Es gibt tatsächlich Unternehmen…
... die ihren Mitarbeitern nach Massenentlassungen im Jahrestakt, Lohnkürzungen, Bonusstreichung, Vergünstigungsstreichung, Schulungsstreichung, Dienstreiseverbot und derlei mehr an den Kopf werfen, sie sollen doch gefälligst mit dem Gejammer aufhören. Der Vorstandsvorsitzende wolle das nicht mehr hören.
Es gibt Unternehmen, die auf massive, gehäufte Beschwerden in Mitarbeiterumfragen einen Propaganda-Newsletter mit der Information verschicken, die Mitarbeiter würden ja doch nur alles falsch verstehen.
Es gibt Unternehmen, die von der neu aufgebauten Konkurrenz behaupten, sie würde ja sowieso bald wieder pleite gehen, weil man selbst ja die größeren Aufträge habe.
Es gibt Unternehmen, die verkünden, die zu anderen Unternehmen abgewanderten Kollegen seien kein Verlust für die Firma und würden ja eh bald wieder arbeitslos.
Es gibt Unternehmen, die den verbliebenen Mitarbeitern wörtlich freistellen, doch einfach zu gehen, wenn ihnen etwas nicht paßt.
Das sind dann die Unternehmen, denen Bildschirm und Tastatur um die Ohren fliegen sollten, sobald sie es wagen, die Wörter “Ethics” und “Loyalty” damit zu schreiben.
Wenn ich nicht wüsste, dass es genau so ist, hätte ich jetzt vermutet, dass wir in der gleichen Firma tätig sind. Schöne Zusammenfassung eines zweistündigen Motivationsversuchs der GL, der offenbar gründlich daneben gegangen ist.
@Voni: Die werden an ihrer gottverdammten Arroganz noch ganz jämmerlich ersticken. Der Standort Frankreich ist ja schon ein Anfang - der Absatz dort ging mitsamt den Standorten unter. Das Dumme daran ist nur, daß es dann auch wieder die Mitarbeiter trifft. Das Management hat seine Schäfchen dank Boni doch längst im Trockenen. Welche Motivation sollten sie auch haben, sich auch nur im Geringsten für das zu interessieren, was in der Belegschaft vorgeht? Für die sind wir nicht mehr als eines der Server-Racks im Rechenzentrum - ein Kostenfaktor und rücksichtslos austauschbar. Deutlicher hätten sie es wirklich nicht rüberbringen können als bei dieser Q3-Ansprache.
PS: Man sollte den Bonus von M.H. & Co. mit 25%iger Gewichtung an den Gewinn und mit 75%iger Gewichtung an die Ergebnisse der jährlichen Mitarbeiterumfrage koppeln. Das könnte lustig werden…
“Der Fisch fängt am Kopf an zu stinken”, sagte mir einst ein erfahrener Kollege, “und vom Schwanz geteilt.”. Da hatte er Recht.