Karnickel schlachten und so
In mir brodelt es ja auch schon seit ein paar Tagen, wenn ich wieder und wieder über die leidige Debatte stolpere. Zum Thema “Kaninchen schlachten, wenn Kinder zusehen” nämlich. Wer sich auf einer weiterführenden Schule befindet (die Kinder waren ca. 11 Jahre alt!) und sich auf ein Projekt “Ernährung in der Steinzeit” einläßt, dem sollte mit einem winzigen Funken Verstand im Schädel klar sein, wie diese Ernährung wohl aussehen wird.
Dem ist auch mein Twitterkommentar zu verdanken, daß Kinder, die von ihren Eltern stets und ständig als hach! so sensibel bezeichnet werden, in den allermeisten Fällen nicht - wie man erwarten könnte - besonders empathisch sind. Sondern hoffnungslos überbehütet, ängstlich, verschreckt und weltfremd. Freundlich ausgedrückt. Wie Hunde auch, scheinen Kinder ganz prima die mentale Disposition ihrer Hauptbezugsperson widerzuspiegeln. Das kann und will ich den Kindern nicht vorwerfen. Aber es erschreckt mich doch manchmal erheblich. Zumal diese Überempfindlichkeit dann auch noch zur moralischen Meßlatte für den Rest der Bevölkerung hochstilisiert wird. Und da hört’s bei mir auf. Die Teilnahme war freiwillig(!), es wurde ein zuvor unbekanntes Tier geschlachtet, die Kinder wurden drei Tage lang darauf vorbereitet. Und hätte es sich um einen Fisch gehandelt - ich wette, es hätte kein solches Geschrei gegeben.
Den Rest meiner Ansicht zum Thema “Karnickelschlachtung” hat Ennomane ganz ausgezeichnet auf den Punkt gebracht. Auf jeden Fall diplomatischer als ich das je gekonnt hätte.
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