Köhler

Fehlender Respekt vor dem höchsten Staatsamt”? Ähm… Bitte wie meinen?

Mit Verlaub, aber ich habe generell keinen Respekt vor einem Amt oder einer Funktion, sondern gegebenenfalls vor demjenigen, der dieses Amt oder diese Funktion innehat.
Gerade Herr Köhler hat sich immer als Freund der harten Debatten präsentiert (Stichwort “Monster”) und fordert nun angesichts etwas schärferer Kritik nach Gutsherrenmanier “Respekt”?

Überhaupt: Wo ist da bitte mangelnder Respekt zu verzeichnen, wenn die Äußerungen des Präsidenten eines Landes genau unter die Lupe genommen werden? Wer dabei eine verfassungswidrige Äußerung zu bemerken glaubt, sollte doch bitte das Recht und sogar die Pflicht haben, dies auch zu äußern. Immerhin ist ein Bundespräsident der gewählte Vertreter eines Volkes - und kein unfehlbares Oberhaupt von Gottes Gnaden.

Wer sich mißverständlich ausdrückt und deshalb Gegenwind bekommt, muß halt dafür sorgen, daß er eine Chance erhält, das ein- für allemal klarzustellen. Dazu sollte ein Bundespräsident doch wohl Gelegenheit genug haben?


Biomüll

Im Zuge des letzten Großeinkaufs sind nicht nur drei “normale” Granny Smith, sondern auch drei rotbackige, hübsche Bioäpfel in meinen Einkaufskorb gewandert. Keine Ahnung, was mich da geritten hat. Inzwischen hat sich herausgestellt, daß die Granny Smith völlig in Ordung waren. Die Bio-Äpfel hingegen entpuppten sich beim Aufschneiden allesamt als innerlich verschimmelt und vergammelt.

Klar, der Verbraucher muß sich entscheiden zwischen Fungiziden oder Schimmelgift. Ich persönlich entscheide mich in Zukunft lieber wieder für die Fungizide, denn die kann ich immerhin wenigstens zum Teil abwaschen. Darüber hinaus müßte ich sie schon in großen Dosen zu mir nehmen, damit sie in meinem Körper ähnlich großen Schaden anrichten wie der Schimmel an sich. Und dann vergessen wir mal nicht, daß das Kupfer, das zum Schutz von Bio-Obst eingesetzt wird, sämtlichen wirbellosen Lebewesen schadet. Und offenbar nicht mal so viel nützt wie es sollte. Bio? Ach was!?

Daß das Bio-Zeug um gut ein Drittel teurer ist als das normal Obst, kommt noch dazu. Sorry, aber so dicke habe ich es nun auch wieder nicht, daß ich es mir regelmäßig leisten könnte, so viel mehr auszugeben - und das dann nicht mal essen zu können, sondern auch noch zu 100% in die (Bio)Tonne zu hauen. Aber wenigstens weiß ich nun auch endlich, woher die ihren Namen hat. :-/


Kuscheloverkill

Kommentar Sohnemann beim Zubettbringen:
Mama, jetzt ist aber mal gut mit Schmusen!
- LOL!


Mutterwitz

Als Mutter weiß ich, dass die Beziehung von Eltern zu ihren Kindern keine rationale ist. Aber zumindest ein paar Fragen lassen sich nach rationalen Aspekten entscheiden - und für informierte Entscheidungen will ich mit diesem Blog Hilfe leisten.

Ein neues Blog bei den ScienceBlogs


Eis

Ich stelle meinen Kindern in Aussicht, daß wir morgen nach dem Zahnarztbesuch noch ein Eis essen gehen können. Kommentar des Töchterchens: “Ich mag aber nicht jedes Eis. Ich mag nur gelbes Wassereis. Wenn es geschmolzen ist.

Geht klar, Tochter. Dein Bruder und ich kriegen ein Eis und Du Deine Limo. *g*


Liebe Frau Hundertachtzig,

die Sie bei Peek & Cloppenburg arbeiten,

wissen Sie was? Wenn ich eine halbe Stunde lang
- ratlos die Artikel in Ihrer Abteilung hin- und hergeschoben habe
- Mühe hatte, alle halbwegs in Frage kommenden Stücke in eine freie Umkleidekabine zu bugsieren
- mehrfach hin- und herrennen mußte, weil die Größe bei einigen Teilen doch nicht ganz hinkam
- und dann endlich meine Entscheidung getroffen habe und mich auf den Weg zur Kasse mache…

... dann brauchen Sie auch nicht mehr angeflitzt zu kommen, um mir die Klamotten aus dem Arm zu reißen und hastig überall Ihre Provisions-Erkennungsnummer aufs Kassenschild draufzubappen. Dafür ist Ihr Beitrag zu meinem Entscheidungsprozeß schlicht zu gering gewesen, denn die drei Meter bis zur Kasse schaffe ich dann wohl auch noch alleine!

Gebraucht hätte ich Sie bei der Auswahl, dem Transport zur Kabine und während der Anprobe beim Austausch einzelner Stücke gegen Exemplare in der richtigen Größe. Aber in der Zeit standen Sie ja nur herum und haben hier und da mal eine Falte in einem T-Shirt-Stapel zurechtgezupft. Und kaum machte ich einen Schritt auf Sie zu und sah Ihnen in die Augen, hatten Sie es plötzlich sehr eilig, irgendwo im Personalraum zu verschwinden. Wie ich es eigentlich fast immer erlebe, wenn ich bei Ihnen einkaufe!

Großzügig und hilfsbereit wie Sie sind, haben Sie mir nach meinem wenig dezenten Hinweis auf diese Tatsache tatsächlich die Wahl gelassen, ob ich meinen Krempel selbst zur Kasse bringe, oder ob ich Sie das erledigen lasse. Ich habe Sie tragen lassen. Damit Sie wenigstens etwas tun und nicht nur konsterniert-eingeschnappt gucken, wenn Ihnen mal jemand sagt, daß es so ja wohl nicht geht.

Aber vor dem Bezahlen habe ich Ihre Erkennungsnummer von allen Etiketten wieder abgeknibbelt. Hat sich was mit Provision für meinen Einkauf.

Auf bald in Ihrer Abteilung, liebe Frau Hundertachtzig. Und wischen Sie sich Ihr gekünsteltes Lächeln aus dem Gesicht. Nimmt Ihnen eh keiner ab.

Herzlichst,

Ihre heutige Kundin

—————————
(Nachtrag, 20.01.2012: Nachdem mir exakt das selbe zwischenzeitlich noch mehrfach und dann vor ein paar Tagen schon wieder passierte, ist mir der Kragen geplatzt und ich habe diesen Text schlußendlich als echte Beschwerde über das Kontaktforumular des Unternehmens direkt an P&C geschickt. Die Reaktion von P&C Dortmund war so überraschend wie erstaunlich.)


Den Nagel auf den Kopf getroffen…

... hat Lars mit der Einleitung seines jüngsten Artikels über Esoterik & Co:

Viele Menschen haben ja das Bedürfnis zu glauben, dass dass die Welt über die physikalische Realität hinaus noch eine “spirituelle” Ebene habe. Das heißt nach meiner Beobachtung vor allem, dass die meisten Leute da schlicht ihre persönlichen Ansprüche hin auslagern, wie die Welt doch bitte funktionieren soll.


An drei Orten gleichzeitig

Vor ca. zwei Wochen habe ich übrigens den Inhalt dieses Blogs aufgeteilt. Kindercontent findet sich nun hauptsächlich im “Kinderzimmer” und Fischcontent im “Aquarium”. Beide Links sind auch oben rechts in der Ecke zu finden. (Die Tendenz geht zum Viertblog. - Just kidding. ^^)

PS: Da fällt mir ein und auf: “Just Kidding” wäre auch ein netter Name für ein Kinderblog. ^^


Soziales Pflichtjahr - zum Glück schon lange vom Tisch

Mit der nun beschlossenen Verkürzung des Wehrdienstes geht natürlich auch eine solche des Zivildienstes einher. Und schon liest man wieder die ersten Forderungen nach einem sozialen Pflichtjahr, weil ja nun der Pflegebranche die Zivis fehlen werden bzw. sich deren Einarbeitung kaum noch lohnt.

Sehen wir für den Moment mal ab davon, daß ein Soziales Pflichtjahr schon 2004 für verfassungs- und völkerrechtswidrig erklärt wurde, weil mit Zwangsarbeit gleichzusetzen. Sehen wir des weiteren erst einmal davon ab, daß Zivis keine echten Jobs gefährden dürfen. Und sehen wir auch davon ab, daß auch die karitativen Verbände gar nicht wirklich Wert darauf legen, unwillige Zwangsverpflichtete auf die Pflegebedürftigen loszulassen. Nachtrag: Und von den finanziellen Aspekten reden wir lieber überhaupt nicht. Sehr interessante Lektüre auch im Hinblick auf andere Aspekte.

Beschäftigen wir uns stattdessen mit der Tatsache, daß es Leute gibt, die für Pflegeberufe schlicht nicht geeignet sind. Ich bin zum Beispiel eine von ihnen. Ich mag nicht von fremden Menschen angefaßt werden, ich mag sie meinerseits nicht anfassen - und schon gar nicht will ich gezwungen werden, sie anzufassen. Schon die sich immer weiter ausbreitende Buss-Bussi-Sitte ist mir unangenehm; ich will mein Gesicht nicht zur Begrüßung an das eines anderen drücken müssen. Ist mir zuwider. Erzwungene physische Nähe zu Fremden macht mich aggressiv.

Und nun gehe ich mal richtig ans Eingemachte: Mir wird sogar physisch übel, wenn ich bei einem Kleinkind eine versch…e Windel wechseln muß. Ja, sogar bei meinen eigenen Kindern. Bis sie jeweils ca. 3 Jahre alt waren, hat es mir nichts ausgemacht, aber dann kam irgendwann der Punkt, an dem ich am liebsten danebengekotzt hätte und auch tatsächlich meistens würgen mußte. Wie ich bei einem Erwachsenen reagieren würde, lasse ich lieber mal offen. Besser würde es aber mit Sicherheit nicht. (Gottseidank hat sich das Problem hier zu Hause von selbst erledigt, denn irgendwann um dieses Alter herum werden Kinder ja schließlich trocken und sauber.) Ich liebe die zwei, keine Frage, das wird auch jeder bestätigen, der uns kennt. Aber es gibt eben Dinge, die gehen bei mir nicht oder nur im allergrößten Notfall, und auch dann nur mit innerlichem Sträuben. Da hilft selbst die vielbeschworene Mutterliebe nicht. Ich habe es gemacht, klar. Aber nicht ohne den Wunsch, am liebsten weit, weit wegzulaufen. Je-des-mal.

Während ich dies hier schreibe, suche ich nach einem Vergleich: Was würde ich lieber tun als einen noch dazu fremden Menschen eng physisch zu betreuen oder gar seine Ausscheidungen zu beseitigen? Mir fällt auf Anhieb nichts ein, das ich nicht lieber täte. Einen verstopften, stinkenden Abfluß reinige ich ohne mit der Wimper zu zucken, aber als Pflegepersonal wäre ich eine Katastrophe für mich selbst und den zu Pflegenden.  Und es ist mir auch umgekehrt schon passiert, daß ich mit Fieber und Puddingbeinen lieber mein eigenes Erbrochenes weggewischt habe (das macht mir übrigens auch bei anderen nichts aus), statt zuzulassen, daß mein Partner bei dieser Tätigkeit vor Ekel ohnmächtig umkippt. Das macht aber weder ihn noch mich in meinen Augen zu bösen, asozialen Menschen und es hat auch nichts mit mangelnder Liebe zu tun.

Wer nun argumentieren möchte, es gebe für Leute wie mich ja auch noch anderer Arten, im sozialen Bereich Hilfe zu leisten, der sei nun wiederum auf die oben genannten Argumente gegen Zwangsarbeit verwiesen. Was eigentlich passieren müßte, wäre eine Steigerung der Attraktiviät der Pflege- und sonstigen sozialen Berufe. Es gibt sicherlich genügend willige Geeignete - wenn sie denn mit diesen Berufen halbwegs komfortabel sich selbst und eine Familie ernähren könnten. Dann wäre auch die geforderte Kontinuität des Service und ein wachsender Erfahrungsschatz gewährleistet. Statt hier etwas zu ändern jedoch Jugendliche und junge Erwachsene zwangszuverpflichten, ist ganz sicher nicht der richtige Ansatz.


Aufruhr 1225

Seit einiger Zeit schon habe ich mit einem Besuch dieser Ausstellung geliebäugelt, und am Samstag war es dann endlich so weit. Eine durchaus sehenswerte und anschauliche Sache, nicht zuletzt dank der ganzen Mitmach-Stände in einem der Ausstellungsräume. Aber auch davon abgesehen habe ich einiges über die damalige Zeit gelernt.

Tobias und Saskia bekamen von mir aus dem Museumsshop einen Papp-Ritterhelm mit langer Feder sowie einen Burgfräulein-Hut (diese Dinger, die aussehen wie eine umgedrehte Schultüte mit Schleier an der Spitze). Offensichtlich waren beide schwer beeindruckt von der Ausstellung, denn am Folgetag wurde fast ausschließlich “Ritter und Burgfräulein” gespielt (mit leichten Beimengungen von Polizei und Cowboy *g*):

Ritter: “WUAAAAAHHHHHHHH!
Burgfräulein Saskia: “Los, du muß den Drachen jetzt töten!
Ritter Pappnase: Fuchtelt mit einem selbstgebauten Legoschwert
Burgfräulein Saskia: “Nein, nicht so! Erst die Beine abschneiden!
Ritter Pappnase: “???
Burgfräulein Saskia: “So! Dann den Kopf! Und jetzt die Flügel!

Das war Ritter Pappnase dann wohl der Emanzipation zu viel. Er verschwand. Es macht ja auch keinen Spaß, heldenhaft eine Jungfrau zu retten, die mehr von Drachenschlachtung versteht als man selbst. *g*

Mein kleiner Vortrag bei der GWUP-Tagung kam am Donnerstag wohl auch recht gut an. Es waren mehr Zuhörer da, als ich erwartet hatte, und diese hatten auch noch eine ganze Reihe guter Tips für mich, die Petition bekannter zu machen bzw. noch Unterstützung für den weiteren Vorgang im Petitionsausschuß zu gewinnen. Auch Herrn Sheng Fui konnte ich nun endlich einmal persönlich kennenlernen und an meine Bestellung beim Universum erinnern. ^^



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