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Back to real life…

Mein altes Tagebuch vom PC ist im Eimer, futsch, weg, gelöscht. Mist. Aber es war ohnehin unmöglich in letzter Zeit, es zu führen. Wann war ich denn zeitlich und technisch schon in der Lage dazu? Hier im WWW kann ich wenigstens von überall her darauf zugreifen (falls nicht wieder alles nach nur einem Tag von Hackern gelöscht wird!)

In zwei Wohnungen zu leben ist wirklich mehr als nervig, nicht nur wegen des Tagebuchs. Vor allem wenn man mal einen Tag hier ist, dann zwei Tage dort, drei Tage wieder hier, dann einen Tag dort, 2 Tage hier, 3 Tage dort, und das monatelang… Sorry, aber ich habe langsam mein Limit erreicht. Ständig nur Streß und Arbeit, egal in welcher Bude man denn nun gerade ist. Man fühlt sich nirgendwo mehr zu Hause—kommt zur Tür herein und wird gleich von all den Dingen überfallen, die sich in der Zwischenzeit angesammelt haben: Mail, Post, Wäsche, Staub & Co, Anrufe, you name it. Ich habe keine Ahnung, wann ich das letzte Mal einfach nur in der Wanne gelegen und Musik gehört habe. Wann ich das letzte Mal telefonieren konnte, ohne zu denken: “Oh Gott, nachher/morgen mußt Du wieder in die andere Wohnung, vorher ist aber noch dies und das zu erledigen, du mußt noch packen, dasunddas einkaufen, abwaschen—aus der Traum vom Telefonieren / Lesen / Träumen / Fernsehen!” Vergammelte und / oder vergessene Lebensmittel im Kühlschrank sind neuerdings auch an der Tagesordnung. Ekelhaft. Und Geldverschwendung.

Warum wir nicht zusammenziehen, wenn wir sowieso jeden Tag und jede Nacht miteinander verbringen? Gute Frage. Zu früh, noch zu viel Unsicherheit, denke ich mal. Betrachten wir’s mal leicht zynisch als ultimativen Härtetest: Wenn wir bis Sommer 2002 trotz allem noch nicht in der Klapsmühle gelandet sind und uns noch immer nicht gegenseitig die Haare herausgerissen haben, dann können wir wohl davon ausgehen, daß die Beziehung haltbar genug für eine gemeinsame Wohnung ist. Würde ich mal einfach so meinen.

Und der blöde PC, der sich, obwohl brandneu, seit ca. 1 Monat standhaft weigert zu funktionieren, fügt dem Ganzen noch eine weitere Komponente hinzu. RAM ausgetauscht, Festplatte(n) ausgetauscht, CPU ausgetauscht, Grafikkarte ausgetauscht, trotzdem jeden 2. oder 3. Tag einen kompletten Systemcrash mit einer Fülle von verschiedenen und selten reproduzierbaren Fehlermeldungen. Heute nimmt M. sich wohl das Board vor. Viel anderes bleibt ja auch nicht mehr, was man austauschen könnte. Die Soundkarte vielleicht noch? Aber Hoffnung habe ich ehrlich gesagt nicht mehr. Was, wenn die Komponenten aus irgendeinem Grund schlicht inkompatibel sind? Durch irgendeinen blöden Zufall? Und seit ca. einer Woche sind wir beide tierisch gereizt, wann immer wir vor der Kiste sitzen, weil keiner dem anderen erlauben will, überhaupt noch etwas daran anzufassen, zu installieren, deinstallieren, zu ändern, aus Angst, daß wieder alles mühsam Erreichte beim nächsten Hochfahren den Bach ‘runtergeht. Super, das tut einer gerade 3 Monate alten Beziehung besonders gut! Wenn man mal nicht mit der jeweils gerade bewohnten Wohnung beschäftigt ist, ist es der blöde PC, der einem das letzte Bißchen Freizeit und den letzten Nerv raubt, oder die Arbeit im Büro—wir haben für alles Zeit, nur nicht mehr für uns! Ich war so heilfroh, als wir gestern endlich mal wieder selber gekocht und anschließend einen gemütlichen Fernsehabend hatten!

Es gäbe so viel nachzuholen hier im Tagebuch.

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