<< Voriger Eintrag     |     Nächster Eintrag >>

Frau Brüllen und die Bahn

=> Das hier <= ist generell auch meine Erfahrung mit der Bahn.

Schon lange. Völlig unabhängig davon, ob im Winter der Schnee, im Herbst das Laub oder im Sommer die Hitze mal wieder Probleme macht, sind es trotz der gegenwärtigen beispiellos hohen Spritpreise die Tarife, die mich bei der Bahn hauptsächlich abschrecken.

Ganz egal, in welche Himmelsrichtung und in welchen Ort ich fahren möchte - meine Berechnungen ergeben grundsätzlich, daß Hin- und Rückfahrt mit meinem 1997er Volvo V40 preiswerter sind als die Bahnfahrkarte. Mit einer 95-ROZ-Tankfüllung à ca. 70 Euro komme ich innerhalb von jeweils 3 Stunden z. B. locker von Dortmund bis Bad Homburg und zurück und habe noch einen kleinen Rest übrig. Fahrkarte und Reservierungen kosten - spontan gekauft und ohne Bahncard - jedoch bereits mindestens 144(!) Euro bei vergleichbarer Fahrtzeit! (Selbst mit der Bahncard 50 wären es übrigens immer noch 85 Euro. Und deren Anschaffung alleine kostet ja schon 230,- €.) Umsteigen muß ich trotzdem. Und ob ich den Anschlußzug erwische, ist auch alles andere als sicher. Selbst die Fahrt, die fast doppelt so lange dauert wie die Reise mit dem Auto, wäre immer noch mehr als 50 Euro teurer als der vom Auto benötigte Sprit! Als sogenanntes “Spar"angebot in der 2. Wagenklasse, wohlgemerkt! Von den Standardtarifen oder gar den Preisen der 1. Klasse reden wir ja besser gar nicht erst.

Unter ganz ausgeklügelten Umständen geht es manchmal(!) auch preiswerter als mit dem Auto. Wenn ich lange im voraus buche. Was aber oft genug auf der Webseite gar nicht erst klappt und zudem an zig bescheuerte Bedingungen bzgl. Ausweis, Kreditkarte, Übertragbarkeit, Umtauschlimits und und und geknüpft ist, wie ich vergangenes Jahr im Frühjahr feststellen durfte. Und mich bei der Wahl der Züge meistens auf Bummelzüge einschränkt, die an jeder Milchkanne halten. Wenn die Bahnfahrt also ausnahmsweise preiswerter sein sollte als die Fahrt mit dem Auto, braucht man stattdessen doppelt so lange. Tolle Wurst… Und wie in dem alten Eintrag von 2002 schon geschrieben, kommen die Faktoren Komfort, Sauberkeit, Pünktlichkeit und Flexibilität auch noch hinzu.

Bahnfahren? Ich müßte ja mit dem Klammerbeutel gepudert sein, Herr Grube!

Da kann ich mich mal wieder glücklich schätzen. Einzelfahrten sind zwar nicht billig (mein Abo schon - für 700.- Franken im Jahr habe ich das gesamte TNW-Liniennetz http://www.tnw.ch/fahrplan-und-liniennetz/liniennetz-tnw/  zur Verfügung), aber die Züge sind in der Regel pünktlich (hier werden bei Erhebungen Ende Jahr Verspätungen von ca. 2-5 Minuten ernsthaft gerügt!), sauber und bequem. Und für ca. 7.- Aufpreis kann ich mir auch mal eine Fahrt in der 1. Klasse gönnen auf meiner Abo-Strecke.
Aber “wir” haben ja auch grad Probleme mit der Deutschen Bahn, die nicht rechtzeitig fertig wird mit der Sanierung des Anschlussstücks für die Neue Alpen-Transversale…



Großartig auf den Punkt gebracht, Ute! Genau DAS hält mich auch davon ab. Zumal mein Auto sowieso sehr sparsam fährt. Aber manchmal, wenn auf den Autobahnen wieder 200 km Stau zu melden sind, überlege ich kurz, aber auch nur ganz kurz, mit der Bahn zu fahren und dann erinnere ich mich wieder an die hohen Preise, die langen Wartezeiten, die siffigen Sitze und fahre doch Auto.
Schöner Text!
Liebe Grüße!



@Lady Vanilla: Vom Gepäckschleppen mal ganz zu schweigen. Und daß man mit der Ankunft am Bahnhof noch lange nicht am eigentlichen Ziel ist, lassen wir auch besser unerwähnt. ^^

@Irene: OK, es ist beschlossen, ich wandere in die Schweiz aus. Was muß ich dafür tun?
wink



Ich bin ziemlich sicher, du bekämst problemlos einen Job hier wink
Momentan bilden die Deutschen die grösste Gruppe Neu-Einwanderer. Es gibt sogar Seminare extra für Deutsche “Wie benehme ich mich richtig in der Schweiz - Fettnäpfchen vermeiden” oder so ähnlich *lach*
Allerdings: bei den hiesigen Kinder-Betreuungs-Kosten überlegst du es dir vielleicht wieder…



@Irene: Okay, das TNW-U-Abo ist super,keine Frage. Aber das ist , lass uns ehrlich sein, ein Nahverkehrsnetz. Als ich das erste Mal mit dem Zug nach Zürich gefahren bin, habe ich gedacht, mir fliegt der Schalter raus. Das sind absolut dieselben Preise, wie in D, keine Frage.
@Ute: o ja, komm! (Die KIinderbetreuungskosten sind enorm, aber dazu kommen die niedrigen Steuern und die hohen Löhne)



@Frau Brüllen: sag ich ja: Einzelfahrten sind nicht billig. Ich bezog mich mehr auf die Zuverlässigkeit.
Und wenn Ute kommt, sollte sie sich in unserer Gegend ansiedeln, dann könnt ihr bald einen eigenen Kinderhort eröffnen *lach*. (Ein Bekannter verkauft grad sein Haus in Gipf-Oberfrick - falls jemand eine schlappe Million Franken übrig hat?)



@Irene & Frau Brüllen: Donnerwetter, das nenne ich mal Planung! Habt Ihr auch schon eine Wohnung gefunden und den Mietvertrag für mich unterzeichnet? *g*



Tolles Auto, dessen einziger Kostenfaktor der Spritverbrauch ist - keine Anschaffungskosten, keine Reparaturen, kein TÜV zu bezahlen, keine Reinigungskosten. Wo gibts das?



@Pia: Die Anschaffungs- und ggf. Reparaturkosten fallen bei einem Gebrauchtwagen hochgerechnet auf die Restlebenszeit kaum ins Gewicht. Mein Volvo ist jetzt 14 Jahre alt und ich sehe keinen Grund, warum ich ihn nicht nochmal und nochmal über den TÜV bekommen sollte. Und für das Geld, das ich im Jahr für Sprit und Versicherung + Steuer ausgebe, käme ich im Leben nicht mit den Öffentlichen zu allen Orten, die ich im Jahr mit dem Auto aufsuche. Das habe ich längst ausgerechnet. Und schon gar nicht so flexibel, mit sauberen Sitzen, mit Mitfahrern, die ich mir aussuche, mit Fahrt von Tür zu Tür und ohne Kofferschlepperei. Auch das muß man bei den Kosten für ein Auto mit einrechnen. Man kauft ja nicht nur das Blechteil, sondern auch einen ganzen Haufen Annehmlichkeiten, gegen die die Bahn immer weniger anstinken kann.

grin



Name:

E-Mail:

URL:

Smileys

Über Folgekommentare informieren?

Sicherheitsabfrage: Bitte gib die Lösung der Aufgabe ein.

10 - 2 = ...

 

Seite 1 von 1 Seiten

Rubriken

      

Archiv