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Dringende journalistische Absage

Welcher Journalist könnte schon ausgerechnet an mich eine Anfrage haben? Noch dazu eine “dringende”? Klang ja schon fast wie eine neue Spam-Masche.

Wie auch immer, vielen Dank, aber an einer Printmedien-Reportage, die auch Hinweise auf mein Blog beinhaltet, bin ich nicht interessiert. Egal, ob der Journalist vorab schon “ein schönes Gespräch mit Melody” geführt hat. Ganz im Gegenteil: Ich wünsche nicht, daß mein Blog darin überhaupt genannt wird. Schon gar nicht mit Foto von mir, denn hier zählt was ich schreibe, nicht, wie ich aussehe. Wen geht mein Gesicht was an? Na also.

Außerdem: Weiß ich, ob mein zukünftiger Schwiegerdrache nicht doch vielleicht beim Arzt mal den Stern aufschlägt? Na also. (Ins Internet verirrt sie sich ohne Anlaß und Hilfestellung jedoch garantiert nicht.)

Und dann war da ja letztes Jahr noch diese “tolle” Brigitte-Reportage, die die Blogs und ihre Eigentümer ungefähr so sensibel und so kenntnisreich abgehandelt hat wie der berühmte Elefant im Porzellanladen. Lernen wir daraus etwas? Ja? Na also.

Und wer ganz weit in meine “journalistische” Vergangenheit zurückgehen möchte, der kann ja mal die April-/Mai-Ausgaben des “Goldenen Blattes” von 1982 durchforsten, bis er auf den miesen, geschmacklosen, zutiefst entwürdigenden und verletzenden “Artikel” über meine Eltern und mich stößt. Unter dem Vorwand, blinde Eltern mit sehenden Kindern interviewen zu wollen, wurde damals die Krebskrankheit meiner im Sterben liegenden Mutter brutalst ausgeschlachtet und von einem geistigen Tiefflieger namens Uwe (?) Hartmann in Form eines schmalztriefenden Lügenepos an zig Schmierblätter verschachert.

Wie sagte schon Oliver Hassencamp: “Die Pressefreiheit ist nicht in Gefahr—es darf nach wie vor falsch, taktlos und hämisch berichtet werden.” Ja, danke, meine Familie und ich können das bezeugen. Seither habe ich eine Journalisten-Allergie. Pech für die, die hinter dem Goldesel vielleicht doch noch die Menschen sehen, über die sie berichten—aber es trennt sich ja immer erst nach der Veröffentlichung die Spreu vom Weizen. Nix für ungut.

In diesem Sinne: Weiter geht’s mit Harry Potter 5.

Schönen Sonntag noch allerseits.

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