Achtung, Meta-Geblogge
Seit einigen Tagen findet im Wirtshaus von Kleinbloggersdorf (mal wieder) eine Stammtischdebatte über “einflußreiche” und “unwichtige” Blogger statt. Ich fand die Debatte eigentlich ganz unterhaltsam. Bis die Alpha-Blogger als “Meinungsmacher” bezeichnet wurden.
Mal unter uns Pastorentöchtern: Es ist mir vollkommen wurscht, welche Blogger die meisten Leser haben und welche in Talkshows, die ich mir ohnehin seltenst ansehe, ihre Meinungen verbreiten und anderer Meinungen “machen” dürfen. Angesichts der jüngsten Ereignisse und Programme stellt sich mir sogar die Frage, ob es tatsächlich ein Hinweis auf Qualität ist, dorthin eingeladen zu werden. Ich persönlich ziehe jedenfalls die Möglichkeit in Betracht, daß man sich mit der Einladung an einen Blogger einen möglichst modernen und gleichzeitig volksnahen Anstrich geben will und Politiker, Professoren und Schriftsteller einfach nicht mehr so “in” sind. Ich bin übrigens auch schon längst von der Illusion befreit, daß man in einem Fernsehstudio wirklich immer spontan seine Meinung sagen kann.
Mich stört aber die offenkundig verbreitete Einstellung, daß Blogs, die von vielen gelesen werden, deshalb automatisch bedeutender sind als andere, weniger beachtete. Ich möchte ja keinen Blogger mit der Bildzeitung und deren Auflage vergleichen oder gar die bekannten 10 Mio. Fliegen zum Vergleich heranziehen, aber in einigen Fällen… möchte ich es doch.
Meinungsmacher? Mag sein, daß es einige Blogger gibt, die mehr Beachtung in der Öffentlichkeit finden als andere. Machen diese Alphatierchen Meinungen? Ja, auch das kann sein. Ist das etwas Tolles? Nein. Denn Meinungen “machen” kann man nur bei Leuten, die vorher keine hatten. Allen anderen kann ein Blog höchstens ihre Meinung nochmals bestätigen. Was aber auch nicht unbedingt die Relevanz (sorry) des Inhalts steigert.