Selbst-Bewusst
Die Kinder spielen an meinem Ring, der dazugehörigen Kette und den Ohrsteckern herum. Ich frage: “Und wenn Ihr später mal sowas habt, darf ich dann auch mal?”
Saskia: “Bis dahin bist du ‘ne alte Oma und hast das vergessen.”
Kontemplative Pause. Dann, breit grinsend:
“So, und jetzt kannste ins Blog schreiben, was ich gesagt habe.”
Ooops…^^
Nun doch erst 2013
Tobias wird nun doch erst nächstes Jahr eingeschult. Die Grundschule hat im kommenden Schuljahr nur eine einzige Schulanfängerklasse, und die ist mit 30 Schülern rappelvoll. Alle Kann-Kinder müssen also noch ein Jahr warten. Es sei denn, wir melden Tobias stattdessen an einer anderen Schule an, aber das wäre Quatsch. Dann spielt er halt noch ein Jahr und ist eben nächstes Jahr der Älteste - soll mir auch recht sein.
Sohnemann selbst hat’s zwar enttäuscht, aber letztlich stoisch hingenommen. Sein Freund V. wird ebenfalls erst nächstes Jahr Erstklässler - neben dem will er dann sitzen. *g*
Die spinnen, die Wordpresser
“That email address is associated with an existing WordPress.com (or Gravatar.com) account. Please click the back button in your browser and then log in to use it.”
Neuerdings will Wordpress mich zwingen, in seinen Blogs nur noch mit meinem Gravatar-, Twitter- oder Facebook-Account zu kommentieren. Weigere ich mich, werden die Kommentare schlicht nicht angenommen und ich erhalte die obige Meldung.
Interessanterweise meint WordPress aber bei ausnahmslos jeder Mailadresse, die ich eintrage (und ich habe dank zahlreicher eigener Domains verflixt viele Mailadressen!), sie sei mit einem Account verknüpft (den ich jetzt eben gefälligst zu benutzen hätte). Und das ist definitiv nicht möglich. Gehe ich dann über den “Zurück”-Button wieder auf die Kommentarseite und versuche einen erneuten Datenversand, so funktioniert nicht einmal mehr der “Absenden”-Button des Kommentarfeldes.
Erst glaubte ich noch an eine Fehlfunktion oder eine individuell gewählte Einstellung des betreffenden Bloggers. Aber nachdem mir das nun schon mehrfach in verschiedenen WordPress-Blogs passiert ist, bin ich von dieser Annahme inzwischen abgekommen.
Schön. Dann kommentiere ich eben in WordPress-Blogs nicht mehr.
Auf dem Firmenparkplatz
Trugschluss
Eine der gängigen Theorien zur Ganzstagsschule ist ja die, daß die Hausaufgabenbetreuung auch bei Kindern aus “bildungsfernen Schichten” optimale fachliche Hilfe gewährleistet und somit die Chancengleichheit verbessert.
Hat sich was.
Im ersten Vierteljahr nach der Einschulung hat Saskia ihre Hausaufgaben auch am Nachmittag in der Schule gemacht. Dabei wurde sie mehrfach falsch beraten (und ahnte auch oft, daß das so nicht stimmen konnte), so daß ich nach Weihnachten angeordnet habe, daß sie die Hausaufgaben nachmittags zu Hause machen soll. Mit meiner Hilfe, wenn notwendig.
Beispiel: Drei oder vier Päckchen Rechenaufgaben entwickeln sich nach einem bestimmten Muster. Summand A nimmt immer um 1 ab, Summand B dafür um 2 zu - oder irgendsowas. Die Kinder sollen dieses Muster fortsetzen und daraus eigene Aufgaben entwickeln. Zumindest einige Betreuer waren offenbar nicht in der Lage, diese Muster überhaupt zu erkennen (Stoff der 1. Klasse, wohlgemerkt!), und haben Aufgaben als korrekt abgenickt, die alles andere als richtig waren. Hauptsache das Endergebnis der falschen Aufgaben hat zu eben jenen gepaßt. Zu Hause hat mein Kind dann mich gefragt - und konnte den ganzen Senf prompt nochmal von vorne machen. Verlorene Zeit ohne Ende. Seit sie die Aufgaben zu Hause macht, klappt das alles ruckzuck - und mehr Ruhe hat Saskia nach eigener Aussage nun auch.
Soviel zu den Chancen, die die Ganztagsschule bietet. Böte sie vielleicht tatsächlich - wenn man denn qualifiziertes Personal einstellen würde, und nicht BuFDis, Praktikanten etc. auf die Kinder losließe. Die können die Kinder von mir aus auf dem Schulhof oder beim Basteln beaufsichtigen, aber zumindest in der Hausaufgabenhilfe sollten doch bitte ausgebildete Lehrer zur Verfügung stehen, die halbwegs mit dem Lernstoff vertraut sind.
Aber das würde ja wieder Geld kosten. Und in 10 Jahren wird sich dann ‘ne Runde gewundert, warum trotz der tollen Theorie (die an hypergeförderten Vorzeigeprojekten vielleicht sogar funktioniert hat) auch die Ganztagsschule nicht für mehr Chancengleichheit sorgt und Bildung stattdessen noch immer “vererbt” wird.
Nun, warum denn wohl?
Kulinarische Genüsse
Sohn: “Mama, wie schmeckt denn Fischfutter?”
Mutter: “Keine Ahnung, ich habe es noch nie probiert.”
Sohn: “Schmeckt das scharf?”
Mutter: “Weiß ich nicht. Dazu müßte man es probieren, und dazu habe ich keine Lust.”
Sohn: “Darf ich mal probieren?”
Mutter: “Bitte, bedien dich. Giftig wird’s wohl eher nicht sein.”
Sohn durfte also soeben feststellen, daß die Welstabletten so ganz und gar nicht nach seinem Geschmack sind.
Gerade putzt er seine Zähne. *g*
“Mögen Sie Kinder?”
Ja, aber meistens schaffe ich kein ganzes.
Das heute morgen war mal wieder ein Paradebeispiel dafür, warum ich mich über jeden wundere, der von sich behauptet, pauschal und generell alle Kinder zu mögen. Pardon, aber manche Kinder sind derart ausgebufft, daß zumindest ich hier auch nach Einzelfällen unterscheide.
Konkret: Sohnemann nimmt (ja, ich hatte ihm davon abgeraten…) eine Handvoll dieser komischen Funky-Beans mit in den Kindergarten, um mit anderen Kindern zu tauschen. Kind A (wird im Sommer eingeschult, also kein Drei- oder Vierjähriger), klaut Sohnemann sieben dieser Dinger und “vergißt” - von den Erziehern darauf angesprochen und ausgeschimpft - über 10 Tage immer wieder, die Dinger wieder mitzubringen. Das an sich könnte man eventuell vielleicht (aber auch nur vielleicht!) noch als normales kindliches Verhalten abtun und unter “dumm gelaufen” abhaken. Nicht aber die Tatsache, daß der Junge anfangs, als Tobias das Fehlen der Beans bemerkte, sogar noch versucht hat, den Diebstahl Kind B anzuhängen und obendrein noch herumfabulierte, Kind B hätte auch ihm etwas geklaut. Was allerdings nachweislich nicht stimmt. Es steckt also volle Absicht und Kalkül dahinter. Und da hört bei mir der Spaß auf.
Heute morgen habe statt der Erzieherinnen mal ich selbst mir den jungen Herrn vorgeknöpft und ihm klargemacht, daß er innerhalb der nächsten 24 Stunden entweder die Funky-Beans mit einer Entschuldigung wieder rauszurücken hat, oder aber eine gleichwertige Entschädigung samt Entschuldigung fällig ist. Und zwar nicht irgendein wahllos aus dem heimischen Regal gezogenes, abgenutztes altes Spielzeug, das sonst eh nur in der Tonne gelandet wäre, sondern bitte eine Sache, die Tobias ebenso Freude macht und die ebenso neuwertig ist wie die Funky-Dinger.
Wenn der Knabe glaubt, er könne die Sache einfach aussitzen, bis keiner mehr dran denkt, dann die Funky-Beans behalten und sich eins ins Fäustchen lachen, dann hat er sich geirrt - spätestens seit sieben Uhr zehn heute morgen dürfte ihm das absolut unmißverständlich klar sein.
Die Mutter des Jungen taucht so gut wie nie im Kindergarten auf; der Junge kommt morgens alleine und wird wohl hauptsächlich von seiner großen Schwester wieder abgeholt. Wenn überhaupt. Ein Brief des Kindergartens an die Mutter (der Schwester übergeben) kam vermutlich nie an; ans Telefon geht lt. Kindergartenleiterin auch niemand. Kann das Kind nichts für, stimmt, aber trotzdem: So geht’s ja nun nicht.
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Nachtrag: Dank Internet konnte ich die Mutter inzwischen ausfindig machen und kontaktieren. Sie schreibt, sie hätte das nun mit ihrem Sohn geklärt und Tobias würde morgen sieben Funky-Beans zurückerhalten. Nur leider nicht mehr all seine Original-Beans, sondern zum Teil andere. Ich bin gespannt, ob Tobias sich darauf einläßt, vermute aber, er wird sich damit zufriedengeben. Der Mutter des Jungen scheint die Sache jedenfalls ziemlich peinlich zu sein.
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Nachtrag 2: Tobias hat seine bzw. sieben Beans zurückerhalten, der Junge hat sich entschuldigt und die Mutter ist heute morgen eigens persönlich mit im Kindergarten aufgetaucht, um die Sache zu klären. War ihr sichtlich unangenehm, was ihr Sohn da verzapft hatte.
Fall erledigt.
Küssen unerwünscht
Als wir heute morgen zu Hause die Jacken anzogen, meinte Tobias zu mir:
- Mama, kannst du heute im Kindergarten bitte nicht mehr knuddeln und nicht mehr küssen. Und nur winken?
Klar, kein Problem.
Beim Aussteigen aus dem Auto am Kindergarten hieß es dann:
- Mama, du kannst auch draußen vor dem Fenster warten, ja?
- Wie, soll ich denn gar nicht mit reinkommen?
- Nee!
Wir haben dann etwas verhandelt und Saskia & ich durften wegen der Kälte im Vorraum direkt an der Eingangstür warten. *g*
Arbeit schändet nicht. Oder doch?
In den Logo-Kindernachrichten kam heute abend ein Beitrag zum Ehrensold des Bundespräsidenten. Es wurde erklärt, was dieser Ehrensold überhaupt ist und warum es ihn gibt:
http://www.tivi.de/tiviVideos/beitrag/1582728?view=flash#27000
Dabei haben meine Kinder und ich etwas Erstaunliches gelernt. Daß nämlich unter anderem der Ehrensold den Bundespräsidenten davor bewahren soll, nach seiner Amtszeit eine “weniger würdevolle” (sic!) Arbeit verrichten zu müssen. Wie zum Beispiel die der zuschauenden Eltern? Denn in Anbetracht der zu zahlenden Summe muß der Bundespräsident höchstwahrscheinlich überhaupt keine Arbeit mehr verrichten. Demzufolge ist dann wohl jede Arbeit als unter seiner Würde zu betrachten?
Na vielen Dank auch. Wenn das die Wertschätzung ist, die der Arbeit der Bevölkerung entgegengebracht wird, dann muß man sich über Korruption wohl nicht wundern.
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