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Musik

Ein klasse fauler Tag liegt fast hinter mir, wenn man mal vom Einkaufen absieht. Daran werde ich wohl nie Spaß haben, aber verhungern ist auf jeden Fall doch noch schlimmer… *g*

Mishales Tip, mal bei Napster nachzusehen, war auch Gold wert. Danke schön! Innerhalb von nur wenigen Tagen habe ich fast all meine alten Vinyl-Platten in MP3-Form wiedergefunden. Falls mir jetzt noch jemand sagen kann, wo ich “Blue Venetian Water” und “Stardust” von Harpo Marx finde, dann bin ich glücklich. :o) Die Files konnte ich nicht runterladen, weil der jeweilige Besitzer sich jedesmal mittendrin ausgeloggt hat. Seitdem sind die beiden nicht mehr aufgetaucht. Und tschüß...

Eines meiner Lieblingslieder ist schon seit Jahren “Le Mistral gagnant” (2,6 MB) von Renaud, einem französischen Sänger. Es handelt von einem Spaziergang im Regen, einer erwachenden Liebe, Erinnerungen, Spaß, Gesprächen bei Sonnenuntergang, der Freude am Leben, Wehmut und vom Mistral. Einfach nur Renaud mit Klavierbegleitung, wunderschön.

Viele dieser Lieder habe ich schon seit Jahren nicht mehr gehört, weil ich keinen Plattenspieler der alten Art mehr habe und die CD’s entweder nicht gefunden oder einfach noch nicht danach gesucht habe. Trotzdem: Als ich die MP3’s diese Woche wieder hörte, war ich augenblicklich wieder an die Orte und in die Zeit zurückversetzt, in der ich die Songs am häufigsten gehört habe. The Carpenters’ “Top of the World”—meine Grundschulzeit. Duran Durans “Wild Boys”—ein Tanzstundensong. Evelyn Thomas’ “High Energy”—Klassenfahrt, die Disco auf dem Boot auf der Spree. Martinelli, “Cenerentola, Cinderella’s Night”—Skifahren in Pfelders. Lucio Dalla, “Il Gigante E La Bambina”—Rom, Ferien bei Annamaria. Folk Friends, “Planxty Irwin”—der verregnete Sommer in Irland. Bee Gees’ “You Win Again”—Abiturvorbereitung… Wer braucht da noch eine Zeitmaschine? Und wie kommt es, daß diese Lieder ihren “Aufdruck” nicht verlieren? Daß ich mich auch nach weiteren 15 Jahren noch an genau diese Plätze und Zeiten erinnern werde, wenn ich die Lieder dazu höre, und nicht an einen Samstagnachmittag im Juni 2000, als ich sie das erste Mal wieder gehört habe? Wie kommt es, daß das Gehirn und vielleicht auch das Herz dort ausnahmsweise nicht mit einer Schultafel vergleichbar sind, die man gegebenenfalls abwischen und neu beschreiben kann, sondern eher mit gebranntem Ton, in dem Ereignisse vor dem Brennen ihre ganz besonderen, unabänderlichen Abdrücke hinterlassen haben? Was ist es, das Musik die Macht gibt, Erinnerungen so sehr einzubrennen, so lange festzuhalten, während man Wichtigeres inzwischen längst schon wieder vergessen hat? Geht das allen Menschen so, oder nur einigen?

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