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Frechverlag - der Name ist Programm

Als das Internet außerhalb der Forschungslabore und der Militärbasen auch für die normale Bevölkerung zugänglich wurde, entstand rasch eine Plattform, auf der jeder Autor - ob gut, ob schlecht - seine Texte der Welt zum Lesen geben konnte. So manchem Verlag war das ein Dorn im Auge, fürchtete er doch, daß seine Produkte wegen der Kosten und der weniger leichten Zugänglichkeit ins Hintertreffen geraten könnten. Andere hingegen machten und machen sich immer noch das Web zunutze, um neue Autoren zu finden. Im Prinzip ist das eine feine Sache, wenn beide Seiten dabei auf ihre Kosten kommen.

Nun gibt es aber offensichtlich noch immer Verlage, die glauben, nur weil etwas im Internet steht, sei der Autor als Partner nicht ernst zu nehmen. Sie halten Webschreiber offenbar für Möchtegern-Autoren aus der zweiten Liga, die den Aufstieg zum Printmedium nicht geschafft haben und die sich daher vor Dankbarkeit regelrecht überschlagen, wenn ein Verlag sich dazu herabläßt, ihre Texte überhaupt zur Kenntnis zu nehmen. Der Frechverlag (Nomen est omen) scheint einer von ihnen zu sein. Er scheint es schon für ein großes Entgegenkommen zu halten, die Texte der angeworbenen Webautoren überhaupt unter deren eigenen Namen zu veröffentlichen. Bezahlung? Nö. Diese dummen, naiven Bastelmuttis - die sollen doch froh sein, wenn sie überhaupt einmal ihre fünf Minuten Ruhm irgendwo kriegen, näch?!

Was macht man da? Genau: Man lacht einmal kräftig und unterdrückt die plötzlichen Zuckungen im Mittelfinger. Aber lest selbst.

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