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“Was tun?” sprach Zeus.

Nachdem mein Frauenarzt mir letzte Woche eine aktualisierte Visitenkarte ausgehändigt hat, mußte ich Internetfreak mir natürlich gleich einmal seine offenbar brandneue Webseite ansehen. Verlinken möchte ich das Ding hier erstmal lieber nicht. Ich überlege noch, ob ich mir mal per Mail direkt an den Besitzer von der Seele schreibe, was mich an der Seite so stört.

Designtechnisch ist die Seite sehr hübsch, aber für die Akquise von Neupatienten bzw. die Kommunikationsförderung wohl eher weniger geeignet, würde ich mal sagen. To say the least. Ganz ehrlich: Wäre ich der Auftraggeber, ich hätte diesen Webmaster gefaltet, aber gründlich. Selbst für eine “Baustelle” ist diese Webseite unnötig user- und suchmaschinenunfreundlich. Man hätte ohne größeren Aufwand selbst jetzt schon, im Baustellenstadium, die Funktionalität wesentlich verbessern können.

1. Es fehlen die Meta-Tags zum Inhalt der Seite bzw. Leistungsumfang der Praxis. Ist schon mal schlecht in puncto Suchmaschinen. Und sehr schade, denn dieser Arzt hat wirklich viel zu bieten.

2. Die Informationen auf der Startseite liegen nur im Grafikformat vor. Text in Grafiken kann aber auch keine Suchmaschine lesen. Nicht einmal ein “Alt”-Text im Image-Tag ist vorhanden. Noch ein Minuspunkt.

3. Die Mailadresse ist zwar angegeben, aber nicht anklickbar. Schlimmer noch, der Text kann nicht einmal markiert und ins Mail-Programm eines Interessenten hineinkopiert werden, eben weil es sich nicht um “Plain Text”, sondern um eine Grafik handelt. Stumpf abschreiben kann ich auch von der Visitenkarte - im WWW erwartet man dann doch ein klein wenig mehr, meine ich.

4. Die Grafik an sich ist zu wenig kontrastreich für Leute mit Augenproblemen.

5. Das Kontaktformular ist zu versteckt.

6. Das Kontaktformular ist nur aufzurufen, wenn man JavaScript im Browser aktiviert hat. Hat aber nicht jeder. Hier wäre es besser und sogar weniger aufwendig gewesen, ganz einfach eine völlig neue Seite mit dem Kontaktformular zu erstellen und auf der Startseite zu verlinken. Statt das Ganze als “onclick” mit in die Startseite hineinzupfriemeln, somit quasi von hinten durch die Brust ins Auge zu schießen und dabei auch noch zu riskieren, daß man den einen oder anderen User gar nicht trifft…

7. Das Kontaktformular scheint ins Leere zu laufen. ‘Action=”#”’, steht im Quelltext. Das Ding verschickt offenbar gar nichts irgendwohin. Sehr irreführend.

8. Das Kontaktformular hat keine als solche offenkundige “Zurück”-Funktion, um auf die Startseite mit den Informationen zurückzukehren. Der Back-Button des Browsers ist in dem Fall auch keine Hilfe, sondern führt stattdessen prinzipiell zur im Grunde vorletzten besuchten Seite.

9. Es wird im Kontaktformular nur nach dem Namen des Absenders gefragt, nicht aber nach seiner Mailadresse. Könnte interessant werden, wenn man dem Absender auch antworten möchte.

Tja… Was nun? Den Frauenarzt darauf ansprechen oder lieber die Klappe halten? Eigentlich ist er ein ganz netter Kerl, der vielleicht dankbar für ein paar Hinweise wäre. Aber immerhin hat er mich weder um meine Meinung gebeten, noch weiß ich, welche Vorgaben er dem Webmaster gemacht hat, noch kann ich mit Sicherheit sagen, welchen Zweck die Webseite letztendlich erfüllen soll.

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