Unverhofft
Es kommt dann doch etwas überraschend, wenn die Tochter mit 6 Jahren anfängt, ihre höchst eigene Urlaubsplanung vorzulegen. ^^ Als ich sie vorhin von der Reitstunde abholte, präsentierte sie mir einen Zettel und stellte mich vor vollendete Tatsachen. Sie will im Sommer mit ihren Reitfreundinnen und den Reitlehrerinnen für eine Woche an die Nordsee. Auf den “Paten”-Reiterhof. (Logisch, wohin auch sonst. ;o) )
OK. Weder Vatern noch Muttern haben was dagegen. Soll sie mal machen.
Buuh!
In den letzten drei Wochen habe ich mit zwei Geisterbahnbewohnern das Haus geteilt. Wann immer ich mich in einen Raum begab, konnte ich sicher sein, daß einer von ihnen mir aus irgendeiner Ecke entgegensprang und “BUUUUH!” schrie. Mehrere Hinweise, daß dies nun doch langsam aber sicher an Komik eingebüßt hätte, verhallten ungehört. Aufs Neue sprang meine Tochter heute mit dem gefühlt zweitausendsechshundertachtunddreißigsten BUUH! durch den Türrahmen, als ich das Bad betrat.
Kruzifix nochmal, nun ist es aber gut! Ich halte entnervt eine Predigt, daß die Kinder sich dieses Buh-Geschrei doch bitte endlich wieder abgewöhnen sollen, weil der Bogen nun wirklich längst überspannt ist, und trete den Weg ins Erdgeschoss an. Nach ca. einer halben Stunde kommen die Kinder wieder zum Vorschein und setzen sich zum Basteln und Malen an den großen Tisch.
Und was mache ich? Wie ferngesteuert laufe ich ohne zu überlegen aus der Küche ins Eßzimmer, zupfe meine Tochter am Pferdeschwanz und sage ganz automatisch…
“BUUH!”
Oh Hilfe… So fängt’s an! Den Blick von den Kindern werde ich so schnell nicht vergessen! Verhaltensforscher bitte zu mir! ROTFL!
Der Erzbischof von Granada
... erklärt die Vergewaltigung von Frauen, die abgetrieben haben, für legitim:
“(...) Pero matar a un niño indefenso, ¡y que lo haga su propia madre! Eso le da a los varones la licencia absoluta, sin límites, de abusar del cuerpo de la mujer, porque la tragedia se la traga ella, y se la traga como si fuera un derecho:”
“(...) Aber ein wehrloses Kind zu töten, und dann hat es auch noch seine eigene Mutter getan! Dies gibt den Männern die absolute, uneingeschränkte Erlaubnis, den Körper der Frau zu mißbrauchen, denn sie hat sich schuldig gemacht, als ob dies ein Recht sei.”
Originaltext => hier
Es ist nicht zu fassen, mit was dieser Verein davonkommt, ohne daß jemals irgendeiner von ihnen von irgendeinem Richter zur Rechenschaft gezogen werden kann. Solche Typen werden dann auch noch von ihrem Chef gedeckt, der Homo-Ehen zur Bedrohung für die Menschheit erklärt und Holocaustleugner öffentlich rehabilitiert.
U9 geschafft
Entgegen aller Befürchtungen hat Tobias heute bei der U9 prima mitgemacht. (Die U8 vor einem Jahr war gelinde gesagt… suboptimal gelaufen. ^^)
Keine Auffälligkeiten, guter Sprachgebrauch, gutes Zahlenverständnis. Mit 17,4 Kilo auf 1,13 m etwas zu leicht, aber noch im Rahmen.
Tobias war völlig verblüfft, als die Kinderärztin ihm beim Testen der Reflexe auf den Kopf zusagte, daß er gerne rennt und klettert.
- “Soll ich dir verraten, woran ich das sehe?”
Tobias nickt gespannt.
- “An den blauen Flecken an deinen Beinen.” *g*
Seine Sehschärfe hat sich von 0,6 auf 0,8 leicht gebessert, was sich mit der letztjährigen Aussage des Augenarztes deckt, daß ein Kind in dem Alter noch nicht bei 1,0 sein muß und daher noch keine Brille nötig sei.
Saskia haben sie bei der Gelegenheit auch gleich gewogen. 21,3 kg auf (von mir vor ein paar Tagen gemessen) 1,24 m. Also Punktlandung auf der 50% Perzentile. Allerdings hatte ich auch nichts anderes erwartet, denn die “kritischen” 26 Kilo für diese Größe konnte Saskia noch längst nicht erreicht haben, das war mir klar.
Ihre nächste komplette Vorsorgeuntersuchung findet in einem Jahr statt.
Desperate Housewulff
Prima Zusammenfassung von Oliver Kalkofe:
http://www.facebook.com/kalkofe/posts/315382635168679
(...) Christian Wulff bleibt im Amt, weil er die 5 Jahre gern voll machen will und seine Mutter und andere Bekannte gesagt haben, er schafft das schon.
Das Recht der Pressefreiheit erkennt er weiterhin an und ist bereit, es im Ausland auch zu verteidigen.
Im Privatbereich muss man sehen, da ist man ja auch nur ein Mensch, aber die Vernichtung aller Springer-Blätter, die Ankündigung des totalen Kriegs und die Trockenlegung des Rubikon waren vielleicht doch etwas übereilt, das sollte man in diesem Amt geschickter ausdrücken und andere erledigen lassen. (...)
Schach.
Saskias neuestes Hobby, beim Ferienaufenthalt in Soest von der Oma gelernt. Ich war ziemlich baff.
Laut Aussage meines Vaters hat sie die Grundlagen im Nu begriffen und heute zwei Stunden lang mit ihm an einer Partie gesessen. Mit wachsender Begeisterung.
Hm. Da muß sich doch was finden lassen, damit sie das weitermachen kann? Und wenn’s erstmal nur am Computer ist. Ich glaube, ich mache mich mal auf die Suche nach anfängertauglicher Freeware, so zum Test.
Nachtrag: http://www.dreamchess.org/
Der Erste.
Da hatte der Zahnarzt doch recht: Saskia steht kurz vor dem Zahnwechsel. Das heißt, seit gerade eben ist sie mittendrin. Der untere rechte Schneidezahn wackelt.
Stolz wie Oskar hat die Lütte direkt die Milchzahndose ausgekramt, die im März als Gimmick an einem ihrer Geburtstagsgeschenke hing.
Da bin ich ja mal gespannt, wie lange es dauert, bis der Zahn dann auch endlich draußen ist.
Von nix kommt nix. Daher:
(Eingereicht am 24. Dezember. Vom Ausschuß zur Prüfung angenommen am 2. Januar.)
“Gegenstand der Petition:
Der Landtag des Bundeslandes NRW möge beschließen, daß der Erlaß des Kultusministers v. 13. April 1965, II B 2.31 - 40/0 Nr. 537/65, Abl. KM. NW. 1965, S. 101 sinngemäß um folgenden Passus ergänzt wird: “Eltern und Schüler sind mit jeder Einladung zu einem Schul- oder Schülergottesdienst darauf hinzuweisen, daß der Besuch eines solchen für alle Schüler freiwillig ist.”
Wortlaut der Petition:
Wie der Internationale Bund der Konfessionslosen und Atheisten e.V (IBKA) sowie der Humanistische Pressedienst und weitere Organisationen bereits mehrfach aufgezeigt haben, werden Einladungen zum Schulgottesdienst extrem häufig so formuliert, daß Eltern und Schüler davon ausgehen müssen, es handle sich um eine Pflichtveranstaltung für ausnahmslos alle Schüler. (s. Anm. 1)
Lt. Art. 140 GG ist dies jedoch keineswegs der Fall. Selbst wenn ein Schüler / eine Schülerin am Religionsunterricht (=Religionslehre) teilnimmt, steht ihm / ihr die Teilnahme oder Nichtteilnahme am Gottesdienst (=Religionsausübung) in jedem Einzelfall immer wieder frei.
Der IBKA hat in den vergangenen Jahren bereits mehrere Rundbriefe an Schulen verschickt und um sachgerechte Aufklärung der Eltern- und Schülerschaften gebeten. Die Resonanz war jedoch entmutigend bis niederschmetternd. In völliger Mißachtung oder auch Unkenntnis des Grundgesetzes agieren Rektoren und Lehrer in einer beachtlichen Anzahl von Fällen als Erfüllungsgehilfen der Kirchen und unterschlagen bzw. verfälschen weiterhin die Informationen bzgl. der tatsächlichen Rechtslage.
Es ist z.B. die Ansicht unter Lehrern und Schulleitern verbreitet, wer zum Religionsunterricht angemeldet sei - ob nun Kirchenmitglied oder nicht -, müsse auch an allen Gottesdiensten teilnehmen. Umgekehrt hört man die Forderung, wer nicht am Gottesdienst teilnehmen wolle, müsse dann auch vom Religionsunterricht abgemeldet werden. Eine weitere Aussage lautet, da der Schüler / die Schülerin bereits an einem Gottesdienst teilgenommen habe, müsse er / sie nun auch alle weiteren besuchen, denn die Schule könne an dieser Stelle keine Willkür zulassen.
Es findet in umfassendem Stil eine aktive Desinformation bzw. Informationsunterschlagung zugunsten kirchlicher Belange und persönlicher religiöser Überzeugungen statt. Dies ist inakzeptabel.
In Anbetracht der steigende Zahl der Konfessionslosen und Andersgläubigen in Deutschland (s. Anm. 2) muß sichergestellt werden, daß sich die Schulen in diesen Belangen auf dem Boden des Grundgesetzes bewegen.
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Anm. 1: Dies äußert sich z.B. in Formulierungen wie “Am ... werden wir mit allen Kindern ab X:XX Uhr einen Gottesdienst in… feiern.” - kombiniert mit der Tatsache, daß für evtl. Nichtteilnehmer an Ganztagsschulen von vornherein keine alternative Betreuungsmöglichkeit erwähnt / angeboten wird.
Anm. 2: Lt. Bildungsreport 2007 sind in den Städten ca. 18% aller Schüler konfessionslos und ca. 11% muslimisch. Das ist insgesamt inzwischen fast ein Drittel der gesamten Schülerschaft. Tendenz steigend. Die aktuellen Zahlen dürften bereits etwas höher sein.”
Zur Erinnerung
De mortuis…
Saskia und Tobias wissen schon lange, daß ihre Oma nicht Opas erste Frau ist und daß ich eigentlich “aus dem Bauch einer anderen Frau” kam. Dem meiner ersten Mutter nämlich. Daß die irgendwann gestorben ist und Opa wieder geheiratet hat - die Oma nämlich -, haben sie bisher am Rande zur Kenntnis genommen; weiter interessiert hat es sie jedoch nicht.
Inzwischen mehren sich die Fragen nach der “toten Oma”. Warum ist sie gestorben? (Krebs) Wie alt war ich damals? (13) Wie war das für mich?
Die letzte dieser Fragen ist die, über die ich stolper(t)e. Ich habe meiner Mutter bis heute noch keine Träne hinterhergeweint. Ihr Tod hat Unsicherheit für mich bedeutet, aber auch eine Befreiung. Wir kamen so überhaupt gar nicht miteinander klar. Eine Mutter, die ihre eigene Einstellung zum Kind so treffend mit dem Satz zusammenfaßt: “Wenn ich noch ein anderes Kind hätte, das ordentlicher ist als du, dann hätte ich das viel lieber als dich.” - eine solche Mutter hält man sich zur eigenen emotionalen Sicherheit lieber schon als Kind vom Leib. Aber wie erklärt man das zwei Kindern von 5 und 6 Jahren, für die der Tod eines Elternteils nach eigener Aussage das Schlimmste ist, das sie sich vorstellen können?
Ich habe mich für Offenheit entschieden. Den Kindern erklärt, daß auch Eltern und Kinder sich eben nicht immer lieben und man das auch nicht erzwingen kann. Mag sein, daß es den einen oder anderen schockiert, aber ich halte das immer noch für gesünder als das übliche “Es ist doch aber schließlich die Mutter!” Das hat für mich was von emotionaler Erpressung. Als ob Mutter-Sein automatisch jede seelische Grausamkeit wieder gutmachen würde, nur weil man auch mal irgendwann die Windeln des Kindes gewechselt hat.
Oft genug hat das Umfeld auch nur die charmante, elegante Frau kennengelernt, nicht aber die erdrückende Mutter und ihr Verhalten gegenüber Abhängigen, wenn niemand dabei ist: Drohungen, Geliebtes zu zerstören, wenn das Kind nicht spurt. Erpressung mit Krokodilstränen. Schläge für Versehen. Tagelanges Schweigen als Strafe für beschädigtes Spielzeug. Strafen für nie begangene Taten. Und nie auch nur ein einziges Wort der Entschuldigung. Ich war ihr nie gut genug. Wer bekommt das schon mit? Am Ende macht das Kind sich dann noch Vorwürfe und glaubt, mit ihm würde etwas nicht stimmen, weil es diese angeblich doch so tolle Mutter nicht lieben kann.
Dieser gesellschaftliche Druck, diese Erwartung des Umfeldes, daß am Ende gefälligst immer ein wohlwollendes Fazit zugunsten der Mutter zu stehen hat, ist in meinen Augen zerstörerisch. Und deshalb fange ich lieber gar nicht erst damit an.
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