Heute kein Amoklauf
Normalerweise stehe ich mit Friseuren ja etwas auf Kriegsfuß, aber heute lief es ausnahmsweise mal ganz gut. Nur mich selbst ohne Blitz zu fotografieren - ich sag nur: “Reflexion” - war dann doch nicht ganz so einfach wie gedacht. *g* Trotzdem: Um dieses wahrhaft historische Ereignis (Hey! Ich! Nicht auf 180! Nach einem Friseurbesuch!) zu dokumentieren, kommt hier ausnahmsweise mal das aktuellste Foto meiner Wenigkeit:

Fühlt sich noch ziemlich ungewohnt an, so kurz…
Siehe Banner
Den Tod vor Augen, wenn das jüngste Kind gerade mal 6 Monate alt ist… Kann jemand helfen?
Wenn die Bundesärztekammer sich mal darüber Gedanken machen würde, ob ihre Blut-/Knochenmarkspendevorschrift bzgl. Englandaufenthalt und BSE-Gefahr nach 20 Jahren überhaupt noch einen Sinn hat, wäre ich ebenfalls längst registriert. So aber kann ich wohl nur den Link weitergeben und für diese Mutter das Beste hoffen.
Coole Tools
http://www.yougetsignal.com/ (Traceroute visuell. Unter anderem.)
http://knowem.com/ (nicht schlecht, um die Person zu einer Mailadresse zu finden)
Petition “Medizinische Sicherheit für Kinder” - neuer Anlauf
Nachdem meine Petition vom März aufgrund einer sehr zweifelhaften rechtlichen Einschätzung (Seite 1 / Seite 2) dem Petitionsausschuß vorenthalten wurde, ist nun auch mein Einspruch gegen diese Entscheidung offiziell abgelehnt worden. Dies bedeutet, daß weder der Ausschuß noch der Bundestag zumindest auf diesem Weg überhaupt je von der Petition erfahren oder gar eine Entscheidung fällen kann.
Ganz davon abgesehen, daß dies meinem Demokratieverständnis zuwider läuft: Beim deutschen Heilpraktikergesetz handelt es sich um einen Mißstand in unserem Gesundheitswesen, der meines Erachtens dringend beseitigt werden muß. Daher habe ich die Petition im selben Wortlaut wie damals auf einem anderen Server veröffentlicht, der jedem Interessierten eine Mitzeichnung ermöglicht:
=> “Medizinische Sicherheit für Kinder”
Ich beabsichtige, die Liste der Mitzeichner direkt an den Bundestag zu schicken, um diesen erstens auf die Problematik an sich aufmerksam zu machen und zweitens aufzuzeigen, wieviel Widerstand sich mittlerweile in der Bevölkerung gegen diesen Mißstand regt. Ich persönlich möchte mir selbst sagen können, daß ich für die medizinische Sicherheit der Kinder alles mir Mögliche getan habe. Es mag der inoffizielle Weg sein, aber an diesem Punkt habe ich bzw. haben wir nichts mehr zu verlieren. Im Gegenteil. Daher von mir eine herzliche Bitte um Mitzeichnung!
Wow.
Wer sich für die Debatte zum Thema Behinderte und Gesellschaft noch weiter informieren möchte, dem sei unbedingt der Text von Jens Bertrams ans Herz gelegt:
=> “Sind wir behindert, oder werden wir behindert?”
(Kommentare sind drüben sicherlich sinnvoller als hier, daher schließe ich meine für diesen Eintrag.)
Die Gesellschaft, dein Feind und Helfer.
Und es begab sich auf Twitter, daß sich eine Debatte entspann um Behinderung. [Editiert, damit die Diskussion nicht abdriftet]
Letztendlich ging es aber um die Frage, inwieweit “die Gesellschaft” die Behinderung eines Individuums “wettmachen” könne und müsse.
Die These einer Teilnehmerin scheint - wenn ich das richtig verstanden habe - zu lauten, daß die Gesellschaft sich nur genug Mühe geben muß, und die Behinderung wird egal und der Behinderte kann exakt genau so leben wie alle anderen auch. Oder anders formuliert: “Behindert ist man nicht, behindert wird man.”
Meine These, von der ich noch immer überzeugt bin: Jede Behinderung wird in erster Linie verursacht durch ein körperliches oder geistiges Defizit des Individuums, nicht durch “die Gesellschaft”. Es wird immer Dinge und Bereiche geben, die “die Gesellschaft” bei aller Mühe, die sie sich gibt, nicht wettmachen kann und schon erst recht nicht verursacht hat. Ein Blinder wird zum Beispiel einen Film im Fernsehen niemals genau so wahrnehmen wie ein Sehender, egal wie gut die Audiokommentare oder auch die Beschreibungen desjenigen sind, der den Film sehend kommentiert. Nie wird er den genauen Gesichtsausdruck, Blickaustausch, Gestik etc. wahrnehmen. Während ich anerkenne, daß Integrationsbemühungen auch von Seiten der Nichtbehinderten kommen müssen, halte ich diesen Satz für überzogen und für einen echten, gleichberechtigten Dialog absolut kontraproduktiv. Im Prinzip heißt jener Satz nämlich nichts weiter als “An jedem Nachteil, der mir durch meine Behinderung entsteht, seid immer nur Ihr anderen schuld.” Der Nichtbehinderte wird quasi zum Feind, den es zu besiegen und zu zähmen gilt, bis er demütig begriffen hat, wo sein Platz ist und was er gefälligst zu leisten hat. Ich finde es gegenüber Nichtbehinderten unfair, sie derart unter Druck zu setzen und das Bild zu vermitteln, Behinderte seien grundsätzlich das Opfer der sie umgebenden, un- oder gar böswilligen Gesellschaft.
Im Zuge der Debatte versuchte ich, die andere Teilnehmerin darauf hinzuweisen, daß von der ach so bösen und unwilligen Gesellschaft und auch von Lebenspartnern, Kindern etc. der Betroffenen schon unendlich viel geleistet wird, um Behinderte zu integrieren. Leider hatte ich in dem Gespräch aber den Eindruck, daß dies nicht anerkannt und gewürdigt wird, sondern nur die noch immer verbleibenden Defizite gesehen werden, neue Forderungen gestellt werden. Wenn irgendetwas nicht geht, meinte diese Person, dann liege das nur daran, daß derjenige nicht genug nachgedacht, sich nicht genug Mühe gegeben hätte.
Doch damit nicht genug: Als ich erklärte, daß es für Sehende zum Beispiel eindeutig einen Qualitäts- und Spaßverlust bedeutet, Audiokommentare für Blinde zu einem Film mit anzuhören, schlug mir Empörung entgegen. Jedoch: Es ist nun mal Fakt. Da quasselt jemand dazwischen mit Informationen, die für uns Sehende völlig redundant sind. Gleiches gilt erst recht für diejenigen, die ihrerseits für einen Blinden einen Film live kommentieren. Während sie A noch erklären müssen, verpassen sie vom Dialog Teil B. Daß man dies als Sehender natürlich in Kauf nimmt und im Leben nicht auf die Idee käme, sich deshalb beim Blinden zu beklagen, steht auf einem ganz anderen Blatt und wurde von mir auch deutlich klargestellt. Es ging mir lediglich darum, mal generell aufzuzeigen, daß die Hilfe, die geleistet wird, auch für den Helfenden einen Preis hat und nicht nur der Behinderte das “Opfer” ist.
Gestern schien es jedoch zu genügen, das überhaupt einmal anzusprechen und aufzuzeigen, um von meiner (blinden) Gesprächspartnerin direkt übelst verbal angegriffen zu werden. Ich solle aufhören, Behinderte weiter zu sanktionieren
(WIE BITTE?), ich müsse wohl krank und ausgebrannt sein (von was?) und sollte mal zum Arzt gehen, wenn mir die Person weniger wert sei als ein Film. (Vorher nicht zugehört?) Und überhaupt sei das alles typisch deutsch. (Gut, damit wäre dann wohl geklärt, daß ein Arzt das wohl auch nicht richten kann…^^)Das war für mich dann allerdings auch das sofortige Ende der Diskussion.
Mal Klartext: Was seitens solcher Leute gefordert wird, läuft auf generelle und emotionale Erpressung hinaus. Da wird die Verantwortung ausschließlich auf die Seite der Nichtbehinderten übertragen. Bei allem, was für den Behinderten schiefgeht oder nicht erreichbar ist, sind nur die anderen schuld. Was für ein herrlich einfaches Weltbild! Daß die geleistete Hilfe durchaus auch für die Nichtbehinderten erhebliche Einschränkungen und Beeinträchtigungen mitbringt, die auch weit über einen zugequasselten Film hinausgehen, soll gefälligst nicht nur totgeschwiegen werden - nein! Noch besser: Man hat all das gefälligst auch noch jederzeit gerne zu tun und jegliches Empfinden einer eigenen Einschränkung vollkommen zu unterdrücken. Eigene Freiräume sind nicht erlaubt, die eigenen Bedürfnisse müssen jederzeit und permanent denen des Behinderten untergeordnet werden. Tut man das nicht, ist man böse, egoistisch und unwillig. Auf jeden Fall hat man einen schweren Charakterfehler oder ist eben krank. Da kann ich nur sagen: Danke fürs Gespräch und auf Nimmerwiedersehen.
Jemand, der permanent mit derart überzogenen Forderungen bedrängt wird und dessen bisherige Bemühungen nicht nur für selbstverständlich gehalten, sondern sogar ignoriert oder gar negiert werden, wird irgendwann gar nicht mehr helfen wollen und sich abwenden. Da wird Unmögliches verlangt. Dem kann man als Nichtbehinderter nicht gerecht werden, und man muß es auch gar nicht. Auch wir sind nicht allmächtig und nicht unfehlbar. Auch wir haben eigene Bedürfnisse, Sorgen und Probleme und keine endlosen Kräfte, keine endlose Geduld. Und das ist auch unser gutes Recht.
Mich gruselt bei der Vorstellung, daß diese Person, mit der ich mich gestern unterhalten habe, offenbar auch Öffentlichkeitsarbeit macht und Behinderte gegenüber Nichtbehinderten repräsentiert. Solche Leute reißen trampeltierartig mit dem Hintern um, was andere mit den Händen im Dialog mit Nichtbehinderten aufgebaut haben. Wäre sie die erste Blinde gewesen, mit der ich mich unterhalten habe, ich würde nie wieder einen von ihnen ansprechen. Mit der Person von gestern will ich jedenfalls nichts mehr zu tun haben. Und erst recht möchte ich ihr niemals helfen müssen.
Religionsfreiheit = Narrenfreiheit?
Als ich heute mal nach dem Endstand einer bestimmten Petition schauen wollte, bin ich dabei über eine andere gestolpert und in deren Diskussionsforum hängengeblieben.
Gefordert wird ein Gesetz, das es den Arbeitgebern vorschreibt, Gläubigen gleitende Pausenzeiten für ihre vorgeschriebenen Gebete, rituellen Waschungen etc. zuzugestehen.
Leider ist die Diskussion bereits geschlossen, sonst hätte ich gerne noch meinen Senf dazugegeben, wie es ja nun mal meine Art ist. *g*
Ganz davon abgesehen, daß manche Arbeitsabläufe nicht nach Belieben unterbrochen werden können, ist meines Erachtens das Problem nicht irgendein Paragraph des Grundgesetzes. Meiner Meinung nach ist das Hauptproblem ein ganz anderes. Nämlich daß der Petent nicht nachweisen kann, inwiefern ihm denn tatsächlich ein Nachteil entsteht, wenn seine Gebetszeiten nicht berücksichtigt werden. Eine angeblich zu erwartende Strafe Gottes dürfte jedenfalls keinen Arbeitsrichter beeindrucken. Denn der Glaube an einen wie auch immer gearteten Gott, dessen angeblichen Willen noch dazu jede Religion anders interpretiert, kann in seiner Natur und Ausprägung durchaus der kindlichen Einbildung eines imagnären Freundes gleichgesetzt werden, wie ja auch jemand in der Diskussion um diese Petition erwähnt. (Bei Kindern jedoch zieht man irgendwann einen Psychologen zurate, wenn diese Phase zu lange dauert.) Daraus folgt, daß es objektiv gesehen völlig wurscht ist, ob und wann jemand betet, weil ohnehin nicht wirklich eine Entität dahintersteht, die bei Auslassung der Gebete Sanktionen verhängen könnte. Daraus wiederum folgt, daß der Wunsch nach flexiblen Pausenzeiten für Gebete durch keine echte, sondern nur durch eine eingebildete Notwendigkeit zu rechtfertigen ist. Und somit Rücksicht auf etwas gar nicht Existentes gefordert wird.
Aufgrunddessen sind auch Vergleiche mit Sonderregelungen für z.B. stillende Mütter nicht sinnvoll. Da besteht immerhin ein nachweisbares, physisches Bedürfnis der Mutter bzw. des hungrigen Säuglings, für den Muttermilch medizinisch belegt die beste verfügbare Nahrung ist. Sich aber an bestimmten Gebetszeiten festklammern zu wollen, gleicht jedoch eher dem inneren Drang bei einer Zwangshandlung. Genau wie jemand, der sich zwanghaft ständig die Hände wäscht, sich einbildet, er würde todsterbenskrank, wenn er das Waschen unterläßt, bildet der betroffene Gläubige sich ein, all die Gebete seien unbedingt nötig, um seinem imaginären Gott zu gefallen. Natürlich halten sowohl der Zwangswascher als auch der Gläubige ihren jeweiligen Glauben für völlig real. Einen Beweis dafür können sie aber nicht erbringen. Diesem Bedürfnis entgegenzukommen wird daher von Nichtgläubigen als Zumutung betrachtet, da es unter bestimmten Umständen ihren Arbeitsalltag beeinträchtigt und überdies der Willkür Tür und Tor öffnet. Religionen könnte man sich schließlich quasi über Nacht ausdenken und nach Gutdünken irgendwelche Regeln erfinden, auf deren Einhaltung und Tolerierung man dann gegenüber der Gesellschaft beharrt. Hier wird schlicht die Verhältnismäßigkeit nicht mehr gewahrt.
Vielleicht ist es nur mein subjektiver Eindruck. Vielleicht hängt es mit den “Gleichgesinnten” zusammen, mit denen ich mich hauptsächlich umgebe, aber ich habe den mir nicht ganz unwillkommenen Eindruck, daß in unserer Gesellschaft Religion zwar aus alter Tradition toleriert, aber inhaltlich immer weniger für voll genommen wird. Zumindest werden die Forderungen Gläubiger sehr viel kritischer und logischer unter die Lupe genommen, bevor sie erfüllt werden. Das Fähnchen mit der Aufschrift “Gläubig” hochzuhalten, reicht schon lange nicht mehr aus, um in den Genuß einer gesellschaftlichen Carte Blanche zu kommen. Religiöses Denken stirbt in den aufgeklärten Gesellschaftsformen ganz langsam und leise aus, zugunsten umfassender, neutralerer Wertestrukturen wie z.B. dem Humanismus.
Ich denke jedenfalls nicht, daß diese Petition von Erfolg gekrönt sein wird. Und ich bin der Ansicht, das ist auch gut so.
Der Osterhase und die Säkularisierung
Im Rahmen der gestrigen Twitter-Debatte fiel die Frage, warum denn in einem Staat mit Religionsfreiheit eine Kanzlerin nicht die Säkularisierung beklagen darf, und was denn wäre, wenn wir einen atheistischen Kanzler hätten. Ob der denn dann die Säkularisierung begrüßen dürfte.
Nun… Nehmen wir als Beispiel einen Schwank aus meiner Jugend: Als ich ca. 10 Jahre alt war, habe ich in einem Österreichurlaub die ca. 5-jährige Tochter des Hotelbesitzers darüber aufgeklärt, daß es keinen Osterhasen gibt und die Eltern bzw. die Oma die Eier und Süßigkeiten verstecken. Nicht, um dem Mädel eins auszuwischen, sondern es ergab sich einfach so im Spiel, und ich war auch selbst nicht im Glauben an irgendwelche Märchenfiguren erzogen worden. Die Kleine schien diese Erläuterung auch klaglos als glaubwürdig hinzunehmen und das Thema war offensichtlich durch. Am nächsten Tag stellte sich heraus, daß sie des Abends die neue Erkenntnis samt Quelle umgehend an ihre Eltern weitergegeben hatte…
Was soll ich sagen: Perfekt passen würde der englische Ausdruck “They came down on me like a ton of bricks.” Man hat mich behandelt, wie einen Schwerverbrecher. Sowohl das Hoteliersehepaar und deren Söhne (älter als ich) als auch meine Verwandten, mit denen ich damals im Urlaub war, haben mindestens eine Stunde lang übelst auf mir herumgehackt, bis ich mich heulend bei dem Mädchen entschuld(?)igte und unter Androhung von Repressalien gezwungen(!) wurde in ihrer Gegenwart zu behaupten, es gebe doch einen Osterhasen. Ich wurde wortwörtlich als bösartig bezeichnet, weil ich dem armen kleinen Mädchen seinen süßen Glauben zerstört hätte. Und das, obwohl alle Anwesenden außer der Fünfjährigen ganz genau wußten, daß sie selbst die Kleine jahrelang zum eigenen Spaß und wider besseres Wissen angelogen hatten. Daß ich also recht hatte und die Wahrheit ohnehin irgendwann demnächst herauskommen würde.
Kurz und gut: Mir ist schietegal, ob der Kanzler meines Landes selber an den Osterhasen glaubt. Aber ich möchte ganz sicher nicht in einem Land leben, in dem ich wie damals heucheln muß, daß der Glaube an den Osterhasen der einzig Wahre ist, obwohl dies inzwischen hinlänglich widerlegt ist. Ich möchte auch nicht in einem Land leben, in dem es als Quelle der Amoral verteufelt wird, gar keinem Glauben anzuhängen, wie Merkel, Seehofer & Co das mit ihren Aussagen implizieren. Somit möchte ich erst recht nicht in einem Land leben, in dem die Existenz von Nicht- oder Andersgläubigen seitens der Regierung öffentlich bedauert und mit Besorgnis angesehen wird, wie vorgestern geschehen.
Ich möchte in einem Land leben, in dem eine religionsneutrale Verfassung* allen Einwohnern garantiert, daß sie ausschließlich nach ihrem Handeln be- und ggf. verurteilt werden. In einem Land, in dem Morde aus selbstgefällig und kritiklos ausgelegtem, angeblich religiösen “Ehrgefühl” ebensowenig toleriert oder als strafmildernd betrachtet werden wie die Einmischung eines verbiesterten und weltfremden alten Vatikanbewohners in Fragen der Medizin und Fortpflanzung. Es mag den einen oder anderen überraschen, aber genau diese Neutralität ist Grundvoraussetzung für Religionsfreiheit. Und Religionsfreiheit umfaßt übrigens auch das Recht, überhaupt keiner Religion hinterherzulaufen, wie gestern auf Twitter jemand so schön sagte.
Eigentlich hat Deutschland eine solche Verfassung. Eigentlich! Und somit lautet die Antwort auf die obige Frage: Ja, ein atheistischer Kanzler darf sehr wohl Säkularisierung begrüßen. Weil er sich damit im Gegensatz zu Frau Merkel verfassungskonform verhält.
Ansonsten: Danke, Jörg.
Nachtrag: Kluge Worte von der FDP. Es geschehen noch Zeichen und Wunder.
*(oder von mir aus auch “Grundgesetz”, für die Korinthenkacker)
Genau so isses.
Und hier der unsägliche Auslöser der Debatte.
In der “Zeit” wird sie mit einer etwas moderateren Äußerung zitiert. Dennoch: Die Verfassung hat deshalb absolute Priorität zu haben, weil übereifrige Religiosität sie sonst nach Belieben außer Kraft setzt. Merkels Äußerung, sie mache sich Sorgen um die zunehmende Säkularisierung der Gesellschaft ist eine Unverschämtheit und ein Schlag ins Gesicht aller Humanisten. Religion ist eben nicht das Maß aller Dinge und schon erst recht kein Garant für gutes Zusammenleben. Im Gegenteil, wie man sieht.
(Und davon abgesehen: Über das sogenannt “christliche” Weltbild speziell der Union sage ich angesichts ihrer Sozialpolitik mal besser nix - das würde ein Rant, der den Rahmen meines Blogs sprengt.)
Staat und Religion gehören strikt getrennt. Religion ist Privatsache und hat sich in keiner Weise in Staatsgeschäfte einzumischen. Wenn Frau Merkel gläubig ist, bitte sehr, soll sie doch, aber als Kanzlerin ist sie auch Kanzlerin von Muslimen, Buddhisten, Juden, Atheisten etc. Wenn sie sich nicht in der Lage sieht, diese und ihre Interessen glaubwürdig mitzuvertreten, dann ist sie für öffentliche Ämter ungeeignet. Für einen Kanzler und auch einen Präsidenten hat die Verfassung oberste Priorität zu haben, und nicht das Fliegende Spaghettimonster. Punkt, aus, Ende.
Nachtrag: “Der Arbeitskreis Christen in der SPD bekommt Konkurrenz. Heute gründen in Berlin SPD-Mitglieder offiziell die Gruppe Laizisten in der SPD. Sie wollen eine strikte Trennung von Staat und Religion.”
Bei weitem das Vernünftigste, das ich von der SPD in den letzten Jahren gelesen habe.
Hrrrgs!
Nun fährt der V40 seit 14 Jahren brav seine Runden, hat schon 207.000 Kilometer auf dem Buckel - und es kommt, wie es irgendwann kommen mußte: Die erste große Reparatur steht an. Vor zwei Tagen fing die Kupplung an zu streiken; ließ sich vorm Starten nicht mehr durchdrücken. Heute erfahre ich, daß der Nehmerzylinder im Eimer ist. Heißt, daß das ganze Getriebe ausgebaut werden muß, um da dranzukommen. Ein Mordsaufwand also für ein kleines Teil. Wieder ein paar hundert Euro futsch. Adé, Du liebes Weihnachtsgeld… Das hat mir momentan echt gerade noch gefehlt. :-(
Plan: Sparen und 2012 ein (gebrauchtes) neues Auto kaufen. Bis dahin hat der Volvo noch TÜV. Und so langsam ist mir der Kombi eh zu groß. Das Vehikel verbraucht im Stadtverkehr fast 9 Liter auf 100 km. Und ich benötige den Riesenkofferraum schon längst nicht mehr, weil Kinderwagen, Kinderreisebett, Windelkartons etc. längst der Vergangenheit angehören. Muß ich mich wohl langsam mal an die Recherche machen, was für ein Auto als nächstes in Frage käme. Golfklasse wäre sicher nicht schlecht. Mal sehen.
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