Die Frage des Tages,
nicht nur bei Kari gelesen: “Nach dem Amoklauf - was sagt Ihr Euren Kindern?”
OK, meine beiden sind gerade bzw. noch nicht mal im Kindergarten, aber wären sie im entsprechenden Alter… Ich würde ihnen - altersgerecht verpackt - sagen, was ich auch mir selbst sage: Die Wahrscheinlichkeit, daß so etwas in der eigenen Schule passiert, ist verschwindend gering. Es ist immer noch wesentlich gefährlicher, die Hauptstraße zu überqueren. Dennoch wird man keine Wahl haben, genau dies zu tun (bzw. eben auch in die Schule zu gehen), wenn man weiterhin ein normales Leben führen möchte. Ein mulmiges Gefühl ist verständlich, aber jetzt zu erstarren wie das Kaninchen vor der Schlange, ist völlig unnötig. Und das mulmige Gefühl wird mit der Zeit nachlassen und schließlich verschwinden. So wie nach Erfurt auch.
Und - davon ganz abgesehen - seien wir doch mal ehrlich: Die reißerische Berichterstattung (jede Minute das neueste blutige Detail, Interviews mit schockierten Kindern auf allen Kanälen, das Video vom Selbstmord des Täters, etc.) trägt doch auch zu dieser Angstwelle bei, die momentan in den Schulen umzugehen scheint. Ich verabscheue diese sensationslüsterne Panikmache, dieses Hochpuschen einer Gefahr, die nur sehr punktuell überhaupt eine ist. Mich erinnert sowohl die Berichterstattung als auch die Art, wie sie von der Öffentlichkeit konsumiert wird, sehr stark an Unfalltourismus und Glotzen auf der Autobahn, wenn’s gescheppert hat.