Fortschritte
Als unsere ehemaligen Nachbarn (und Ersatzgroßeltern unserer Kinder) gestern spät am Nachmittag spontan ins Keksebacken platzten, haben die Kinder und ich uns sehr gefreut. Wir hatten uns auch schon länger nicht mehr gesehen. Sie blieben noch bis nach dem Bad der Kinder - und eine halbe Stunde später habe ich sie freundlich gefragt, ob ich sie lieber für einen anderen Tag nochmal einladen dürfe, weil das Abendessen mit den völlig aufgedrehten Kindern zu einem absoluten Chaos geriet. Kein Problem - am 8. November gehen sie sogar mit Saskia in den Westfalenpark zum Laternenfest.
Noch vor wenigen Wochen hätte ich zähneknirschend hingenommen, daß die gesamte Abendroutine außer Kontrolle gerät und irgendwann weit nach der üblichen Zeit zwei knatschige Adrenalinbündel nur noch unter Druck ins Bett zu bekommen sind.
Diesmal nicht. Geht doch! ![]()
Auch die Bitte an Marc, mich noch eine Weile alleine Musik hören zu lassen, wurde problemlos erfüllt. Es ist noch nicht allzulange her, da hätte ich mich nicht getraut, klar zu sagen, daß ich mich nach dem langen Tag auf etwas Zeit für mich alleine gefreut und keine Lust auf eine Unterhaltung habe.
Diesmal schon. Geht doch! ![]()
Und dann hat mich heute morgen eine Kollegin, die ich länger nicht gesehen hatte, gefragt, wie es mir geht. Und zwar in einem Ton, der mir zeigte, daß sie es tatsächlich und wirklich-wirklich wissen wollte. Da hätte ich fast vor Freude geheult, alleine wegen dieser Frage und der Art, wie sie gestellt wurde.
Früh übt sich
Seit Tobias vor kurzem mit großer Faszination einem Kellner zugeschaut hat, trägt er sämtliche Teller, derer er habhaft werden kann, immer mit weit ausgestrecktem Arm auf der Handfläche vor sich her. Ich grinse mir eins und weiß auch schon, wohin ich den Jungen später in die Lehre schicke. *ggg*
Tücken der Technik
Euphorische Meldung unserer Haustechnik: In der Dortmunder Kantine könne ab sofort mit dem Werksausweis bezahlt werden. Der Kartenleser sei gerade installiert worden.
Dummerweise genau so, daß der Rolladen vor der Theke nicht mehr runterging. Und schon ist der Apparat wieder weg.
Bei unseren Beschaffungswegen wird es wohl an die zwei Wochen dauern, bis er zehn Zentimeter weiter hinten, rechts oder links wieder neu montiert wird.
Baustellen
Es war schon wieder ein lehrreicher Tag heute. Am Nachmittag habe ich mich sogar getraut, einen Wunsch offen “auszusprechen”, den ich eigentlich noch lange nicht eingestehen wollte. Aus Angst, den anderen zu verärgern, verschrecken, ver… Whatever. Es ist für mich zur Zeit noch eine ziemliche Gratwanderung zu unterscheiden zwischen wirklich unangemessenen Wünschen (oder gar dreisten Forderungen) und dem Hinweis: “Bitte nimm mich als verletzbaren Menschen mit eigenen Bedürfnissen und Gefühlen an. Bitte versuche auch mich zu verstehen.” Aber zu meinem momentanen Lernprozeß gehört eben, zu mir selbst zu stehen und zu dem, was ich brauche oder was mir wichtig ist, statt mich unsichtbar zu machen. Seit ich mir das vermehrt ein- und zugestehe, merke ich, wie ich generell entspannter werde, mit Unvorhergesehenem besser klarkomme und vieles nicht mehr persönlich nehme, was mich zuvor aus der Bahn geworfen hätte. Und auch wesentlich ernster genommen werde, mit dem, was ich möchte.
Aber wie dem auch sei: Ich hoffe, ich konnte mein Anliegen zumindest nachträglich so formulieren, daß mein Gesprächspartner gemerkt hat, daß ich ihn in keiner Weise unter Druck setzen möchte, sondern nur einen wirklichen Herzenswunsch geäußert habe und auch weiß und akzeptiere, daß er nicht sofort erfüllt werden kann. Leicht gefallen ist es mir nicht, ihn überhaupt auszusprechen. Die Begründung einzugestehen, war noch schwieriger. Aber “wer nicht wagt, der nicht gewinnt”, oder wie es so schön heißt. Nun steht der Wunsch im Raum, und da lasse ich ihn nun stehen und mache vorsichtig die Tür hinter mir zu. Der Raum gehört wieder ganz Dir. Der Schlüssel sowieso.
Bisher habe ich keinen Grund zu der Annahme, daß Du hier zur Zeit mitliest. Es würde mich zwar freuen, in Anbetracht Deiner Situation aber eigentlich auch eher wundern, denn Deine Zeit ist knapp genug. Ich schreibe trotzdem oder vielmehr genau deshalb mal einen Gruß hier ins Blog statt in eine Mail, weil ich das Gefühl habe, daß Du gerade wieder Zeit für Dich allein benötigst. Zumal ich mir auch denken kann, welches Deine “beiden Baustellen” sind. Bei der ersten wünsche ich Dir und bei der zweiten bin ich mir eigentlich fast sicher, daß mit vielleicht noch etwas mehr Zeit wieder etwas sehr Schönes daraus wachsen kann. Ich würde es Dir so sehr gönnen, denn ich glaube gespürt zu haben, wie schwer Dir zumindest dieser zweite Punkt auf der Seele liegt. Meine Überzeugung ist, daß man eigentlich irgendwann alles heilen und verzeihen kann, wo keine Bosheit, Gehässigkeit, Berechnung oder Niedertracht im Spiel war. Alles Eigenschaften, die ich keinem der Beteiligten zutraue.
Yorkshire Pudding
Am 31. Juli 2007 schrieb ich hier ins Blog:
“Manchmal schleudert einem das Leben Überraschungen entgegen wie ein Wurmloch ein Raumschiff aus einem unbekannten Quadranten.
So liest man dann plötzlich nach über 20 Jahren eine Nachricht von der ersten großen Liebe. Der, von der man damals geglaubt hat, man käme nie darüber hinweg. Der, von der man damals geglaubt hat, man könnte nie verzeihen. Der, die man erst nach knapp drei Jahren überwunden hatte.
Und dann stellt man fest, daß sich hinter der anfänglichen Verwunderung nur Freude versteckt. Und der Wunsch, sich mal zusammenzusetzen, die Familien einander vorzustellen und endlos zu quatschen.”
P., Jahrgang 1961, hatte mich 1986 für seine jetzige Frau sitzengelassen und - bei einer Fernbeziehung zwischen Dortmund und Leeds - lange nicht den Mut gefunden mir zu beichten, daß die Beziehung vorüber war und er sich neu verliebt hatte. In eine Frau seines Alters, eine Kollegin. Ich erfuhr es durch Zufall und über einen Dritten. Lange, lange, lange hat es gedauert, bis ich an P. auch nur denken konnte, ohne daß mir eine rotglühende Metallkugel in den Magen rutschte, der Mund trocken wurde und ich am liebsten auf eine unbewohnte Insel verschwunden wäre. Seine Briefe und Fotos haben auf unserem Balkon damals lichterloh gebrannt. Trauer, Enttäuschung, Machtlosigkeit, Wut, Nichtbegreifen - all das brannte mit.
Dann schrieb P. im vergangenen Sommer im Web in mein Gästebuch. Ich hätte zunächst fast nicht registriert, um wen es sich bei dem Kommentator handelte, aber als ich es begriffen hatte, antwortete ich direkt. Und bekam meinerseits ein paar freundliche Zeilen zurück. Zwei Tage später schrieb ich ihm eine Mail zu seinem Geburtstag. Sie bestand eigentlich nur aus der Überschrift, einem Smiley und der Unterschrift. P. war platt, daß ich das Datum überhaupt noch wußte. Und schrieb zurück. Etwas mehr als zuvor. Aus unserem ersten Mailkontakt letztes Jahr wurde auf diese Art erst ein langsames Herantasten, dann ein ziemlich explosiver “Meinungsaustausch” - im wahrsten Sinne des Wortes - und anschließend ein ausgesprochen entspannter, interessanter und in beide Richtungen warmer Kontakt, der bis heute andauert. P. hat zwei nun fast erwachsene Söhne und seine Frau scheint ausgesprochen sympathisch zu sein. Die beiden lieben sich immer noch. Aber selbst wenn das nicht der Fall wäre, so denke ich, daß es schon in Ordnung war, wie es damals kam. Über das Wie könnte man streiten, aber mit dem Resultat bin ich heute mehr als einverstanden.
Es ist nun über ein Jahr später und vielleicht wird aus meinem Wunsch von 2007 in 2009 sogar Wirklichkeit. Wer hätte das gedacht? Ich am allerwenigsten.
Männer
Kann man es Arbeitsteilung nennen, wenn ein Mann im Haus für die Unordnung und die Frau fürs Aufräumen zuständig ist? Und wie läßt es sich bitte miteinander vereinbaren, wenn ein ansonsten zum Chaos berufener Mann Spaß am Reparieren alter und Bauen neuer Dinge hat? Ist das nicht ein Widerspruch in sich? Und was passiert eigentlich, wenn nicht ein Mann und eine Frau, sondern zwei Männer zusammenleben? Finden die überhaupt jemals noch irgendwas wieder? Haben die jemals saubere Wäsche im Schrank? Oder sauberes Geschirr? (Falls sie nicht zufällig gerade Holger und Gunnar heißen und eigentlich aus einem Möbelhauskatalog entwischt sind? *g*)
Fragen über Fragen!
Jeder Jeck ist anders
Gestern hatte ich die Gelegenheit, wieder einmal bewußt wahrzunehmen, wie unterschiedlich Menschen sein können und welche Spannungen daraus entstehen können. Völlig unbeabsichtigt und dummerweise oft unbemerkt. Wieviel Arbeit und wie erschöpfend es sein kann, sich auf einen Menschen einzustellen, der so völlig anders “tickt” als man selbst. Weil man diesen Menschen gerne hat und auch gerne als feste Größe in seinem Leben hätte. Ich hatte Gelegenheit festzustellen, wie lohnend es ist, wenn man mit der Zeit immer mehr begreift, immer mehr akzeptiert und es dann irgendwann den finalen “Klick” macht und man es geschafft hat. In diesem Fall nach einem Mailwechsel, einem Telefonat und schlußendlich mit einem Blick auf bzw. in (m)ein Lesezeichen.
“Management ist…
wenn zehn Leute für das bezahlt werden, was fünf billiger erledigen könnten, wenn sie nur zu dritt wären und zwei davon krank sind.”
(Via Mail. Danke, Markus! *g*)
Bitte nicht jetzt schon
Tochter: “Guck mal, was hat das Kind auf dem Rücken?”
Mutter: “Einen Schulranzen. Da drüben ist eine Schule und das ist ein Schulkind.”
Tochter: “Und wann komme ich in die Schule?”
Mutter: “In drei Jahren. Noch tausendmal schlafen. Du bist ja gerade erst in den Kindergarten gekommen.”
Tochter: “Ich will aber nicht mehr in den Kindergarten!”
Mutter: “Warum nicht?”
Tochter: “Da ist es langweilig! Immer nur spielen und spielen und spielen und essen und essen!”
Mutter: “Was möchtest du denn sonst gerne machen?”
Tochter: “Lesen und schreiben!”
Das kann ja noch heiter werden.
Endlich amtlich
Eine Woche Urlaub, vom 24. bis 28. November.
Einfach mal so, nur für mich, bisher noch ohne konkrete Pläne.
Seite 1 von 6 Seiten 1 2 3 > Letzte »