Dank für die letzten drei Tage und für Deine Freundschaft!
Wieder da!
Herzlichen Dank für’s Bäumchengießen, Ihr Lieben! Richtig gewachsen sind sie ja! Sagt mir nur einfach Bescheid, wenn Ihr auch mal Bäumchensitter braucht! :o)
Ja, ich bin wieder da und habe natürlich jede Menge Bücher mit angeschleppt! Mein kleiner Koffer ist auf dem Rückflug fast aus allen Nähten geplatzt!
Das Wetter in England war - wie sollte es auch anders sein - ziemlich durchwachsen, aber es gab immer noch genug Sonne, um gemütlich durch die Stadt zu schlendern und auch einmal auf einer Terrasse etwas zu trinken. Liverpool ist nicht schlecht—noch nicht ganz wieder in Schuß, aber man sieht doch, daß es einmal eine reiche Stadt war, die sehr schön gewesen sein muß. Den Club, wo damals die Beatles zuerst aufgetreten sind, habe ich mir natürlich auch zeigen lassen. Die ganze Wand ist gepflastert mit Ziegelsteinen, in die die Namen all der Berühmtheiten eingemeißelt sind, die dort schon auftraten. Die meisten dieser Namen kannte ich allerdings nicht.
Wieder zu Hause, habe ich mich dann auch gleich in eines der Bücher vertieft: Oliver Sacks, “The Man Who Mistook His Wife for a Hat”. Ein geniales Buch über Neurologie und Gedächtnis-/Persönlichkeitsverlust, aber so geschrieben, daß auch Laien es verstehen können. Die Fälle, die der Autor beschreibt, sind tragisch und zugleich faszinierend. Es tut in der Seele weh, sich vorzustellen, wie diese Leute gelebt haben und noch leben, gleichzeitig bekommt man ungeahnte Einblicke in medizinische Themen. Kann ich wirklich jedem nur empfehlen!
Ein weiteres Buch, das ich mir mitgebracht habe, handelt von den Vorfahren Robert Louis Stevensons (“A Star for Seamen”), die viele der heute noch stehenden schottischen Leuchttürme gebaut haben. Bisher habe ich nur durchgeblättert, aber die alten Zeichnungen und Baupläne sind schon toll! Und dann ist da noch ein Band über die Zeit nach dem Koreakrieg, erzählt von Heinz Insu Fenkl, dem Sohn einer Koreanerin und eines GI. (“Memories of My Ghost Brother”). Tja, und natürlich Harry Potter im Original. Heute kam dann auch endlich die Antwort vom Carlsen-Verlag, daß ich auf Alohomora die Titelgrafiken verwenden darf.
So, nun habe ich 4 Tage Zeit, den Haushalt und die Wäsche wieder in Ordnung zu bringen, und am Freitag nach der Arbeit geht’s nach München. Allerdings nur bis Sonntag. M. besuchen, bevor er im Oktober in den Fernen Osten abdüst. Soviel ich ihn verstanden habe, sind wir am Samstag abend bei einer Bekannten von ihm zu einer Grillparty eingeladen - hoffentlich gießt es da nicht auch alle halbe Stunde, wie in England! *g* Naja, wird schon schiefgehen. Jetzt muß ich allerings erst einmal etwas essen.
Nochmal danke für die Bäumchenpflege und für all die aufmunternden Worte letzte Woche! Ihr seid schon klasse! :o)
Und sie fliegt doch!
Klar werde ich fliegen. Und eine schöne Zeit in Liverpool haben, das habe ich mir vorgenommen. Melody hat vollkommen recht gehabt: Man ist nicht auf andere angewiesen, wenn man sich amüsieren will.
Um 17:00 Uhr geht die Maschine nach Brüssel, von da geht’s weiter nach England. Vielleicht erwische ich dort ja dann auch endlich die englischen Harry Potter Hardcover-Bücher, die ich hier nicht mehr auftreiben konnte. *g*
Es ist schon erstaunlich, daß so viele Leute einen 4-tägigen Aufenthalt außerhalb von zu Hause so aufregend finden. Gestern bimmelte alle halbe Stunde das Telefon und irgendjemand wollte sich von mir verabschieden. Vielleicht haben sie alle Vorahnungen, daß ich nie mehr wiederkehre? Spontan für immer auswandere und hier in Essen alles stehen und liegen lasse? LOL! Die Reaktionen auf die neue Stelle in Brüssel waren ja teilweise ähnlich - man hätte meinen können, ich hätte meine Emigration nach Irkutsk angekündigt. *g* Dabei ist Brüssel auch nicht viel weiter entfernt von hier als Frankfurt.
So, jetzt muß ich aber endlich mal packen und etwas essen. Und meine Bäumchen gießen - liebe Zeit, das hätte ich ja fast vergessen! Falls am Freitag und Samstag vielleicht jemand so lieb wäre, mal nach den Dingern zu schauen (Paßwort für alle Bäume ist ncc74656), fände ich das einfach riesig von Euch! :o) Vielen lieben Dank schon mal im voraus! Sonntag abend bin ich ja wieder da und werde mit Sicherheit noch meine Mail checken. Da kann ich dann auch eben schnell noch “gärtnern” gehen.
Ciao und schönes Wochenende allerseits! :o)
War ja klar.
Tja, mit wem redet man, wenn niemand da ist? Richtig, mit dem Tagebuch. Es ist mitten in der Nacht, eigentlich sollte ich längst schlafen, aber das funktioniert sowieso nicht. Wie ich es mir schon dachte, wird aus dem Trip nach Liverpool am Donnerstag wohl nichts werden. Zweimal hatte ich P. letzte Woche gefragt, ob seine Einladung noch gilt oder nicht. Donnerstag hat er dann hier angerufen und eine Nachricht hinterlassen, er sei am Wochenende in Deutschland, so daß wir telefonieren könnten. Er würde noch einmal anrufen. Daß das nicht geschehen ist, muß ich wohl nicht weiter erwähnen. Daß ich blöd genug war, ihm die selbe Frage zum dritten Mal (per SMS) zu schicken, wohl auch nicht. Und erst recht nicht, daß auch darauf keine Antwort erfolgt ist. Wobei hier wohl zweifellos der alte Spruch zum Tragen kommt, keine Antwort sei auch eine Antwort.
Daß man eine Einladung aus irgendwelchen Gründen absagen will oder muß, kann vorkommen. Aber dann muß die Absage auch ausgesprochen werden, verdammt noch mal! Wenigstens das ist er mir schuldig, schließlich muß ich auch planen! Und es muß ihm ja wohl klar sein, daß ich jetzt 300,- DM für den Flug in den Sand gesetzt habe! Davon sollte ich ihm eigentlich die Rechnung schicken… Wieso hat er nicht am Donnerstag schon auf der Mailbox gesagt, was Sache ist? Ist es nun Feigheit oder Gleichgültigkeit? Und wie konnte es so weit kommen, daß P. meint, mich derart behandeln zu können?
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