Treffer, versenkt.
1. “Als (Noch-)Katholik mit 50-jähriger „Erfahrung“ bin ich der Meinung, dass der Titel einer Korrektur bedarf: Der Papst ist nicht auf der Suche nach „Gläubigen“, also nach Menschen, die Gott folgen und ihr tägliches Leben nach seinen Geboten ausrichten wollen. Vielmehr brauchen der Oberhirte und seine Kirche eine Vielzahl von naiven unmündigen Schafen, die sich allen Dogmen, die ein irdischer Machthaber, der Unfehlbarkeit für sich in Anspruch nimmt, bedingungslos unterordnen. (...)”
2. “Ob Fußball oder Popkonzert, Reichspartei- oder Weltjugendtag: Bei solchen Massenereignissen geht es um Emotion, nicht um Erkenntnis. Das Aufgehen in der Masse erzeugt ein Gefühl der Entgrenzung, von rauschhaftem Glück. Die Inhalte sind austauschbar, werden aber in der Erinnerung mit dem Erlebnis verknüpft und verklärt. Es bleibt eine latente Sehnsucht nach weiteren solchen Erlebnissen und eine weitgehend unkritische Einstellung zu den dabei transportierten Aussagen. Nachdem ich ein paar Mal erlebt habe, wie es ist, von der Droge Masse berauscht zu sein, halte ich mich von solchen Events eher fern. Oh ja, ich war mit allen Sinnen dabei, nur den Verstand hatte ich ausgeschaltet.”
(Leserbriefe aus dem morgen erscheinenden “Spiegel”)