I am a rock, I am an island…?
Ganz vorweg: Es ist mir schon immer schwer gefallen, andere Leute um Hilfe zu bitten. Erstens, weil ich mich nicht abhängig machen möchte. Zweitens, weil ich mich sicherer fühle, wenn ich meine Probleme alleine meistere und mir das auch bewußt machen kann. Drittens, weil ich manchmal auch schon die Erfahrung gemacht habe, dann komplett um die Kontrolle kämpfen zu müssen. Viertens, weil ich befürchte, ohnehin einen Korb zu bekommen, weil ich den Angesprochenen im Grunde schnurzpiepegal bin. Im Zweifelsfall bezahle ich lieber für den wie auch immer gearteten Dienst, als mir ausgerechnet dann eine Enttäuschung einzufangen, wenn ich ohnehin schon in Schwierigkeiten stecke.
Damit sind jetzt übrigens keine Dinge gemeint wie “Hältst Du mal bitte da ‘nen Finger auf den Knoten, damit ich eine Schleife machen kann?” oder “Kannst Du mir bitte auch so ein Thingymajig aus Geschäft XY mitbringen?”, sondern richtig handfeste Hilfe in wichtigen Angelegenheiten.
Wenn ich dann doch mal um Hilfe bitte, sehe ich immer zu, den Umfang so gering wie möglich zu halten und das Problem an sich hübsch herunterzuspielen. Die anderen könnten ja Besseres zu tun haben und mich lästig finden. Und so kommt es dann eben auch ab und zu, daß ich irgendwann ganz verzichte und lieber gar nicht mehr auf die Sache zurückkomme.
Das Besch…ene an der Sache? In solchen Fällen fühle ich mich dann fast schon schuldig, daß ich überhaupt jemals mit dem Anliegen an die anderen herangetreten bin. Habe ich mir doch bewiesen, daß das gar nicht nötig gewesen wäre und somit auch nicht “legitim” war - weil ich letzten Endes ja doch irgendwie alleine klarkomme. Klarkommen muß, wie es mir dann vorkommt, wenn auch mit wesentlich größerem Aufwand.
Doch wie ich es auch mache - bitten, nachträglich verzichten oder gar nicht erst fragen - es bleibt immer ein blödes Gefühl zurück.