Nicht ganz für die Katz’
Mit den Inhalten meines Studiums (Volkswirtschaft, Politik, Französisch) habe ich ja bekanntermaßen nur noch herzlich wenig zu tun. Hauptsächlich mangels Interesse. Meine Noten waren gut bis sehr gut, die Inhalte jedoch haben mich zum Gähnen gelangweilt. Aber was tut man nicht alles, um “eine solide Grundlage fürs Berufsleben” zu erwerben.
Wenn ich nochmal studieren müßte, dann vermutlich Medizin oder ausschließlich Sprachen, aber garantiert nicht wieder Wirtschaft.
Ein Wirtschaftswissenschaftler ist mir jedoch als ausgesprochen interessant im Gedächtnis geblieben: Thorstein Veblen (1857 - 1929). Vielleicht sollte man ihn auch eher als “Konsumsoziologen” bezeichnen. Unter anderem vertrat er nämlich - ganz grob zusammengefaßt - die Theorie, daß der Konsum des Individuums sich nicht nur nach dem Angebot und dem persönlichen Einkommen richtet, sondern auch nach dem Konsum der ihn umgebenden Gesellschaft. Mit der es nämlich gleichzuziehen bzw. die es nach Möglichkeit zu übertreffen gilt. Fand ich sehr treffend und erfrischend.
Inzwischen werden seine Werke wieder neu aufgelegt, wie ich vor kurzem zufällig erfuhr, und so habe ich mir sein bekanntestes Werk, “The Theory of the Leisure Class”, sowie “Conspicuous Consumption” gleich mal bei Amazon bestellt, denn damals gab es sie nur in der Uni-Bibliothek.
Hätte ich auch nie gedacht, daß ich nochmal freiwillig etwas aus meinem Studium nachlesen würde. Die alten Bücher und Notizen befinden sich längst im Altpapier.