MSK-Petition vorerst abgelehnt
Die Petition wird vom Ausschuß und den sog. Sachverständigen nicht befürwortet. Mit der Begründung - kurz gefaßt -, daß Heilpraktiker ja ohnehin gesetzlich verpflichtet seien, an einen Arzt weiterzuüberweisen, wenn sie an ihre Grenzen stoßen.
Es scheint nicht angekommen zu sein, daß genau da der Hase im Pfeffer liegt. Daß manche Kinder selbst dann noch mit Glaubuli vollgestopft werden wenn sie bei einer Mittelohrentzündung vor Schmerzen wimmern, ihnen schon der Eiter aus den Ohren quillt und so mancher Heilpraktiker dies den Eltern gütig lächelnd als heilsame Erstverschlimmerung verkauft. Weil er seinen eigenen Mißerfolg entweder tatsächlich nicht registriert oder sich schlicht nicht eingestehen will, daß seine Methoden nutzlos sind.
Ich überlege, ob ich die 6-Wochen-Frist nutze, gegen den bisherigen Bescheid Einspruch zu erheben.
Heute lief im WDR5 eine Call-In-Sendung zum Thema: Soll den Krankenkassen die Erstattung der Homöopathie verboten werden? Bei den gesetzlichen Kassen wird diese in Rahmen sogenannter Wahltarife erstattet, aber nur, wenn sie von Ärzten verschrieben wurde und nur für Kinder unter 12 Jahren! So habe ich das jedenfalls verstanden. Beim WDR riefen bis auf einen nur Befürworter der Homöopathie an, die von persönlichen Erfahrungen berichteten. Ziemlich entsetzlich und frei von jeder kritischen Distanz fand ich das. Die Sendung kann man runterladen:http://medien.wdr.de/m/1279013797/radio/tagesgespraech/wdr5_tagesgespraech_20100713_1000.mp3
Hallo Herr Ofenbäck, danke für den Hinweis.
Beim WDR finde ich es fast eher verwunderlich, dass da überhaupt noch einer angerufen hat und durchgestellt wurde, der auf mehr als seine persönliche Erfahrung plus Hörensagen plus WDR-Propaganda vertraut.
Denn spätestens seit Carmen Thoma gilt (erst neulich wieder bestätigt mit dem Regividerm-Skandal, vgl. http://esowatch.com/ge/index.php?title=Regividerm ):
Der WDR ist ein Eigenurinsender.
Morgen und übermorgen habe ich mehr Zeit, als mir lieb ist, da werde ich mir das Widerspruchsschreiben vorknöpfen.
In der Süddeutschen Zeitung vom 17./18. Juli 2010 unter dem Titel “Lauterbach gibt sich die Kügelchen” von Susanne Höll wird zunächst beschrieben, wie Lauterbach mit seiner Forderung scheiterte, “Änderungen bei der Erstattungspraxis homöopathischer Mittel” voranzutreiben.
Nebenbei stellt die Autorin ihre gänzliche Uninformiertheit zur Schau, indem sie Homöopathie mit “pflanzlichen Kügelchen” identifizert und behauptet, “naturheilgläubige Wähler” hätten sich irritiert gezeigt. Man fragt sich unwillkürlich, ob die Borniertheit von Journalisten nicht NOCH um ein Vielfaches größer ist als die unserer gescholtenen Politiker. Denn was hat Homöopathie (u.a. hochverdünnte Hundescheiße) mit Naturheilkunde und Pflanzen zu tun? Gar nichts! eine Diffamierung von Naturheilkunde ist das. Homöopathen sind schlimme Trittbrettfahrer der Naturheilkunde, nur bei der Süddeutschen ist das noch nicht angekommen. (rant off)
Aber wie versucht nun Lauterbach zu lavieren? Wenn sich hier die Frau Höll ausnahmsweise richtig informiert zeigt: Lauterbach “erklärte, wie es heißt, sehr überzeugend, dass er die ganze Sache sehr bedauert. Ihm gehe es nicht um die Kosten der Kügelchen, sondern um das Schicksal von Kindern und Schwerstkranken, die allein mit Naturheilmitteln behandelt würden, obgleich sie eigentlich in die Hände von Schulmedizinern gehörten.”
Wird Zeit, die Adresse von Lauterbach herauszukriegen, oder? Ich guck mal.