Sag’ ich doch

Gestern mittag rief unsere bisherige Tagesmutter bei Marc auf dem Handy an und teilte ihm mit, daß sie noch bis Mittwoch nächster Woche ausfällt. (Und ich wette abermals: Dabei wird es nicht bleiben.)

Ein paar Stunden später hatte ich eine fette Mandelentzündung und 38,9°C Fieber. Wenn ich zynisch wäre, würde ich sagen: “Endlich, hier ist meine Notbremse.” Inzwischen, nach 12 Stunden Schlaf, ist zumindest das Fieber aber auf 37,5 runter. Außerdem wollen wir heute abend noch mit einem befreundeten Paar in ein Konzert. Und das lasse ich mir nach dieser besch…enen Woche garantiert nicht auch noch verderben.

Und was die Kinderbetreuung bzw. deren Ausfall angeht: Von mir aus. Das ficht mich nicht mehr an. Die neue Tagesmutter hat gestern zusammen mit ihrem Sohn im Sturm Tobias’ Herz erobert und war auch schon vom Jugendamt vorgewarnt, daß sie evtl. schon ab Montag als Ersatz einspringen muß. Das sollte also das geringste Problem sein.


Junk Science

Eine Religionslehrerin klärt Kinder der dritten Klasse auf, daß es keinen Weihnachtsmann gibt. Und erhält daraufhin einen bitterbösen Brief von der Mutter eines der Kinder. Weil es ja schließlich Elternsache sei, wann man sein Kind dahingehend aufklärt. Bzw. ob überhaupt.

Übertragen wir diese Logik spaßeshalber doch mal auf das Thema “Intelligent Design”...


Nägel mit Köpfen

Als unsere Tagesmutter erfuhr, daß ich mich beim Jugendamt umgehend nach Backups und Alternativen erkundigt habe, rief sie prompt hier an und meinte bissig und in weinerlicher Märtyrerpose, dann nehme sie Tobias eben trotz Krankenschein. Das allerdings habe ich nun wiederum unter Hinweis auf versicherungstechnische Unklarheiten abgelehnt.

Nach einer gründlichen Aussprache, in deren Verlauf sich die Gute in einen Haufen Widersprüche verwickelte und mir indirekt unterstellt hat, wir würden uns nicht ausreichend um Tobias kümmern, denn er sei ja so “in sich gekehrt” (??? => Siehe hier. Oder => hier.), werde ich heute nachmittag eine andere Tagesmutter kennenlernen, die Tobias ab Januar betreuen könnte. (Und noch dazu quasi “um die Ecke” wohnt.)

Das ganze Herumgeeiere nützt ja nichts, da muß man schnellstmöglich die Fronten klären. Es ist ja auch nicht so, als ginge es nur um krankheitsbedingte Ausfälle, sondern da werden Geburtstage der eigenen Kinder, Behördengänge, erkrankte Schwiegermütter und sonstwas als Gründe hergenommen, uns kurz vor knapp eine Absage zu servieren. Ich als “normaler” Arbeitnehmer muß für solche Angelegenheiten einen Teil vom normalen Urlaub opfern. Dann soll sie das bitte auch tun - und nicht erwarten, daß ich die Hälfte meines eigenen dafür draufgehen lasse, während sie ihren Urlaub komplett fürs Camping nutzen kann - was ich ja zusätzlich noch abdecken muß. Wenn andere Eltern sich das bieten lassen, fein. Marc und ich sind dazu nicht mehr bereit.

Die Krönung war noch der Vorschlag, ich könnte mich doch selber krankschreiben lassen, damit ich meinen Urlaub nicht opfern muß. Was mich zu der Annahme bringt, daß sie wohl einen Arzt kennt, bei dem solche Gefälligkeiten zum Standardprogramm gehören? Interessant… Paßt auch gut zu dem Vorschlag vor einiger Zeit, wir könnten unserer Haftpflichtversicherung ja sagen, Marc oder ich hätten die Brille ihrer Tochter zerbrochen, statt Saskia - für deren Unfug in diesem Alter noch keine Versicherung aufkommt. Zitat: “Haben wir auch schon mal so gemacht.” Ah ja…

Eventuell beginnt die neue Betreuung sogar schon am Montag, denn trotz aller gegenteiligen Beteuerungen bin ich davon überzeugt, daß wir am Sonntagabend oder Montagmorgen einen Anruf unserer bisherigen Tagesmutter erhalten werden, daß sie noch länger ausfällt. Wenn sie allerdings glaubt, uns damit eins auswischen zu können, hat sie sich geirrt.


resigniert, stocksauer, einfach fertig

Die Tagesmutter ist natürlich bis Ende der Woche krank. Und ich gehe jede Wette ein, daß sie am Sonntagabend wieder mal kurz vor knapp hier anruft und in die Verlängerung geht.

Die ganzen letzten Wochen habe ich mich an dieser einen Urlaubswoche “festgehalten”, wenn es mir mies ging. Alles, was ich wollte, waren mal ein paar Stunden für mich, ohne Geschrei, ohne Gezappel, ohne Ich-Will, ohne Im-Trippelschritt-Laufen, ohne ständiges Aufpassenmüssen, ohne Etwas-Erledigen-Müssen. Morgens wenigstens zwei- oder dreimal endlich wieder ausschlafen können. Mal in Ruhe etwas essen dürfen, ohne Gezeter, Geschmier und ständiges Aufspringen! Ist das wirklich zuviel verlangt?
Für heute haben meine Eltern beide Kinder bei sich, von Marc organisiert, weil ich gestern abend hier unten im Keller einen halben Nervenzusammenbruch hatte. Aber das ist keine Dauerlösung, und sobald ich die beiden heute abend wieder abgeholt habe, bin ich wieder im selben Zustand wie vorher. Ich mag nicht mehr und ich kann nicht mehr. Und ich will nicht mehr können müssen.


Rohr frei

Der Klempner war für den prompten Service erstaunlich preiswert: 82,- €, und zwischen Anruf und Ankunft verging keine Stunde. Ein anderes Unternehmen bot den selben Service für über 300,- € an. Schon klar. *an die Stirn tipp*

Erwähnte ich übrigens schon, daß uns dann beim Abendessen ein Anruf der Tagesmutter ereilte, daß sie morgen früh mal wieder zum Arzt muß? Das war dann einer der Momente, in denen ich merke, daß meine ruhige Fassade trotz aller guten Vorsätze und Maßnahmen der letzten Wochen doch noch reichlich instabil ist.


Nun reicht es.

Sobald ich Saskia nachher aus dem Kindergarten abgeholt habe, werde ich den 24-Stunden-Sanitärdienst rufen und diesem Elend ein Ende bereiten. Die “normalen” Klempnereien der Umgebung können frühestens übermorgen jemanden vorbeischicken, und außerdem sehe ich es gar nicht ein, einen Urlaubstag mit Warten auf Godot

irgendwelche Handwerker draufgehen zu lassen. Ganz davon abgesehen, daß ich auch gerne wieder länger als 3 Minuten lang duschen möchte.


War ja klar.

Am Abend meines ersten Urlaubstages haben alle drei Abflüsse im Badezimmer beschlossen, mal eben komplett zu verstopfen. Gleichzeitig. Einzig die Toilette ist noch normal benutzbar, und so versuche ich seit heute morgen, mechanisch und chemisch für freie Rohre zu sorgen.

Dieses Jahr sind bisher alle Urlaubstage für irgendwelchen zu erledigenden Mist draufgegangen oder waren durch die Krankheit diverser Familienmitglieder ruiniert, inklusive des Kurztrips nach Edinburgh. Ich bin also gespannt, was der Rest der Woche noch zu bieten haben wird. Na wenigstens war ich gestern schon beim Augenarzt und beim Optiker. Zumindest da kann mir nichts mehr dazwischenkommen.


Danke!

Danke, Frau Ami! Danke, Danke, Danke! Und ich dachte schon, ich sei die Einzige, die das Sandmännchen bzw. die darin gezeigten Mini-Filme einfach nur unerträglich blöd findet. Allerdings finde ich nicht mal das von Frau Ami positiv erwähnte Miffi gut. Die Figuren sind völlig ausdruckslos und das Kind, das aus dem Off die Texte dazu vorliest, macht aus jedem t ein th und aus jedem d ein t, als würde ihm beim Vorlesen Preßluft durch den Hals gedrückt. Grausam! Die einzigen Beiträge, über die ich lachen kann und die ich auch gerne mit ansehe, sind die mit dem Piraten und seiner Lachmöwe. Ich weiß gerade nicht, wie die beiden heißen. Aber der Rest? Da kommt mir das kalte Grausen!


Noch mehr Schnee

Schnee! Wie sich gestern beim Rodeln auf dem Kahlen Asten herausstellte, sind unsere Kinder nicht gerade begeistert von Schnee im Überfluß. *g* Ich denke, ich werde sie heute nachmittag im Garten mal langsam an die weiße Pracht gewöhnen, denn wenn ich so zurückdenke, ist dies tatsächlich der erste Winter, den sie a) beide bewußt erleben und in dem b) auch tatsächlich Schnee liegt. Kein Wunder, daß einem das Zeug dann vorerst nicht geheuer ist. Wir versuchen es also erst einmal mit einem Schneemann auf der Terrasse und hoffen, daß unser Nachwuchs bis nächstes Jahr Alpen- und Skischultauglich ist. wink

<= Nachtrag: Zumindest Saskia hatte im Garten Spaß. Tobias war jedoch nicht dazu zu bewegen, sich mit dem komischen weißen Zeug zu beschäftigen. *g*


Telefonkonferenzen und ihre Folgen

Meine gestrige Telefonkonferenz mit einigen ausländischen Teilnehmern hatte ein reichlich unerwartetes Resultat: Vier Kollegen, die ebenfalls gerade in meinem Büro waren, haben mich spontan gebeten, ihnen Englischunterricht zu erteilen, zugeschnitten auf ihre beruflichen Belange. Mein Vorgesetzter wird vermutlich aus abrechnungstechnischen Gründen sein Einverständnis verweigern. Zumindest offiziell. Aber die Bitte hat mich trotzdem gefreut.



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