Feen? Nein danke.
Nun muß ich Marc und mich doch endlich mal als die Rabeneltern outen, die wir tatsächlich sind. Wir haben nämlich der Schnullerfee den Zutritt zu unserem Haus verwehrt und werden auch ihre Kollegin (die Zahnfee) vor verschlossenen Türen stehen lassen.
Saskia bekam kurz nach ihrem 2. Geburtstag gesagt, ihr Schnuller sei kaputt und sie müsse daher ohne Schnuller schlafen gehen. Was, nebenbei bemerkt, nicht einmal gelogen war, denn der Gumminöppel vorne dran war wirklich nicht mehr ganz einwandfrei und der Ersatzschnuller war schon ein paar Tage zuvor den Weg alles Irdischen gegangen. Fertig, ab, aus.
Mag sein, daß nun ob dieser ersatzlosen Streichung ein Aufschrei durch das Blog-Mütter-Kollektiv geht. Aber für mich ist das Aufgeben des Schnullers einer von vielen ganz normalen Schritten auf dem Weg zum Großwerden. Irgendwann sind manche Dinge eben einfach vorbei, vorüber, weg, und es beginnt ein neuer Abschnitt. Man kann nicht erwarten, im Leben für alles und jedes entschädigt zu werden. Deshalb schüren wir als Eltern diese Erwartungshaltung gar nicht erst durch diverse Feenbesuche. Schon erst recht nicht, solange unsere beiden Kinder ohnehin schon im Luxus schwelgen und ich immer wieder die vielen geschenkten Spielzeuge neu sortieren und die Auswahl auf jeweils wenige Stücke begrenzen muß. Bei der Zahnfee kann ich den Hype schon erst recht nicht verstehen, denn für den alten Milchzahn wächst schließlich ein großer neuer. Das reicht doch wohl als Entschädigung, oder?
Saskia hat das ersatzlose Verschwinden des Schnullers jedenfalls gut weggesteckt. Wir hatten uns für die Aktion einen Abend ausgesucht, an dem sie ohnehin zum Umfallen müde war und aller Voraussicht nach problemlos ohne Schnuller einschlafen würde. Und so verhielt es sich dann auch tatsächlich. Ab und an erzählt sie mir nun noch, der Schnuller sei kaputt, aber brauch ma nich mehr!. Das war es aber auch schon.
PS: Und soll ich mal ganz ketzerisch sein? Der Sinn einer sogenannten Einschulungsfeier erschließt sich mir auch nicht ganz. Ich fiel fast vom Glauben ab, als ich mit Eintritt in die erlauchten Kreise des Elternordens erfuhr, daß es neuerdings üblich ist, den ersten Schultag fast so aufwendig zu feiern wie die Volljährigkeit.