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Stärken und Schwächen

Die Schulung in der vergangenen Woche war ausgesprochen interessant und lehrreich; ich hätte nicht gedacht, daß man aus so etwas nach neun Stunden “Unterricht” am Stück in einem anderen Zustand als völlig platt herauskommen könnte. Kann man aber sehr wohl. Und ist sogar noch gespannt auf den zweiten Tag.

Grob gesagt ging es um Präsentationstechniken und damit auch um Rhetorik und generell Kommunikation. Dabei habe ich eine Menge über mich gelernt. Zum Beispiel, daß ich überraschend gut improvisieren kann, wenn ich ad hoc etwas sagen oder erklären soll, ohne irgendwelche Powerpoint-Präsentationen oder ähnliches vorbereiten zu können. Oder auch, daß  es mir recht wenig ausmacht, überhaupt vor Fremden zu reden. Lustig war auch die Übung, eine zweiminütige freie Präsentation erfolgreich über die Bühne zu bringen, obwohl ständige Störungen aus dem Publikum mit eingebaut wurden (Lärm, penetrante Zwischenfragen etc.) Insgesamt wurden jedem von uns fünf Minuten Zeit gegeben. Ich benötigte drei.

Eine absolute Schwäche ist bei mir allerdings alles, was mit dem Telefon zu tun hat. Das ist mir schon länger bewußt. Ich habe noch nie gerne telefoniert. Teenager-Dauergequatsche mit exorbitanter Telefonrechnung und ständig belegter Leitung - davon wurden meine Eltern verschont. Aber mir ist jetzt erst so richtig klar geworden, warum das so ist: Ich mag es nicht, wenn ein Gespräch so völlig ohne Gestik und Mimik abläuft, ich aber auch nicht die Möglichkeit habe, das durch sorgfältigere und länger durchdachte Antworten auszugleichen. Ich glaube, ich komme am Telefon oft viel schroffer rüber als ich eigentlich will, und bei mir ist auch im privaten Bereich dann sehr schnell der Punkt erreicht, an dem ich nichts mehr zu sagen finde. Säße ich dem Gesprächspartner gegenüber, würde die Unterhaltung wesentlich länger ausfallen. Zwingend notwendige Telefonate delegiere ich daher liebend gerne an meinen Mann. Dafür bin ich wiederum für Briefe und Mails zuständig, bei denen es mich während der Schulung überrascht hat, wie viele Teilnehmer zugaben, damit ein Problem zu haben. Sie wollten wenigstens die Stimme des Gegenübers hören können. In Mails und Briefen würden sie erfahrungsgemäß kurz angebunden oder desinteressiert wirken und diese Kommunikationsform daher gerne meiden und durch Telefonate ersetzen. Erstaunlicherweise exakt die selben Probleme, die ich beim Telefonieren habe.

Wie gesagt: Es war ausgesprochen lehrreich. Aber wenn ich ehrlich bin: Telefonkonferenzen finde ich trotz Ursachenforschung noch immer gräßlich. *g*

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