“Ein sehr angenehmer Mensch” *)
Ja. Ist er. Und noch so viel mehr. Und er hinterläßt eine Lücke, wie aus einigen mitgehörten Dialogen deutlich wird.
Bei manchen Abschieden ist der Abschied tatsächlich der Abschied. Man geht nach ein paar Worten und Gedanken des Bedauerns (oder auch nicht) zur Tagesordnung über, und spätestens mit dem Beginn einer neuen Woche verblaßt die Trennung vollends vor dem Hintergrund des Alltags.
Diesmal nicht. Diesmal werden Stimmen laut, daß man sich ein Wiedersehen wünscht. Sogar schon mit ersten Termin- und Ortsvorschlägen für das Ende des Jahres. Also nicht das oft pflichtbewußt-halbherzige “Man müßte vielleicht mal”, sondern ein konkretes, ehrliches “Wir möchten auf jeden Fall”.
Ich bin nicht einmal die treibende Kraft. Ich stehe nur lächelnd dabei, nicke zustimmend und denke, Du wirst uns schon irgendwie wissen lassen, wenn auch für Dich ein guter Zeitpunkt gekommen ist.
Wenn liebe Worte und Gedanken tatsächlich Kraft geben, müßtest Du jedenfalls schon bald Herkules Konkurrenz machen. :o)
(Aber den Stall des Augias, den laß mal getrost hinter Dir.)
*) Zitat Romuald G.
Konstruktive Gespräche - Lektion I
Tochter: “Tobias, das ist nicht dein Bobbycar! Nimm das blaue!”
Sohn: “Nein!”
Tochter: “Tobias, wenn du nicht sofort das blaue nimmst, dann bekommst du aber Ärger mit mir!”
Sohn: “Nein!”
Tochter: “Tobias, das entscheide ich, nicht du!”
Sohn: “Nein!”
Tochter: “Tobias, du bist dooooof!”
- “Nein!”
- “Doch!!!”
- “Nein!!!”
- “Doch!!!”
- “Nein!!!”
- “Doch!!!”
- “...”
Mutterstolz *g*
Saskia hat im Kindergarten den Helferpokal verliehen bekommen:
Den bekommt jede Woche ein anderes Kind (oder eben auch keines der Kinder) als Anerkennung für besondere Hilfsbereitschaft. Ich bin stolz auf meine
kleine Große.
So langsam geht’s bergauf
Unter anderem dank einiger guter Gespräche und Tips in der vergangenen Woche (und davor), sehe ich langsam wieder Licht am Ende des Tunnels. Nicht zuletzt auch deshalb, weil an dieser Stelle inzwischen etwas aus der Welt geschafft wurde, das mich doch ziemlich bedrückt hatte. Jener Eintrag muß somit auch nicht mehr festgepinnt bleiben.
Dank’ Dir. *lächel*
Und: Ich hoffe, es war heute erträglich.
Meine Suche nach einer neuen Stelle werde ich nun auch wieder etwas verschärfter angehen, denn was hier in der Zwischenzeit abgeht, spottet jeder Beschreibung. Da schreibt doch tatsächlich eine Dame aus dem Management, sie sei “glad to be part of this exciting game” oder so ähnlich. Well, I’m glad it’s just a game to you. For about 25,000 other employees, it’s a threat to their and their families’ very existence. But thank you anyway for this intriguing insight into your perception of the merger. Da weiß man wirklich nicht, ob man es mit Naivität, Gleichgültigkeit oder Zynismus zu tun hat.
Sehr schön fand ich gestern den spontanen Besuch von einem befreundeten Paar, welches dann noch freundlicherweise meinen Mann auf die weitere Fahrradtour mitgenommen hat. Ich habe ihn zwar nicht in dem selben Zustand zurückerhalten, in dem ich ihn verliehen hatte, aber es scheint ihm dennoch gut bekommen zu sein. *LOL* Uwe, Michael: Ich hoffe, Marc hat Euch nicht zu sehr aufgehalten.
Beim Bowlen demnächst könnt Ihr ihn Euch dann nochmal vorknöpfen. Ich werde ja eh wieder Letzte. *g* (Laßt uns doch lieber mal gemeinsam Skifahren gehen!
)
Dann erhielt ich noch eine sehr liebe Mail von meiner Tante Jutta, die mir sinngemäß schrieb, es gebe zwei Sorten von Menschen. Die einen fragen “Wie geht’s?”, damit sie selbst weitergehen können. Die anderen fragen, weil sie ein Stück mitgehen möchten, falls man sie braucht.
Dem gibt es nicht mehr viel hinzuzufügen.
Gibt es sowas? Oder spinne ich?
Ist es tatsächlich möglich, daß man einer Person begegnet, von der man außer dem Namen am Türschild noch gar nichts weiß - und daß sich einem nach fünf Sätzen Konversation direkt die Nackenhaare sträuben, weil man das Gefühl hat, diese Person ist falsch und intrigant? Es liegt definitiv nicht am Äußeren dieser Person. Es liegt auch nicht am Gesprächsthema, denn ich wollte nur eine kurze Auskunft. Und doch hat sich direkt extremes Mißtrauen breitgemacht.
In der Form habe ich so etwas noch nicht erlebt. Regelrecht gruselig war das.
Hier und da.
Ich könnte jetzt einen langen Eintrag darüber verfassen, daß Tobias am Tag vor unserer Abreise nach Schottland krank wurde, Marc am ersten Tag in Edinburgh dann auch, zeitgleich Schwiegermutter und Tochter zu Hause ebenfalls. Daß die Tagesmutter sich mal wieder einen Klops geleistet hat, der Kindergarten von zeitweiliger Schließung bedroht ist, unser Vorgarten durch die Telekom aufgebuddelt werden muß wird, und überhaupt.
Aber mir geht jetzt gerade anderes im Kopf herum. Gratwanderungen zwischen den eigenen und fremden Grenzen, zum Beispiel. Oder auch (andere Baustelle) die Frage, wie man es schafft bzw. ob man überhaupt auch nur versuchen sollte, zwei Menschen miteinander zu versöhnen, von denen man beide Seiten ganz gut verstehen kann, weil man selber schon auf beiden Seiten gestanden hat. So ähnlich jedenfalls. Menschen, die sonst vielleicht den Punkt verpassen, wieder miteinander anzuknüpfen, obwohl so viel Sympathie vorhanden ist. Es tut mir leid um die beiden, denn es scheitert meines Erachtens nicht an den Personen als solchen, sondern an Mißverständnissen, die durch Schweigen zustande kamen. Und somit durch zu viel Interpretationsspielraum. Aber ich weiß nicht einmal, ob es mir überhaupt zusteht, mich da einzumischen. Höchstwahrscheinlich nicht, trotz bester Absicht. Darum werde ich es lassen.
Bleiben wir also beim Thema Grenzen. Da Mails, SMS, Anrufe etc. momentan ausscheiden, nutze ich jetzt einfach mal mein Blog und hinterlege einen Text zur Selbstabholung - wann auch immer. Falls überhaupt. Deshalb pinne ich den Eintrag für eine Weile hier oben fest. Nicht, um Dir ein Gespräch aufzunötigen oder eine Reaktion zu erzwingen. Ich weiß ja gar nicht, ob und wann Du das hier jemals liest. Sondern um wenigstens eine Chance zu erhalten, Dich wissen zu lassen, daß ich so sehr hoffe, es wird nichts zwischen uns stehen. Daß Du auf jeden Fall immer willkommen bist. Um Dir die Möglichkeit zu geben, quasi kurz mal in meinen Kopf zu schauen, wenn Du gerade die Kraft und die Nerven dazu hast. Ohne daß ich dafür in Deine Mailbox, Dein Territorium eindringe.
Ich ahne nur ansatzweise, was in Dir momentan alles vorgehen muß. Ich habe oft versucht, es mir vorzustellen, versuche es immer wieder, aber alleine die mir bekannten “Handlungsfäden” sind schon so schwer zu fassen. Und ich bin sicher, selbst diese Menge ist nur die Spitze des Eisbergs.
Was in den Augen einiger wie ein Ende bzw. ein Neuanfang für Dich aussehen mag, erscheint mir weder als das eine noch als das andere. Dabei würde ich Dir beides so sehr wünschen. Ich weiß nicht, wo Du die Kraft für all das hernimmst. Und nein, sie kann und muß nicht auch noch für mich und eine Aussprache ausreichen. Da gibt es wirklich Wichtigere(s). Viel Wichtigeres. Ich ahne also, warum Du schweigst. Glaube ich zumindest. Auf jeden Fall jedoch habe ich es akzeptiert und werde es respektieren. In der Hoffnung, vielleicht irgendwann wieder von Dir zu hören.
Ja, ich war verletzt. Weil Deine Formulierung meinen Wert als Mensch in Frage zu stellen schien, wo es doch theoretisch so viel einfacher und unmißverständlicher gewesen wäre, Deinen eigentlichen Wunsch auszusprechen. Was Du aber wohl genau deshalb nicht getan hast, weil Du mich eben gerade nicht verletzen wolltest. (Dabei hätte es das gar nicht.)
Und dann kam die Erinnerung wieder. An Situationen, in denen es mir schon zu viel war, auch nur einen Telefonhörer hochzuheben, obwohl sogar meine damalige beste Freundin oder meine Großmutter an der Strippe war. In denen ich froh war, wenn ich es so gerade schaffte, meinen Job zu erledigen, die Wohnung leidlich sauberzuhalten und den Kühlschrank mit dem Nötigsten zu füllen. In denen einfach kein Platz für die Wünsche und Gedanken anderer war, weil ich schon an den eigenen fast erstickt bin. In denen das, was ich eigentlich sagen wollte, nicht zu dem gepaßt hat, wie ich es sagte. In denen ich allen gerecht werden wollte und nicht wußte, ob ich mich für diesen Versuch verfluchen sollte oder für meine Unfähigkeit, es tatsächlich zu schaffen. Keine schöne Situation. Kein schönes Gefühl…
Es tut mir leid. Erstens, daß ich viel zu schnell und viel zu heftig reagiert habe. Ich schätze, Du ahnst vermutlich längst, daß ich selber momentan nicht mehr kann. Was Du nicht weiß, ist, daß zu allem Überfluß selbst mein bisher bester Freund mich in letzter Zeit immer wieder verletzt - und ich nicht weiß, warum. Ich war einfach fix und fertig, als es dann so aussah, als hätte ich auch für Dich keinen Wert mehr. Es ist zu viel auf einmal für mich. Trotzdem ist es keine Entschuldigung für meine übereilte Reaktion, die ganz außer acht ließ, wie es Dir im Moment geht. Ich würde das alles so gerne bereinigen, weiß aber nicht, wie. Der morgige Tag macht es ja auch nicht unbedingt einfacher.
Zweitens tut es mir leid für diesen ganzen blöden Schlamassel ringsherum. Ich hoffe, es kommt wirklich bald endlich ein echtes Ende und ein echter Neubeginn für Dich.
In diesem Sinne: Take your time. Ich bin hier. Und da, wenn gewünscht.
Ich würde mich wirklich sehr, sehr freuen, irgendwann wieder von Dir zu hören und zu erfahren, wie es Dir/Euch in der Zwischenzeit ergangen ist.
Was auch immer Dich nun erwarten mag: Tausend liebe Wünsche begleiten Dich.
Kollegen
Markus, danke für den Tee vorhin. Und überhaupt.
*LOL*
Kollege zum Kollegen, nachdem letzterer gestand, das Musical “Hair” nicht zu kennen:
“Ja, ich weiß. Du magst nur Musik, die so klingt, als hätte der Schlagzeuger seine Instrumente die Treppe runtergeschmissen. Und dann sagst du: ‘Geiles Solo!’”
Erfahrungswerte
Frau… äh… Muttis jüngste Blogeinträge haben mir wieder mal gezeigt, daß es mir schwer fällt, mich so zu öffnen wie sie. Nicht nur hier, sondern auch im sogenannten “Real Life” - wobei ich persönlich denke, daß das hier einfach eine Teilmenge des echten Lebens ist, kein Paralleluniversum. Aber es muß schon viel passieren, daß ich hier Einträge schreibe wie z.B. den einen über das Tanzen vor ein paar Monaten. Oder den über das Mobbing in der Grundschule. Es muß allerdings auch viel passieren, bevor ich so etwas jemandem live erzähle.
Warum eigentlich? Ich habe heute mal länger drüber nachgedacht und mir kam zunächst in den Sinn, daß es sich vielleicht einfach um gesunden Menschenverstand handelt. Denn wer Schwäche zeigt, wird - wie Pia ja auch erfahren mußte - angegriffen. Nicht von allen, aber immerhin. Und wozu sollte man das riskieren? Aber während mein Kopf sich noch zu dieser schnellen und rationalen Erkenntnis beglückwünschte, war meinem Bauch schon längst klar, daß das nicht mein wahrer Grund ist, denn ich verschließe mich auch vielen Menschen gegenüber, denen ich eigentlich vertrauen können müßte. Denn ich habe Angst, sie zu verlieren, wenn ich nicht mehr nur die Starke bin, sondern auch mal selbst etwas brauche, falsch mache oder mir auch nur wünsche. Woher diese Angst kommt? Erfahrungswerte. Reichlich. Ich durfte meinen Mitschülern zwar Nachhilfe geben, aber um sich mit mir irgendwo sehen zu lassen, war ich nicht gut genug, nicht cool genug, nicht hübsch genug. Zu Feten, Treffen und sonstigem lud man lieber die anderen ein. “Nicht gut genug” zieht sich eigentlich wie ein roter Faden durch meinen Lebenslauf. Als ich ca. 10 Jahre alt war, kam sogar von meiner damaligen Mutter der Spruch: “Wenn ich ein Kind hätte, das ordentlicher ist als du, hätte ich es viel lieber als dich.” (Das glaube ich ihr selbst heute noch aufs Wort.) Von meinen Erfahrungen beim Tanzen berichtete ich bereits. Gelernt wurde “an” mir, zum Ball ging man mit anderen.
Und wenn oft genug in die selbe Kerbe gehauen wurde, hat man irgendwann gelernt, daß nicht man selbst als Person zählt, mitsamt seinen Eigenheiten, Empfindlichkeiten, Ängsten, Mißerfolgen und Sorgen, sondern nur das, was man dem anderen gerade geben kann. Also präsentiert man eben den allermeisten Menschen nur noch seine starken Seiten. Die nützlichen. Die Eintrittskarten zum Social Life.
Selbst wenn man weiß, daß man dadurch viel zu leicht zu “haben” ist, weil man aus Angst, unbequem zu werden, alle eigenen Bedürfnisse negiert.
Selbst wenn man weiß, daß man den anderen auch eine Chance geben müßte.
Selbst wenn man weiß, auf welch tönernen Füßen “Freundschaften” stehen, in denen man fallengelassen wird, sobald man in einem Tief steckt.
Selbst wenn man in einem Tief fast erstickt.
Wie merkbefreit muß man eigentlich sein?
Nämlich um der Belegschaft an Tag 1 mitteilen zu lassen, daß mal eben 25.000 Mitarbeiter rausgeschmissen werden, und dann an Tag 2 eine Wischi-Waschi-Mail mit der Order rumzuschicken, daß ebendiese Belegschaft die Geschäftsinteressen bitteschön immer an oberste Stelle rücken soll.
Die müssen doch wohl einen gigantischen Sprung in der Schüssel haben!
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