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Fukushunami

Über die Lage in Japan kann man sich aufgrund der äh… interessanten Informationspolitik wohl kaum ein fundiertes Urteil bilden.

Die Lage in Deutschland hat jedoch ein Brite prima auf den Punkt gebracht:

The fear is unwarranted and damaging, and Chancellor Angela Merkel is pandering to it to secure her political future. (...) Judging by the near-panic with which Europe’s largest nation is responding to the Fukushima incident, one might assume that a toxic cloud had already arrived. (...) The Japanese, one could be forgiven for thinking, are facing their plight with a lot more stoicism than the Germans. (...)

A stronger leader would have told the nation to stop whining and get real,

(Quelle: SpOn)

Jodtabletten und Geigerzähler hamstern - geht’s noch??? Heiliger Strohsack, ich fass’ es nicht… Herr, schmeiß Hirn vom Himmel!

Und ich dachte schon, ich sei die einzige, die hier keine Angst hat, dass unsere Gesundheit beeinträchtigt werden könnte… Zur lieben Frau Merkel fällt mir eh nichts mehr ein. Offensichtlicher geht es einfach nicht, dass es sich um eine Wahlkampftaktik handelt. Allerdings sieht man jetzt noch deutlicher, welche Art von Politik die Bundeskanzlerin verfolgt und welches Armutszeugnis sie sich damit ausstellt.



Och, keine Bange, mindestens die Nahrungskette wird schon dafür sorgen, daß wir früher oder später auch was abkriegen. Aber bis dahin vergeht so viel Zeit, daß eh längst alle wieder zur Tagesordnung übergegangen sind.

Das ist ja auch so eine lustige Sache: Auf die Ultra-Schwarzmalerei folgt innerhalb von nur wenigen Wochen das Vergessen / die Verdrängung. In zwei Monaten werden nur noch die Hardcore-Atomstromgegner weiter protestieren, und auch die Avatare auf Facebook werden keine strahlende Anti-AKW-Sonne mehr zeigen, sondern wieder Baby- und Tierfotos. ^^

Aber Hauptsache, man hat sich mal fix tüchtig aufgeregt und all diejenigen zu bösen Atomstromsympathisanten erklärt, die sich der Massenhysterie nicht anschließen, sondern für einen geordneten Rückzug plädieren. Oder mit Pispers gesagt: Wenn man weiß, wer der Böse ist, hat der Tag Struktur. ^^



Die größte Sorge scheint zu sein, ob man künftig noch Fisch aus dem Pazifik essen kann…
Allerdings glaube ich nicht, dass die Japaner ihr Schicksal mit “Gleichmut” ertragen - möglicherweise kommt es bei uns so an, weil sie, was den Ausdruck von Gefühlen angeht, eine ganz andere Kultur haben.
Barbara



Die Sorge ist nicht unbegründet und hat weitreichende wirtschaftliche Implikationen für alle Anrainerstaaten. 82 Prozent des weltweiten Fischfangs (incl. Krabben, Hummer etc.) stammen aus dem Pazifik.
=> http://www.adb.org/documents/Policies/Fisheries/fish220.asp?p=policies

Gleichmütig werden die Japaner ihr Schicksal wohl nicht ertragen, aber die alberne Hysterie hier in Deutschland macht uns international lächerlich. Und das wird der Forderung nach einem Atom-Ausstieg wohl nicht dienlich sein. Immerhin ist es mit einem Ausstieg Deutschlands nicht getan, wenn rings um uns herum die Meiler noch jahrzehntelang weiterlaufen. Von wem läßt man sich als Nachbarland wohl eher überzeugen, da auszusteigen? Von einer Nation panischer Schwarz-Weiß-Maler, die bei jedem vernünftigen Argument gleich “WIR WERDEN ALLE STÄÄÄÄÄÄRRRRBÄÄÄÄÄN” schreien, wohl sicher nicht.



Ein befreundeter Journalist wollte Konserven horten. Oh Mann. - - - Was in Fukushima geschieht ist grausam, aber nun einmal in erster Linie für die Japaner! Und es stimmt: Auch dadurch, wie die Medien das vermitteln, wird man erst panisch, und nach kurzer Zeit geht man zur Tagesordnung über, will nichts mehr hören und sehen, fühlt sich überflutet, schaltet ab. Das ist aber glaube ich echt ein Phänomen der Art, wie die Medien heute, im Gegensatz zu sagen wir vor 35 Jahren damit umgehen. Interessant auch, dass die politischen Parteien, die immer behaupten, man solle Fukushima nicht für den Wahlkampf nutzen, genau das tun. Und - letzte Anmerkung - neben Fukushima gab es ein Erdbeben und einen Tsunami. Sozusagen als Erinnerung. - Trotzdem bin ich für den Ausstieg aus der Kernenergie, gerade wenn es eine Brückentechnologie sein soll. Brücke bedeutet nämlich, dass die nachfolgenden Technologien massiv gefördert werden müssen, damit man schnell abschalten kann. Gelder für diese Technologien darf man dann nicht kürzen!!!



Typisch deutsch ist eigentlich nur die Vorstellung, dass die Angst vor den Folgen einer nuklearen Katastrophe typisch deutsch sei. Jod-Tabletten und Geigerzähler werden zurzeit weltweit knapp. Die Unwissenheitsgesellschaft ist eben ein globales Phänomen.



@ A.S. In den Pazifikstaaten würde mich eine Verknappung nicht wundern.

Ansonsten habe ich allerdings beim BBC oder Radio Schweden zum Beispiel den Eindruck, daß eher abgewartet und auch klar gesagt wird, daß keine eindeutigen Informationen vorliegen.

In den deutschen Medien wird die Hysterie jedoch nicht nur durch mantra-artiges Wiederholen von reißerischen Phrasen geschürt, sondern auch durch wilde Spekulationen sogenannter Experten, die gar nicht vor Ort waren, nicht mehr Informationen besitzen als der Otto-Normal-Verbraucher und dennoch “wissen”, was da alles kaputt ist. Eines stimmt allerdings: In Frankreich sieht’s auch nicht besser aus, die drehen offenbar leider genauso durch.



Auch sehr lustig der momentane Hilfs-Aktionismus. Da wird z.B. für zwei sogenannte “Shelter Boxes” gesammelt. Diese Container enthalten Überlebenswichtiges für 10 Leute. Feine Sache.

Aber ich fürchte, der Initiator dieser Aktion wird sich diese Dinger höchstens in den eigenen deutschen Garten stellen können. Denn es scheint nicht in die Köpfe einiger Leute zu wollen, daß Japans Straßen für den Transport solcher Dinge momentan schlicht nicht geeignet sind und daß nicht mal der Sprit für solche Transporte an den betroffenen Orten zur Verfügung steht. (Der kann nämlich auch nicht transportiert werden.)

Aber wehe, man weist darauf ganz sachlich hin. Da fliegt einem in blinder Empörung ob der mangelnden Würdigung der Hilfsbereitschaft gleich mal ein Ad Hominem um die Ohren. Mann, Mann, Mann…



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