Stoffmarktbesuch

Der Besuch des Oberhausener Stoffmarktes am Samstag war nicht nur stofftechnisch erfolgreich und mit Ruth außerdem wie immer lustig, sondern auch ein Lehrbeispiel dessen, was mit Kindern so alles schiefgehen kann. *g*

Logisch, daß es Tobias und Saskia von vornherein langweilig war. Einkaufen mit den Großen - wie öde. ;o) Zwar gab es hier und da hübsche Dinge zu entdecken, die auch das Interesse der Kinder weckten, aber im großen und ganzen zählten nur der in Aussicht gestellte Spielplatz sowie alles Eßbare.

So fing der Besuch denn auch erstmal mit dem Kauf von zwei Bratwürstchen an. Was die Würstchenverkäufer dazu bewogen hat, meinen Kindern noch während des Bezahlvorgangs je einen Keks in die Hand zu drücken und ihnen - von mir nur am Rande wahrgenommen - anschließend eine Schüssel mit diversem Süßkram vor die Nase zu stellen, entzieht sich meiner Kenntnis. Es sollte sich jedoch herausstellen, daß genau diese Aktion ausschlaggebend für den Verlauf des Nachmittags werden würde. Denn nachdem die Bratwurst vertilgt war, beobachtete ich plötzlich aus dem Augenwinkel, wie Saskia etwas verschlang, das nach einem gefüllten Schokoladenei aussah und vorher in blaues Stanniolpapier eingewickelt gewesen war. Sie hatte es wohl ohne mich zu fragen aus der Süßkramschüssel am Bratwurststand mitgehen lassen und ebenso heimlich zu vertilgen versucht.

Nun war der Brocken aber wohl etwas zu groß für den Mund meiner Tochter - und diese fing daraufhin mit vollem Mund prompt an zu weinen. “Nun gut”, dachte ich mir nicht ohne Unmut, “das hat sie sich selber eingebrockt, also soll sie es auch selber auslöffeln.” Saskia bekam also Anweisung, das Schoko-Ei bitte manierlich zu kauen und runterzuschlucken. Anschließend bekam sie ihre Sigg-Flasche mit Wasser zum Nachspülen. Und heulte immer noch. Und heulte, und heulte. Und spuckte immer wieder auf den Boden. Und heulte weiter.

Nach einiger Zeit und einem Blick in Saskias Mund wurde mir klar, daß dieses Schoko-Ei mit irgendetwas gefüllt gewesen sein mußte, auf das Saskia allergisch reagierte. Zunge und Zahnfleisch waren rot und das Zahnfleisch zusätzlich geschwollen. Inzwischen klagte sie auch über Magenschmerzen. Und klagte, und klagte. Kleine Ablenkungsmanöver halfen nicht. Ein Stück trockenes Brötchen half nicht. Auch nicht der Kauf eines hübschen Gürtels, den sie sich selber aussuchen durfte. Was aber half, war wohl die spontane Entleerung des Mageninhaltes direkt vor einem der Stoffstände. ^^ Zitat: “Jetzt isses wieder gut, Mama.” Oooookayyyyyy…

Nachdem ich mir flugs in einem Blumenladen einen Eimer voll Wasser (plus Erdklumpen und Pflanzenresten *g*) besorgt und einen Großteil des Erbrochenen damit an den nächsten Baum gespült hatte (daß dann ein Wasserrinnsal wieder zum Stand zurückfloß, verschweige ich an dieser Stelle *hust*) konnte der Stoffbummel und -kauf dann doch noch erfolgreich beendet werden.

Aber eins steht fest: Der Besuch des Stoffmarktes in Dortmund am 2. Oktober findet ohne Kinder statt. Zumindest mal ohne meine. Weiß ja nicht, was Ruth so plant. *g* Obwohl ich davon ausgehe, daß meine Tochter inzwischen ein- für allemal begriffen hat, daß und warum sie mich fragen soll, bevor sie sich irgendwo irgendetwas zu essen nimmt. Das nennt man wohl “Schule des Lebens”. ^^



  Seite 1 von 1 Seiten

Neue Kommentare

Ute in Eintrag:
Marktregel

Kari in Eintrag:
Marktregel

Ute in Eintrag:
Eislaterne

NK in Eintrag:
Eislaterne

Ute in Eintrag:
Parkplatzprobleme

Rubriken

      

Archiv