Positiv. Negativ. Relativ.
Arztwechsel. Dann nach sechs Wochen die Feststellung, daß der alte Arzt ein Untersuchungsergebnis nicht in die Unterlagen eingetragen hat. Anruf beim alten Arzt. Die Untersuchung wurde zwar gemacht, das Ergebnis aber verschlampt. War ja klar. Grundlos hatte ich schließlich nicht die Praxis gewechselt.
Nochmaliger Anruf zwei Tage später - dieser Zeitraum müßte selbst für eine derartige Chaospraxis ausreichen, um das Labor anzurufen und eine Kopie anzufordern. Und was sagt die Sprechstundentussi mir am Telefon: “Ja, das Ergebnis ist jetzt da. Es ist alles in Ordnung, der Test ist positiv. Sie haben keine Antikörper.”
HÄH??? Das ist ja so, als würde ich jemandem sagen: “Es ist alles in Ordnung, der Schwangerschaftstest ist positiv, Sie erwarten kein Kind.” *vogelzeig*
Auf mein Nachbohren, daß das ja nun ein Widerspruch in sich sei, denn wenn nichts gefunden wurde, könne das Ergebnis doch nur negativ sein, bekam ich nur zur Antwort, in der Medizin sei es eben “immer andersrum”. Das sei deshalb positiv, weil es heißt, daß ich die Krankheit noch nie hatte, wurde ich noch belehrt.
Klar, logisch, das ist sehr positiv. Denn falls ich tatsächlich noch nicht immun bin, kann ich mich jederzeit infizieren und dann ordentlich krankfeiern. Wirklich toll. Danke für die Aufklärung. Dummerweise gehöre ich jedoch zu den seltenen Menschen, die eine Immunität vorziehen und lieber gesund arbeiten als krank feiern würden. Bin ich nicht ein eigenartiger Mensch?!
Jedenfalls bin ich nach dieser kompetenten Auskunft nun genauso schlau wie vorher. Stand da nun “negativ” oder “positiv” auf dem Papier? Tantalus läßt grüßen…
Diese Praxis muß einem Roman von Franz Kafka entsprungen sein. Und ich werde zur Sicherheit meinen neuen Arzt bitten, sich mal eine Kopie zukommen zu lassen, damit das Ergebnis endlich
1. schwarz auf weiß und
2. zur Abwechslung einem vernunftbegabten Menschen vorliegt.