Genau so isses.
Und hier der unsägliche Auslöser der Debatte.
In der “Zeit” wird sie mit einer etwas moderateren Äußerung zitiert. Dennoch: Die Verfassung hat deshalb absolute Priorität zu haben, weil übereifrige Religiosität sie sonst nach Belieben außer Kraft setzt. Merkels Äußerung, sie mache sich Sorgen um die zunehmende Säkularisierung der Gesellschaft ist eine Unverschämtheit und ein Schlag ins Gesicht aller Humanisten. Religion ist eben nicht das Maß aller Dinge und schon erst recht kein Garant für gutes Zusammenleben. Im Gegenteil, wie man sieht.
(Und davon abgesehen: Über das sogenannt “christliche” Weltbild speziell der Union sage ich angesichts ihrer Sozialpolitik mal besser nix - das würde ein Rant, der den Rahmen meines Blogs sprengt.)
Staat und Religion gehören strikt getrennt. Religion ist Privatsache und hat sich in keiner Weise in Staatsgeschäfte einzumischen. Wenn Frau Merkel gläubig ist, bitte sehr, soll sie doch, aber als Kanzlerin ist sie auch Kanzlerin von Muslimen, Buddhisten, Juden, Atheisten etc. Wenn sie sich nicht in der Lage sieht, diese und ihre Interessen glaubwürdig mitzuvertreten, dann ist sie für öffentliche Ämter ungeeignet. Für einen Kanzler und auch einen Präsidenten hat die Verfassung oberste Priorität zu haben, und nicht das Fliegende Spaghettimonster. Punkt, aus, Ende.
Nachtrag: “Der Arbeitskreis Christen in der SPD bekommt Konkurrenz. Heute gründen in Berlin SPD-Mitglieder offiziell die Gruppe Laizisten in der SPD. Sie wollen eine strikte Trennung von Staat und Religion.”
Bei weitem das Vernünftigste, das ich von der SPD in den letzten Jahren gelesen habe.
