Mir scheint…
... die Kirchen legen es mit ihrem neuentdeckten Fundamentalismus regelrecht drauf an, sich selbst zu eliminieren. Da kann man doch nur noch austreten. (Wenn man nicht eh schon draußen wäre.)
Mit dem Werbespruch Die schönsten Geschenke fürs Hasenfest wirbt die Thalia-Buchhandlung prominent im Eingangsbereich. Der Schriftzug ist auf einem bunten Osterei drapiert und auf einem Plakat, das als Motiv ein als Hase verkleidetes Kind zeigt. Eine Etage höher, in der Theologie-Abteilung, verkauft die Buchhandlung das neue Papst-Buch. Der Begriff Ostern kommt in der Werbung gar nicht vor.
Das ist abscheulich
Die münstersche Pfarrerin Dr. Erika Schweizer ist empört. Mich ärgert es, dass das Wort ,Ostern einfach unterschlagen wird. Das Wort ,Hasenfest gibt es nicht, das ist abscheulich, anbiedernd und gedankenlos, sagt Schweizer, die als Seelsorgerin in den LWL-Kliniken arbeitet. Sie beklagt eine Banalisierung des ursprünglichsten Fests der Christen und einen Sprachverfall.
Quelle: http://www.muensterschezeitung.de/
Es ist, bedünkt es mich, mal an der Zeit, sich an die eigentlichen Wurzeln des Frühlingsfestes(!!!), an die germanische Fruchtbarkeitsgötting Ostara(!!!) und deren uralten Symbole (Hase und Ei - na sowas!) zu erinnern. => Hier entlang bitte!
Erst die alten Feste für die eigenen Dogmen kapern, dann so tun, als hätte man sie selbst erfunden und zum Schluß alle Hinweise auf den Ursprung unterdrücken wollen - dagegen sind Guttenberg und Hegemann die reinsten Waisenknaben.
(Via Dierk Haasis)
Nachtrag: In Bonn wird auch gemeckert: http://www.derwesten.de/staedte/hagen/Die-Kirche-ist-empoert-Thalia-macht-Oster-zu-Hasenfest-id4558800.html
Zur Etymologie von “Ostern”....
Auch durch häufiges Wiederholen in allen möglichen Medien wird’s nicht richtig.
http://de.wikipedia.org/wiki/Ostern#Etymologie
http://de.wikipedia.org/wiki/Ostara
Zum Rest schweige ich, und denk mir meinen Teil.
@Remis: Selbst wenn die Herkunft des Namens nicht eindeutig geklärt sein sollte, steht dennoch fest, daß das Frühlingsfest deutlich älter ist als das, was heute als Ostern gefeiert wird, und daß die Symbolik (Hasen & Eier) ebenfalls auf das keltische/germanische Fest zurückzuführen ist.
Die Kirchen drücken also einer alten Religion und deren Festen ihren Stempel auf, schreien dann aber Zeter und Mordio, wenn ihnen selber 2000 Jahre später dasselbe durch Atheisten oder Andersgläubige widerfährt. Ja nu, die Hoch-Zeit des Christentums ist eben langsam vorbei. Und zwar nicht, weil “die Menschen” immer böser werden. (Darüber hat schon Sokrates lamentiert und die Welt ist immer noch nicht untergegangen…) Sondern weil die Kirchen mit dem modernen Alltag und Wissensstand ihrer Bürger nichts mehr gemein haben und zudem durch diverse fragwürdige bis kriminelle Aktionen immer mehr an Glaubwürdigkeit verlieren. Damit mögen sich eben immer weniger Leute identifizieren, und ich gehöre durchaus auch dazu.
Menschliche Werte wie Mitgefühl, Hilfsbereitschaft und Toleranz sind auch ohne Christentum oder Religion überhaupt verfügbar und erlebbar. Es sind generell keine christlichen, sondern ganz allgemeingültige “Was Du willst, das man Dir tu”-Werte. Ganz ohne Leidensmasochismus, Legenden und emotionale Erpressung.
Nachtrag: Vor der Geburt meiner Kinder haben mein Mann und ich weder Weihnachten noch Ostern gefeiert, und wir tun es auch jetzt nur, um unsere Kinder nicht von dem Spaß beim Eiersuchen bzw. Geschenkeauspacken, Tannenbaum etc. auszuschließen. Klar erklären wir ihnen die Hintergründe – aber auch, daß die Feste viel älter sind als die christliche Kirche, und letztere absolut kein Monopol auf Wahrheit, Werte und Moral hat.