“Scho-Ell” oder: Vorhin beim Kinderarzt
“Scho-Ell, wasmachstduda?!”
(...)
“Scho-Ell, kommher!”
(...)
“Scho-Ell, laßdas!”
(...)
“Scho-Ell, nein!”
“Scho-Ell” läßt das Gezeter seiner Erziehungsbeauftragten sichtlich kalt. Er versperrt weiterhin der Dame mit dem Kinderbuggy den Weg, spielt mit der Tür des Wartezimmers und traktiert den Lichtschalter.
“Scho-Ell, machdasLichtwiederan!”
(...)
“Scho-Ell, nein!”
(...)
“Scho-Ell, ne-hein!”
(...)
“Scho-Ell, NEIN”
(...)
“SCHO-ELL!!!”
Vielleicht hätte es geholfen, wenn die gute Frau sich mal von ihrem Sitz erhoben und zu ihrem Sohn begeben hätte. Um ihn evtl. auch einfach mal manuell vom Tatort zu entfernen? Ich mein ja nur so…
Kopf => Tisch
PaperC
“Wer sich auf der Web-Plattform von PaperC anmeldet, kann mehrere Tausend Fachbücher komplett lesen gratis. Nur das Ausdrucken und Bearbeiten der Seiten kostet Geld.” => http://paperc.de/
Von Käfigen und Narren
“Kreatives, spontanes Spiel in verschiedenen sozialen Situationen.”
Das hat Wikipedia sehr nett auf den Punkt gebracht. Hallenspielplätze sind eine Fundgrube für Soziologen und Satiriker gleichermaßen, wie ich am Wochenende anläßlich der Geburtstagsfeier unseres Sohnes feststellen durfte.
Von den Erfahrungen, die bereits der Kinderdok seinerzeit so hübsch dokumentiert hat, wollen wir heute mal nicht sprechen. Werfen wir stattdessen einen Blick in den
Bereich mit den überdimensionalen legoähnlichen Noppen-Bausteinen.
Szenario: Vier Gruppen, jeweils bestehend aus mindestens einem Erwachsenen und einem Kind. Alle mit dem Bestreben, ein Häuschen zu errichten, in dem das jeweilige Kind stehen kann. Des weiteren eine beträchtliche, nichtsdestotrotz jedoch begrenzte Anzahl von Bausteinen.
Nachdem nun jede Gruppe mit einigen Steinen den Grundriß ihres Häuschens festgelegt und mit ein paar weiteren Reihen quasi festzementiert hatte, wurde schnell klar, daß die Steine nie und nimmer ausreichen würden, um sämtliche geplanten Bauwerke inklusive Dach fertigzustellen. Insbesondere für das ambitionierte Riesenprojekt der vierten Gruppe, deren Grundriß gut ein Drittel des Bau-Areals einnahm, sah es ziemlich mau aus. Nun sollte man ja meinen, daß - wenn schon die Kinder nicht auf die Idee kommen - doch zumindest einer der Erwachsenen eine Kooperation mit einem der anderen Bauherren vorschlägt. Weit gefehlt.
Gruppe 1 verläßt bald darauf den Ort des Geschehens. Gruppe 2 nutzt die Gunst der Stunde, um sich das hinterbliebene Fundament flugs unter den Nagel zu reißen, während Gruppe 3 - die mit dem größten Grundriß - in der Zwischenzeit einen guten Teil der im Spielbereich erreichbaren losen Steine zusammenrafft und in ihrem Rohbau bunkert, bis dieser fast überquillt. Ringsum sieht es mittlerweile ausgesprochen aufgeräumt aus; die Klötze sind fast aufgebraucht. Gruppe 4 baut unbeirrt mit den Steinen weiter, die in ihrer Reichweite liegen und von Gruppe 3 noch nicht annektiert wurden. Ihr Haus ist wenig später halbvollendet und wird nach einem kurzen Check der aussichtslosen Lage einfach als Klettergerüst genutzt. Gruppe 3 hat inzwischen alle gebunkerten Steine verbraucht und versucht nun mehr oder weniger heimlich, zusätzliche Steine bei der verbliebenen noch bauenden Gruppe zu entwenden. Statt vielleicht doch nochmal die Größe des Grundrisses zu überdenken…
Am meisten gewundert hat mich allerdings die Tatsache, daß es bei genauem Hinsehen die Erwachsenen waren, die 1. den meisten Ehrgeiz und 2. die meiste “kriminelle” Energie in den Bau gesteckt haben. Interessanterweise haben sich ihre Kinder relativ bescheiden verhalten, während ausgerechnet die Generation der Erziehenden Steine stibitzt, gerafft und gehortet hat.
Ich weiß noch nicht so genau, was ich alles aus diesem Erlebnis gelernt habe. Ich weiß aber ziemlich genau, was diese Kinder lernen. Und daß kein einziges der Häuser komplett fertiggestellt wurde, versteht sich von selbst.
Wenn Insider nicht mehr raus finden
Zu den Vorteilen des Internet gehören die Informationen, die man durch die üblichen Medien wie Print und Rundfunk nie oder nur auf Umwegen erfahren würde.
Zu den Nachteilen des Internet gehört der Schrott, der durch die üblichen Medien wie Print und Rundfunk nie oder nur auf Umwegen je verbreitet würde.
Eines der haarsträubendsten Beispiele, die mir in jüngster Zeit untergekommen sind, ist die “Lügengrippe”. Dieser Seite zufolge sitzt in der Spritze, die bei der Impfung gegen die Schweinegrippe benutzt wird, ein winzigkleiner Chip, der dem zu Impfenden unbemerkt injiziert wird und anschließend nach Belieben von den Apparaten der Regierung manipuliert werden kann. Interessanterweise sind sich die Verbreiter dieses Gerüchtes über seinen exakten Verwendungszweck jedoch nicht einig. Heißt es auf der einen Seite noch “diese Nano-Teilchen funktionieren im Körper dann wie eine Festplatte im Computer und man könne damit alle möglichen Daten abspeichern und sich künftig die e-Card ersparen. Diese Maßnahme sei auch gedacht, um eine genaue Volkszählung zu ermöglich und zum Schutz der Babys. Man vermute nämlich, dass viele Mütter ihre Neugeborenen, von den Behörden unbemerkt, einfach wegwerfen.”, so ist auf der nächsten schon die Rede von tödlichen Frequenzen oder gar Giften, die dieser Chip aussenden soll, um die Bevölkerung zu töten. (Aber gut, im Zweifellsfall kann man diese Funktionen wohl auch kombinieren. ^^) Geschickt wird dabei in beiden Fällen die Frage umschifft, wer wohl mehr profitieren könnte: “Die Regierung” von so einem (kostspieligen!) Chip? Oder nicht doch vielleicht eher die Vertreter der Germanischen Neuen Medizin, die diese Webseiten samt ihrer abstrusen Behauptungen ins Web gestellt haben und nun hoffen, Kunden abfischen zu können, die der Schulmedizin und ihren chipverseuchten Spritzen hoffentlich verängstigt den Rücken kehren?
Gemeinsam haben diese Artikel eines: Sie berufen sich auf obskure Quellen wie Geheimdienste, Militär oder “die Medizin”, bei denen ein Normalsterblicher hoffentlich vor Ehrfurcht erstarrt und direkt jeglichen Gedanken an eine Überprüfung an den Nagel hängt. Ganz prima in diesem Fall auch der Tip auf der zweitgenannten Site: “Abos von Zeitungen und Zeitschriften abbestellen, die unkritsch (weil mainstream-abhängig) über die Schweinegrippe-Impfung berichten und sich für die Regierungs- und Pharmakonzernstrategien einbinden lassen.” (Man könnte ja herausfinden, daß an der Verschwörungstheorie nix dran ist. Gott bewahre!) Des weiteren packen sie den Leser bei der Ehre, indem sie ihn in einen vermeintlich elitären Kreis von noch vermeintlicheren Aufgeklärten aufnehmen: “Dieser erklärte ihr, er wisse von dieser geplanten Chipung, wie überhaupt alle aus der höheren Gesellschaftsschicht darüber Bescheid wüssten.” Wer würde sich nicht geehrt, erhaben und überlegen fühlen, wenn man ihm “Informationen” anvertraut, die sonst nur gehobenen Kreisen zugänglich sind? Wer würde gar noch zu widersprechen wagen? Eben.
Information oder Schrott - die Kunst besteht darin, das eine vom anderen zu unterscheiden. Offenbar fällt dies manchen Menschen etwas schwer. Das ist ja auch an sich nicht weiter schlimm. Schlimm wird es nur, wenn man bei der Analyse nach dem Motto vorgeht: “Alles, was irgendwem Böses unterstellt, muß zwangsläufig wahr sein.” Noch schlimmer wird es, wenn man alle Gegenargumente als unglaubwürdig abtut und seinen Gesprächspartner für uninformiert hält oder ihm gar unterstellt, er sei selbst ein Teil des Bösen. Die Diskussion mit einem Menschen, der so denkt, ähnelt dem Argument “Wenn Du nicht so verrückt wärst, würdest Du merken, wie verrückt Du bist.” Man kann denjenigen niemals überzeugen. Weil er gar nicht überzeugt werden will. Der Chipgläubige fühlt sich viel zu wohl in der Rolle des Insiders, der über Informationen verfügt, auf die nur eine vermeintliche Elite Zugriff hat. Und läuft vermutlich mit einer PayBack-Karte im Portemonnaie durch die Gegend, die dem Einzelhandel wunderschön detaillierte Informationen über sein Konsumverhalten übermittelt.
PS: 76 children dead of swine flu as cases rise. (Dank an @Fischblog für den Link) Ach ohje, Entschuldigung - ist ja von ‘nem Mainstream-Medium, und ich gehöre ja auch nur zur Mittelschicht…
Alles ist relativ
Obama bekommt den Friedensnobelpreis? Für was? Für einen Haufen Absichtserklärungen, die der Senat sowieso demnächst abschmettern wird? Während das von ihm regierte Land noch mitten in einem Krieg steckt? WTF?!
Mein lieber Schwan, da muß der Rest der Nominierten-Shortlist aber aus einem Haufen ziemlicher Pfeifenköppe bestanden haben!
Overkill
Vorweg: Sorry, ich habe keine Lust, die ganzen genannten Dienste in diesem Blogeintrag mit den passenden Links zu versehen. Sucht sie Euch bitte selber raus.
Bisher dachte ich eigentlich, mich trotz meines verhältnismäßig hohen Alters zur Web-Generation zählen zu können. Ich habe schon vor der Jahrtausendwende mit Melody auf ICQ gechattet - noch bevor der Typ mit dem roten Plüschrest auf dem Kopf wußte, wie man eine Mailadresse einrichtet. (Zu dem Zeitpunkt besaß ich schon meine erste eigene Domain…) Ich habe mit Word unter Win 3.11 herumgespielt und mir aus den generierten Dokumenten HTML beigebracht, als hinter Netscape noch ein 2.x stand. Ich habe Webseiten gebastelt, noch bevor ich meinen ersten eigenen Fernseher besaß. Foren eingerichtet, betreut und Hacks dafür geschrieben. Schreibe seit fast 10 Jahren Internet-Tagebuch bzw. Blog, habe Accounts auf Xing, Facebook, Wer-kennt-wen und weiß der Geier, wo nicht noch alles. Technisch und intellektuell alles kein Problem.
Aber soll ich Euch was sagen? Ich bin’s leid. Ich bin es leid, zehn verschiedene Seiten ansurfen zu müssen, um über auch nur einen einzelnen Menschen auf dem Laufenden zu bleiben. Nun steht auch noch zu befürchten, daß das nette Netzwerk, das ich mir auf Twitter aufgebaut habe, schon wieder zerbröseln wird und ich mir die Einzelteile demnächst auf Google-Wave wieder zusammensuchen muß. Einem Dienst, der sowieso erst weiß-gott-wann überhaupt Normalsterblichen zur Verfügung stehen wird.
Ich bin es so verdammt leid, überall immer wieder von vorne anfangen zu müssen. Ich bin so müde. Irgendwie auch menschenmüde.
“Geben gibt”
Raul Krauthausen mit seinen “Sozialhelden e.V.” “macht mit kreativen Aktionen auf soziale Probleme aufmerksam und beseitigt sie im besten Fall. Ziel ist es, Menschen für gesellschaftliche Probleme zu sensibilisieren und zum Umdenken zu bewegen.”
Das ist ein Projekt, dem ich doch gerne meine Stimme gebe! Würde mich freuen, wenn auch andere für Raul stimmen, damit er den Preis für sein Projekt gewinnen und dem Verein damit zu einer Finanzsspritze verhelfen kann. (Abstimmbutton ist unten links im hellgrauen Text-Kasten.) Danke!
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