Wie machen die das?
Aus den Berichten auf Twitter und manchen Foren schließe ich mal wieder, daß manche Familien aus der Einschulung ihrer Kinder ein halbes Volksfest machen. Die Verwandtschaft kommt aus allen Teilen der Republik zusammen, Freunde der Familie noch dazu, Geschenke türmen sich wie zur Geburt - und was nicht noch alles.
Feine Sache, wenn alle damit einverstanden sind, aber ich gestehe,ich finde das völlig übertrieben und hätte da mitten in der Arbeitswoche auch überhaupt keinen Nerv drauf. Denn erfahrungsgemäß zieht sich sowas ja abends dann immer bis ultimo; man ist am Kochen & Gäste bedienen und fällt zur Unzeit halbtot ins Bett. Und wenn’s hart kommt, hat man am nächsten Morgen noch Übernachtungsbesuch zu versorgen, bevor die Kinder weggebracht werden und man selbst zur Arbeit muß. Wie machen diese Familien das bloß? Drei Tage Urlaub nehmen, nur für die Einschulung? Hilfe… Bei unserer waren 1975 nicht mal die Väter dabei.
Hier ist geplant, daß wir mit den Kindern nach der Einschulung schön essen gehen - fertig. Am Nachmittag hat Saskia dann sowieso ihre geliebte Reitstunde (eine der letzten auf diesem Hof), und wenn die vorbei ist, ist auch schon fast wieder Zeit fürs Abendessen. Und ich habe den Verdacht, Saskia ist Reiten ohnehin tausendmal lieber als irgendwas sonst. Ich überlege langsam schon, ob ich ihr mal dieses T-Shirt hier bestelle. *g* (Tobias bekäme dann das entsprechende Gegenstück. ^^) Ein neues Fahrrad bekommt sie allerdings von uns Eltern. Besser im Frühherbst als zu Weihnachten; dann hat sie wenigstens noch eine Weile etwas davon, bevor der Schnee kommt. Plus: ihr bisheriges Fahrrad kann dann Tobias direkt übernehmen.
Ist die Einschulung bei Euch mitten in der Woche? Hier beginnt zwar die Schule wieder am Mittwoch oder Donnerstag, dieEinschulng ist am Samstag. Von daher ist das nicht so ein Thema. Das Essen bestellen wir übrigens, weil ich auf große Vorbereitungen auch nicht so eine Lust habe.
LG, Anne
Ich bin ja in der DDR geboren und 1993 im Osten zur Schule gekommen. Der Einschulungstag war ein Samstag, also musste da keiner extra frei nehmen. Und ja, soweit ich mich erinnern kann, kam da einiges an Verwandtschaft. Nicht von sehr weit (das weiteste damals war Schwerin-Frankfurt O., also 300 km, meine Großeltern), aber das war vielleicht auch Verwandtschaftsgrad-bedingt.
Ich denke, da scheiden sich die Geister und es ist ein starkes Ost-West-Gefälle immer noch spürbar - ich weiß gar nicht so recht, ob es mehr danach geht, wo die Eltern aufgewachsen sind (denn die lasten sich den Stress (muss es denn welcher sein?) ja auf) oder wo die Einschulung dann heutzutage stattfindet. Ganz ehrlich, ich wohne momentan in den Niederlanden, aber trotzdem würde ich wollen, dass meine Kinder eine Einschulungsparty haben, wenn sie das gerne möchten - einfach weil es für mich damals ein ganz tolles unvergessliches Erlebnis war. Klar, wenn es die Kinder nicht anders kennen, muss man sich das nicht antun, wenn es einem nicht wichtig ist oder ganz einfach unpassend ist. Chacun à son goût.
@ Jana & Frau Bond: Ja, bei uns ist die Einschulung in der ersten Woche nach den Sommerferien, und es geht am nächsten Tag direkt mit dem normalen Schulalltag weiter. Hier ist es dieses Jahr ein Donnerstag, an manchen Schulen auch der Mittwoch. Das können die Schulen wohl einzeln entscheiden..
Nach meiner Erfahrung finden die Kinder (zumindest meine) Kaffeetrinken mit den Erwachsenen sowieso todlangweilig. Denen würde ich damit keinen Gefallen tun. *g* Und da Saskia anschließend eh Reitstunde hat und am nächsten Morgen dann schon ganz normal bis 15 Uhr (Offene Ganztagsschule) in die Schule muß, hätte es auch für Gäste nicht viel Sinn, dafür eine stundenlange Anreise in Kauf zu nehmen. Eins der Großelternpaare könnte abends ruck-zuck wieder zu Hause sein, aber alle anderen wohnen viel zu weit weg, als daß sich das für die zwei, drei Stunden lohnen würde, in denen Saskia überhaupt anwesend (und wach) ist.
Wir sind ja auch Donnerstags dran und nehmen an diesem Tag frei, also mein Mann und ich.
Mittags gehen wir in eni Restaurant, wo es auf dem Buffet neben Köstlichkeiten für Erwachsene auch ausgesprochene Kindersachen gibt, z.B. als Dessert Schokobrunnen mit Früchten.
Nach dem Restaurant löst sich die Gesellschaft auf und wir fahren mit Kind und bester Freundin vom Kind (die nicht vorzeitig eingeschult wird und daher im Kiga abkömmlich ist, sie darf uns begleiten den ganzen Tag - Paula hat sich das gewünscht, ist ja auch netter für sie statt nur mit Erwachsenen umgeben zu sein) wieder heim.
LG
Ulli
Also bei uns ist die Einschulung an einem Samstag… Morgens Kirche, dann Feier in der Schule und dann geht’s zu Haus bei uns in den Garten zum Grillen! Ganz gemütlich ![]()
LG
Martina
@Martina: Kirche? Geht Euer Kind auf eine kirchliche Privatschule?
Hier ist die Einschulung auch ‘noch’ Samstags. Ich bin gespannt, ob es nächstes Jahr auch noch so ist. Sonst geht es hier auch in die Kirche ( eine ökumanische Geschichte, primär vom Vorgängerjahrgang und den Lehrern gestaltet.
Sonst ist das hier auch eine ‘Kleinfamiliengeschichte’. Sprich Eltern, Großeltern und evlt die Tante.
Essen gehen usw kommt erst in den letzten Jahren hier auf. zu unserer Zeit gab es nicht mal Kaffee etc.
den ganzen Megahype versteht ich auch nicht
deswegen wird es das bei uns auch nicht geben.
LG SaBine
Wow. Einen Gottesdienst gleich als erste Amtshandlung (und womöglich Pflichtveranstaltung?) einer staatlichen(!) Schule finde ich aber ehrlich gesagt angesichts der wachsenden Anzahl nicht- und andersgläubiger Kinder & Eltern keinen sehr gelungenen Auftakt… Ich hoffe mal, Saskias Schule plant nicht auch sowas…
Nein, Ute, keine kirchliche Privatschule!
Ich kenn das aus unserer Region auch nicht anders, da gibt’s überall einen Einschulungsgottesdienst, der aber wirklich auch sehr “kindgerecht” gestaltet wird…
Also eine Pflichtveranstaltung wird es aber sicherlich nicht sein ![]()
LG
Martina
@Martina: Ich glaube, dann würde ich auch auf die Barrikaden gehen, wenn der Gottesdienst Pflicht wäre. Für unsere Schule wird wohl auch einer veranstaltet, aber auf der Einladung wird ziemlich klar gesagt, daß das nichts mit der eigentlichen Einschulung seitens der Schule zu tun hat und freiwillig ist. So finde ich das dann schon annehmbarer, obwohl es mich doch ärgert, daß man quasi unter Zugzwang gesetzt wird, ebenfalls teilzunehmen. Marc wird auf alle Fälle hingehen. Ich überlege mir das ernsthaft noch, denn ich war eigentlich froh, nach der Kindergartenzeit Ruhe vor kirchlichen Veranstaltungen zu haben.
Also bei uns werden auch nur “wertfrei” die beiden Uhrzeiten für die Veranstaltungen mitgeteilt (Kirche, Schule)...
Siehst Du, dafür hatte ich in der Kindergartenzeit “nix” mit Kirche am Hut ![]()
LG
Martina
Hallo Ute,
hier in Sachsen ist der Schulanfang tatsächlich ein riesiges Ereignis.
Die Einschulungsveranstaltung ist Samstagmorgen in der Grundschule, danach das feierliche “Zuckertütenernten” vom Zuckertütenbaum.
Im Anschluss gehen wir im “engsten"Familienkreis zum Mittagessen & am Nachmittag startet Zuhause die Party. Es werden so ca. 40 Gäste erwartet (die z.T. von weit her anreisen) , dazu kommen noch spontane Gäste, wie Nachbarn z.B.
Aber vom Aufwand her hält sich das alles in Grenzen - das Essen ist bestellt & viele Gäste steuern etwas bei (Salate, Kuchen, Gebackenes). Unvergesslich ist dieses Erlebnis besonders für die Kinder. es sind in der Regel ganz tolle Kinderfeste. bei dem der Schulanfänger im Mittelpunkt steht & das auch geniest. es wird getanzt, gelacht & sich einfach nur amüsiert. Ganz wichtig für den Schulanfänger ist dabei, daß er oder sie von jedem Gast eine kleine Zuckertüte bekommt ![]()
Grüße aus Sachsen
@Claudia: Und wie macht Ihr das, wenn mehrere Kinder aus dem Freundeskreis und/oder der Familie am selben Tag eingeschult werden? Feiern dann alle zusammen?
Ja, das ist in vielen Fällen tatsächlich so. Für die Kinder selbst ist das natürlich ein unvergessliches Erlebnis.
Puh, kann ich mir irgendwie gar nicht vorstellen, ohne daß eins der Kinder dann zum Nebendarsteller am eigenen Ehrentag wird? So ist es bei gemeinsam gefeierten Geburtstagen ja leider auch oft.