Hintergrundmusik
“Relax!”, von Frankie Goes to Hollywood. Beim Umzugskistenpacken. Und ein 17 Monate alter kleiner Junge steht neben mir, wippt zu diesem Song im Takt in den Knien und grinst von einem Ohr zum anderen. *LOL*
Ich trau’ dem Frieden nicht.
Die gute Dame im T-Punkt hat heute beim Umzugsauftrag und dem Tarifwechsel irgendetwas von einer “unsicheren Leitung” gefaselt, die uns als Kunden aber “nicht unbedingt” interessieren müsse. Es “könnte sein”, daß da dann nochmal ein Techniker kommen und “ein bißchen an der Leitung herumfummeln” muß. Unseren Vormieter hat sie als vorherigen Kunden auch nicht wiedergefunden, sondern angeblich hat die Firma Arcor in unserem Haus gewohnt.
Na, das kann ja heiter werden. Ich sehe für die Umstellung ehrlich gesagt schwarz. Rabenschwarz. Bloß gut, daß wir noch zwei Handys haben…
Überreichweite
Unter bestimmten Witterungsbedingungen kann es passieren, daß man z.B. am Polarkreis über UKW den Bayerischen Rundfunk empfängt. Klar und deutlich. Ich finde dieses Phänomen faszinierend, auch wenn es sich relativ einfach erklären läßt.
Noch faszinierender finde ich es allerdings, wenn ich so etwas mit Menschen erlebe. Wenn quasi aus heiterem Himmel plötzlich ein Kontakt da ist, den man voher in der Form nie für möglich gehalten hätte. Sowas ist erstens selten, zweitens zumindest für mich nicht erklärbar und mir drittens in knapp 40 Jahren auf diesem Planeten nun überhaupt erst zum zweiten Mal passiert.
Und wenn ich so darüber nachdenke: “Faszinierend” alleine trifft es nicht ganz. Da ist definitiv auch noch viel Freude und Dankbarkeit mit im Spiel. Und man muß ja schließlich auch nicht alles erklären können.
Der Anfang vom Ende…
... unseres hiesigen Mietverhältnisses nämlich. Unser Umzugstermin steht endlich fest: Donnerstag, der 27. März 2008.
Morgen muß ich dann wohl mal in die Stadt fahren und beim T-Punkt die Umstellung unseres Telefontarifs sowie den Umzug des gesamten Anschlusses zur neuen Adresse beantragen. Hoffentlich bekommen die das hin, ohne daß wir hinterher wochenlang ohne Anschluß und/oder mit dem falschen Tarif dastehen… ![]()
Unsere Wohnung sieht momentan ziemlich wüst aus; überall stehen schon gepackte Kartons, die nur darauf warten, am kommenden Wochenende ins neue Haus transportiert zu werden. Bis dahin wollen wir wenigstens das Arbeitszimmer schon mal fertig gestrichen haben. Wenn ich alleine an meine ganzen Bücherkisten denke, wird mir ganz anders… Saskias Geburtstag wird dieses Jahr wohl erst im April richtig gefeiert werden und meiner wird aller Voraussicht nach ganz ausfallen. Na, macht auch nichts. Dafür habe ich ja den letzten um so üppiger gefeiert. *g*
Ute und die Grauen Männer
Zwei Wochen nach meinem beruflichen Neueinstieg hatte ich dann auch endlich einen gepatchten Anschluß in der Wand und ein Telefon auf dem Schreibtisch. Freudstrahlend griff ich zum Hörer und versuchte, probehalber meinen Kollegen am Schreibtisch gegenüber anzurufen. Nur leider bekam ich gar nicht erst ein Amt.
Nachdem ich das gute alte Bosch Integral auf sämtliche Funktionen überprüft habe, komme ich zu dem Schluß, daß entweder meine Wenigkeit oder das Telefon das Problem ist. Mein Telefon klingelt nämlich brav, wenn es soll, aber Gespräche entgegennehmen oder aufbauen kann ich nicht. Eine Mail an die Telefonie ergibt, daß ich im Grunde weltweit freigeschaltet bin, es also eigentlich funktionieren müßte. Nichtsdestotrotz taucht eine halbe Stunde später ein etwas angegrauter Herr bei mir auf, der meinen Apparat auf meine Bitte hin genauer unter die Lupe nimmt. Es ist ihm anzusehen, daß er sich sehr zusammennehmen muß, um mir Telefon-DAU keine Standpauke über meine eigene Dämlichkeit zu halten. Siegesgewiß reißt er den Hörer vom Apparat und lauscht, vermutlich überzeugt davon, mir sogleich das bewundernswerte Ergebnis seiner Bemühungen präsentieren zu können. Jedoch: Es folgt nur ein unheilschwangeres…
“Hm.”
Pause.
Ergrauter Herr: Klappert auf der Gabel herum. Lauscht wieder. Sagt: “Hmmm???”
Pause.
Ergrauter Herr: Donnert den Hörer mehrfach mit Schmackes auf die Telefongabel. Lauscht erneut. Sagt: “Is kaputt.”
Meinereine: Denkt: “Ach was?” Sagt: “Und nun?”
Ergrauter Herr: Sagt: “Ja, also wenn ich nach den Richtlinien vorgehen würde, würde ich sagen ‘Kümmern Sie sich selber drum’.
Meinereine: Denkt: “Hä?” Sagt: “Aha. Ich soll also einen Apparat von zu Hause mitbringen?”
Ergrauter Herr: “Nee. Könnse hier sowieso nich anschließn.”
Meinereine: Sagt: “Was also dann?”
Ergrauter Herr: “Rufense die Hotline in Indien an.”
Meinereine: Denkt: “Hä?” Sagt: “Da dürfte es mittlerweile aber schon recht spät sein.”
Pause. Plötzlich ein Geistesblitz:
Ergrauter Herr: “Ich bring Ihnen ‘n neues.”
Daß man mich für den Monat Februar auf der Payroll vergessen hat, hat mich dann heute nicht mehr wirklich überrascht. Vielleicht sollte ich mal in Indien anrufen. Jetzt ginge es ja…
Wie heißt es doch so schön:
“Friends come into your life for a reason, a season, or a lifetime.”
Bei manchen weiß man schon früh, daß man sie vermutlich recht bald weiterziehen lassen muß. Vielleicht sogar noch bevor man sich selbst “Freund” nennen darf.
Bei einigen hofft man wider alle Wahrscheinlichkeit, daß wenigstens eine Season daraus wird.
Beim Thema “Lifetime” verbietet sich die Hoffnung von selbst, da es schlicht vermessen wäre. Es sei denn, es fiele einem bereits am folgenden Morgen ein Backstein auf den Kopf.
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